Auskommen mit Einkommen

Die Festtage sind vorbei. Haben die zusätzlichen, finanziellen Aufwendungen ihre Spuren hinterlassen, steht nun das berühmt-berüchtigte Januarloch vor der Tür. Budgetberaterin Dora Lauchenauer zeigt Wege auf, dies zu vermeiden.

Christine Gregorin
Drucken
Teilen
Wird das Budget eingehalten, reicht das Geld jeweils bis Ende Monat. (Bild: cg.)

Wird das Budget eingehalten, reicht das Geld jeweils bis Ende Monat. (Bild: cg.)

OBERUZWIL. «Viele Menschen budgetieren überhaupt nicht. Folglich haben sie auch keine Ahnung, wohin wie viel ihres Salärs monatlich oder gar jährlich fliesst», nennt die in diesem Bereiche vorwiegend ehrenamtlich Beratende das Grundübel. Vor allem Berufseinsteiger, die nach ihrer Lehre markant mehr Lohn erhalten, tun sich eminent schwer. Mit den neugewonnenen Rechten gehen nämlich auch Pflichten einher. So zum Beispiel die eigenständige Entrichtung der Steuern.

Sinnvolle Beschäftigung

Die in Oberuzwil wohnhafte, gelernte Arzt- und Spitalsekretärin sowie Sozialversicherungssachbearbeiterin kennt diese Problematik von ihrer früheren Tätigkeit im Sozialamt Wattwil. Aufgrund ihres ethisch-moralischen Hintergrunds, der auf christlichen Werten basiert, arbeitet sie schon seit einigen Jahren als Vorsorgeberaterin bei «Pro Life» im Teilzeitpensum.

Während ihres beruflichen Wirkens kommt sie immer wieder mit Menschen, die in die Schuldenfalle geraten sind, in Kontakt. Ungeachtet deren Herkunft – und die Betroffenen gehören beileibe nicht nur zu den sogenannten bildungsfernen Schichten – handelt es sich dabei stets um dieselben Klippen. Im Zuge einer sinnvollen Dienstleistung zeigt Dora Lauchenauer diese gerne auf. Aber lediglich dann, wenn sie spürt, dass ihre Hilfe auch wirklich willkommen ist und beherzigt wird.

Langfristiges Sparen

«Die eigenen Wünsche werden zu rasch und unüberlegt erfüllt, ohne über die finanziellen Konsequenzen nachzudenken», weiss Dora Lauchenauer. Einerlei ob Lernende, Familien, Paare oder Einzelpersonen, grössere Anschaffungen müssen geplant und mit teilweise langfristigen Rückstellungen abgestützt werden: Gezieltes Sparen heisst der Schlüssel zum Erfolg.

Verlockende Leasingangebote oder die Möglichkeit, aufgrund der Kreditkartenlimite mehr Geld beziehen zu können, als auf dem eigenen Konto vorhanden, bergen enorme Risiken und seien mit grosser Vorsicht und viel Bedacht zu geniessen. Bei den Versicherungen sei besonders auf Doppel-, Über- oder Unterversicherung zu achten. Überdies gelte es die Krankenkassenfranchise zu optimieren und bei den entsprechenden Zusatzversicherungen nur das abzuschliessen, was gebraucht wird. Die analogen Pakete seien meist Mogelpackungen, die mindestens eine Komponente umfassen, die eigentlich nicht benötigt wird, so die Expertin. Übrigens sollte ein Wechsel der Krankenkasse – insbesondere der Grundversicherung – innerhalb des gesetzlichen Rahmens immer möglich sein, egal ob der oder die Versicherte gesund oder krank ist.

Steuern, Auto, Miete

Die oben erwähnten Steuerabgaben betragen in aller Regel gegen zwei Monatslöhne. Es empfiehlt sich, dafür per Dauerauftrag Rückstellungen auf ein separates Konto zu machen. Gleiches gilt auch in Bezug auf das Auto. Rechnet man Amortisation, Steuern, Versicherungen, Abstellplatz oder Garage, Vignette, Benzin, Reifenersatz sowie den Unterhalt zusammen, fallen – je nach Neuwert, Verbrauch und jährlich gefahrenen Kilometern – monatliche Fixkosten zwischen 500 und 1000 Franken an. Auch hier lohnt es sich, für eine Neuanschaffung langfristig zu sparen: Ausgehend von Verkaufspreis sowie der voraussichtlichen Lebensdauer des aktuellen Wagens kann die Höhe der monatlichen Rückstellungen festgelegt werden, die mit Vorteil ebenfalls auf ein separates Konto entrichtet werden. Und für die Miete soll schliesslich nicht mehr als ein Viertel des Einkommens aufgewendet werden.

Für Paare mit Kinderwunsch scheint es ferner ratsam, die Ausgaben probehalber bereits vorgängig auf jenes Niveau zu reduzieren, das in der ersten Familienphase punkto Einkommen zu erwarten ist. Stehen den zeitlich meist begrenzten Mindereinnahmen doch die Mehrausgaben für Babyausstattung, Kinderzimmereinrichtung oder ähnliches gegenüber.

All diese Tips sind Faustregeln, die individuell auf die eigenen Verhältnisse angepasst werden müssen. Weitere hilfreiche Informationen finden sich unter www.budgetberatung.ch. Letztlich gilt es den eigenen Lebensstandard dem gesteckten Budgetrahmen anzugleichen. Nur so kann nachhaltig vermieden werden, in die Schuldenfalle zu tappen.

Aktuelle Nachrichten