AUSBLICK: Stadtrat setzt auf Leuchttürme

Die Wiler Stadtregierung präsentierte die Ziele für die laufende Legislatur. Bis ins Jahr 2020 sollen einige initiierte Projekte umgesetzt werden. Neu sind ein Mobilitätsmanagement und ein 2000-Watt-Areal.

Philipp Haag
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Präsentierten im Rathaus die Legislaturziele: Stadtschreiber Hansjörg Baumberger, die Stadträte Daniel Stutz und Daniel Meili, Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, Schulratspräsidentin Jutta Röösli und Stadtrat Dario Sulzer (v. l.). (Bild: Philipp Haag)

Präsentierten im Rathaus die Legislaturziele: Stadtschreiber Hansjörg Baumberger, die Stadträte Daniel Stutz und Daniel Meili, Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, Schulratspräsidentin Jutta Röösli und Stadtrat Dario Sulzer (v. l.). (Bild: Philipp Haag)

Philipp Haag

philipp.haag@wilerzeitung.ch

Es ist das Aufgabenheft des Stadtrats, das dieser selber zusammenstellt: Die Ziele für die seit Anfang Jahr laufende Legislatur 2017 bis 2020. Wiederum orientieren sich die Mitglieder der Stadtregierung an dem vor vier Jahren vorgestellten Leitstern, der Begriffe umfasst, welche die Stadt Wil ausmachen. Beispiele: Urbanes Kleinod, attraktiver Bildungsstandort oder regionales Zentrum.

Der Stadtrat hat in einer Klausurtagung zehn Aktivitätsfelder definiert. Die Beschriebe der Aktivitätsfelder sind allgemein gehalten, geben aber die Stossrichtung vor. So heisst es beispielsweise beim Aktivitätsfeld 1 unter dem Titel Vielfalt (Lebensraum und Menschen): «Die Stadt Wil lebt, ermöglicht und fördert ihre Vielfalt – hinsichtlich ihrer Lebensräume, hinsichtlich ihrer Angebote und Infrastrukturen und hinsichtlich ihrer Einwohnerinnen und Einwohner – und pflegt eine freundliche Willkommenskultur.» Detaillierter und konkreter sind die Leuchttürme innerhalb der Aktionsfelder. «Leuchttürme sind Projekte, welche besonderes Gewicht oder eine besondere Ausstrahlung haben», konkretisierte Stadtpräsidentin Susanne Hartmann gestern Morgen an einer Medienorientierung. Jedes Departement hat sich auf einige Projekte festgelegt, die in den nächsten dreieinhalb Jahren realisiert werden sollen. Da die meisten dieser Projekte in der vergangenen Legislatur initiiert, vorbereitet oder bereits aufgegleist wurden, kann die bis Ende 2020 laufende Phase als diejenige der Konsolidierung bezeichnet werden. Diese Leuchtturmprojekte sind unter anderem:

Departement Finanzen, Kultur und Verwaltung (FKV):

• Städtische Massnahmen im Rahmen des Labels «Fair Trade Town» etablieren. Die Stadt soll unter anderem in ihrer Verwaltung Fair-Trade-Kaffee und mindestens zwei weitere Produkte aus fairem Handel verwenden.

• Im Stadtteil Lindenhof einen Quartiertreffpunkt einrichten.

• Im Rahmen des Vorprojekts zur 3. Bauetappe des Hofs zu Wil wirkt die Stadt bei der Zwischennutzung mit.

Departement Bildung und Sport (BS):

• In den Schuleinheiten den Lehrplan Volksschule nachhaltig umsetzen.

• Im Rahmen des Projekts «Schule 2020» die strategische Ausrichtung der Schulen der Stadt Wil definieren. Integrierender Bestandteil ist die Mädchenschule St. Katharina (Kathi).

Departement Versorgung und Sicherheit (VS):

• Die erste Etappe der Fernwärme in der Stadt Wil ist bis 2020 realisiert. Der Planungskredit soll im Verlauf des nächsten Jahres ins Stadtparlament gelangen.

• Ein Mobilitätsmanagement etablieren. Das Konzept steht vor der Fertigstellung. Dabei geht es um die Grundsatzfrage, mit welchen Massnahmen die Mobilität beeinflusst werden kann, einerseits im persönlichen Verhalten, anderseits bei der städtischen Infrastruktur. Ziel ist es, dass der natürliche Verkehrszuwachs nicht beim motorisierten Individualverkehr geschieht.

Departement Soziales, Jugend und Alter (SJA):

• Das Konzept «Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung» umsetzen. Wesentliche Bestandteile sind die Schaffung einer Fachstelle «Frühe Förderung» sowie die Einführung eines Subventionssystems für Spielgruppen. Der Kreditantrag für die jährlichen Mehrkosten von 115000 Franken für die ersten zwei Jahre, danach 130000 Franken, wird heute Abend dem Stadtparlament vorgelegt.

• Ein Leitbild «Menschen mit Behinderung» verabschieden.

Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV):

• Das Areal Klinik Ost im Sinn eines 2000-Watt-Areals entwickeln. Dabei wird auf einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Emissionen für die Erstellung und den Betrieb der Gebäude sowie die vom Standort ausgehende Mobilität geachtet.

• Auf Basis des Masterplans Wil ein Vorprojekt erarbeiten. Der Bahnhofplatz soll für geschätzte 34 Millionen Franken umgestaltet und vergrössert werden. Für die Anpassungen beim Stadtraum Bahnhofplatz/Allee läuft der Gestaltungswettbewerb.