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AUSRANGIERT: «Bühlerbähnli» vor letzter Fahrt

Im Zuge der Modernisierung von Produktion und Logistik stellt Bühler den Gütertransport auf der Schiene vom Werk bis zum Bahnhof Uzwil ein. Die Lokomotive verrichtete über Jahrzehnte ihren Dienst.
Urs Bänziger
Wenn die Bühler Lokomotive nicht unterwegs ist, steht sie bei der Verladestation des Unternehmens an der Bahnhofstrasse. (Bild: Urs Bänziger)

Wenn die Bühler Lokomotive nicht unterwegs ist, steht sie bei der Verladestation des Unternehmens an der Bahnhofstrasse. (Bild: Urs Bänziger)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Die Nostalgiker werden sie vermissen, die gestressten Autofahrer sicher nicht: die Lokomotive der Firma Bühler. Mitte dieses Jahres wird sie auf ihre letzte Fahrt gehen und im Schritttempo durch das Uzwiler Zentrum einen Güterwaggon zum Bahnhof ziehen. Das «Bühlerbähnli», wie der Gütertransport auf der Schiene in der Bevölkerung genannt wird, soll aufgehoben werden und der Modernisierung zum Opfer fallen. «Verbesserungen bei der Logistik haben zur Folge, dass der Transport auf der Schiene vom Werk bis zum Bahnhof nicht mehr benötigt wird», sagt der Mediensprecher des Technologiekonzerns, Samuel Eckstein.

Seit September 2016 investiert das Unternehmen an ihren Schweizer Standorten – mit dem Ziel, Produktion und Logistik zu modernisieren und zu optimieren. Um den Materialfluss im Werk für Grossteile und Druckgussmaschinen zu verbessern, werden in Uzwil mehrere alte Gebäude abgerissen und neue Hallen erstellt.

Lange Tradition geht zu Ende

Im Zuge dieser Modernisierung werden in Zukunft alle Güter direkt auf LKW verladen. Ein Grossteil des Exportvolumens ab dem Hauptsitz in Uzwil wird zwar bereits jetzt schon auf der Strasse transportiert, aber die Bühler Lokomotive ist im Jahr bis zu 200-mal zum Bahnhof unterwegs, von wo die Güterwagen weiter auf der Schiene nach Basel bis zum Rheinhafen befördert werden. Rund 2500 bis 3000 Tonnen ­Material verlassen jährlich das Werksareal in Uzwil mit der Bahn. Das soll nun wegfallen.

Aus ökonomischer Sicht mag die Optimierung der Logistik nachvollziehbar sein. Zum ökologischen Nachteil kommt der Verlust einer langen Tradition hinzu. Denn seit Jahrzehnten ist das «Bühlerbähnli» in Betrieb. Noch im Jahr 2012 wurde die Diesellokomotive einer Totalrevision unterzogen, damit sie weiter ihren Dienst verrichten kann. Und der ist nicht ohne: Von der Verladestation überquert der kleine Güterzug zuerst die Bahnhofstrasse, weshalb Autofahrer Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Von der Bahnhofstrasse tuckert die 305 PS starke Lokomotive die Sonnenhügelstrasse hinauf. Dabei muss sie nicht nur eine Steigung von 35 Promille meistern, sondern der Lokführer muss während der Fahrt auf der Strasse und durch Wohnquartiere achtsam sein.

Lokomotive wird verkauft

Eisenbahnfreunden aus nah und fern ist die Anschlussbahn ein Begriff, denn die Gleise weisen Neigungen auf, die man sonst nur bei Bergbahnen findet. Mitte dieses Jahres soll damit Schluss sein und das «Bühlerbähnli» für immer vom Uzwiler Strassenbild verschwinden. Die Lokomotive (Baujahr 1976) werde wohl verkauft, sagt Samuel Eckstein. Was mit dem Gleis passiere, sei noch nicht bestimmt. Mittelfristig wird wohl auch die Schiene von der Strasse verschwinden.

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