AUSSTELLUNG: Bilder, die auf den Weg locken

Übermorgen Samstag findet auf der Iddaburg ob Gähwil eine Vernissage mit Bildern von Elisabeth Thalmann statt. Die Künstlerin wohnt nun in Gähwil lädt damit auch zu einem innerlichen Spaziergang ein. Auf den ersten Blick können die Bilder befremden.

Peter Küpfer
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Luftige Gebilde mit komponierten Farbtönen und Konturen, immer wieder die Kugel oder der Kreis: typisch für Elisabeth Thalmann.

Luftige Gebilde mit komponierten Farbtönen und Konturen, immer wieder die Kugel oder der Kreis: typisch für Elisabeth Thalmann.

Peter Küpfer

redaktion@wilerzeitung.ch

Die Künstlerin wohnt am Fusse des bekannten Wallfahrts- und Ausflugszieles. Jetzt hängt eine Auswahl ihrer Bilder oben in der Gaststube des Restaurants. Die gebürtige Stadtzürcherin und Architektentochter hat immer gerne gezeichnet und gemalt, schon als Kind. Als dann die Berufsarbeit weniger wurde, gewann das Malen an Bedeutung, zuerst nur für sich. Mehr und mehr trat der Wunsch auf, ihre Bilder auch öffentlich zu zeigen.

Es folgten Ausstellungen mit für sie überraschend viel Echo. Dabei sind Elisabeth Thalmanns Bilder keineswegs auf den breiten Publikumsgeschmack ausgerichtet. Im Gegenteil. Teilweise können sie in ihrem komplexen Farbauftrag und sich überschneidenden Motiven zunächst auch etwas befremden.

Jeder sieht sein Bild

Allerdings nur, bis man sich von ihrer Faszination auf den Weg nehmen lässt. Zuerst malte Elisabeth Thalmann figürlich nach der Natur, Häuser, Gegenden. Bald einmal erwachte der Wunsch nach neuen Ausdrucksformen, auch abstrakten. Trotzdem passen die modern wirkenden Gemälde in die gemütliche Gaststube. Da hängen Grossformate neben kleineren, in teilweise leuchtenden Farben, andere verhaltener, alle in Acryl. Den Bildern haftet etwas Geheimnisvolles an. Hier scheint man ausgelassen tanzende Frauen zu vermuten, dort einen Gebirgszug, der ebenso gut eine Studie über raffiniert verschlungene Textilfäden sein könnte. «Es soll so sein», sagt Elisabeth Thalmann: «Meine Bilder laden zu Spaziergängen ein.»

Auch eine Ausstellung in Wil geplant

Für den einen ist eines ihrer Bilder mit viel Bewegung ausgelassener Freudentanz, der andere sieht im gleichen Sujet einen makabren Tanz von Gerippen. Die Betrachtenden sollen selbst wählen, was sie in den Bildern sehen, sagt die Malerin in der gemütlichen Gaststube.

An der Tür hängt ein handgeschriebenes Plakat. Darauf lädt die Künstlerin alle Interessierten zur Vernissage ein. Sie findet übermorgen Samstag im Restaurant statt, Beginn ist um 14 Uhr. Bereits ist eine weitere Ausstellung in Wil geplant. «Zuerst dachte ich, meine Bilder bleiben bei mir. Aber seit einiger Zeit sind mir der Austausch mit den Betrachtern und das Echo, das sie auslösen, lieb und wichtig», sagt die Künstlerin. Sie freut sich darum auf regen Besuch.