AUSBLICK: «Innere Verdichtung ist im Gange»

Mit drei neuen Ratsmitgliedern startet die Gemeinde Niederhelfenschwil in die Legislatur 2017–2021. Für Simon Thalmann ist es die zweite Amtsdauer. Der Gemeindepräsident über Wachstum, Wünsche und Steuern.

Ursula Ammann
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Simon Thalmann ist seit fünf Jahren Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil. (Bild: Ursula Ammann)

Simon Thalmann ist seit fünf Jahren Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil. (Bild: Ursula Ammann)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Simon Thalmann, welche Ereignisse aus der letzten Legislatur sind bei Ihnen besonders hängengeblieben?

Die Zentrumsgestaltung in ­Lenggenwil, die auf die Initiative der Dorfbevölkerung zurückgeht, bleibt mir als grosses Highlight in Erinnerung. Da geht etwas. Das finde ich sehr schön.

Im Gemeinderat ist Lenggenwil nun nicht mehr vertreten. Wie kann sich die Lenggen­wiler Bevölkerung künftig einbringen?

Der Gemeinderat wird für die Lenggenwilerinnen und Lengenwiler nach wie vor ein offenes Ohr haben – wie für alle anderen auch.

Wir überlegen uns, ein ­Gemeinderatsmitglied jeweils spontan und sachbezogen als ­Ansprechperson für die Leng­genwiler Bevölkerung zu bestimmen.

Mehr als die Hälfte der Gemeinderatsmitglieder starten neu. Muss man da befürchten, dass es am Anfang noch nicht so läuft?

Nachdem wir uns zur konstituierenden Sitzung getroffen haben, bin ich überzeugt, dass dieser ­Gemeinderat sehr gute Arbeit leisten wird. Alle Mitglieder sind in der Gemeinde gut verankert, haben einen gesunden Menschenverstand und sind Persönlichkeiten.

Welches Geschäft würden Sie am liebsten nicht mit in die neue Amtszeit nehmen?

Es ist nicht so, dass ich etwas ­abhaken will.

Aber ich bin froh, dass wir die öffentliche Auflage zum Hasenholzweg, der das Naherholungsgebiet erschliessen soll, noch dieses Jahr auflegen können. Damit haben wir wenigstens ein Teilziel erreicht.

Was ist mit dem «Geren»?

Dieses Projekt wird uns weiterhin beschäftigen. Der Ball liegt nun aber beim kantonalen Baudepartement, wo Rekurse hängig sind. Wir gehen davon aus, dass es bis zur Umsetzung noch eine Weile dauert.

Welche grösseren Projekte stehen in der kommenden Amtszeit an?

Zum einen die Sanierung der Schlossstrasse und der Schlossbergstrasse. Dabei gilt es auch, die Schulwegsicherheit zu berücksichtigen. Zum anderen wollen wir nun endlich die konkrete Projektierung der Sanierung des Dorfbachs Lenggenwil und deren Umsetzung in die Hand nehmen. Zudem steht die zweite Etappe bei der Umstellung auf Unterflurbehälter an. Ein weiteres grösseres Projekt ist «Smart Metering». Dabei sollen alle Haushaltungen mit Zählern für die Fernablesung ausgerüstet werden.

Und in Bezug auf Gebäude?

Im Jahr 2017 ist geplant, alle Schulhäuser unter die Lupe zu nehmen und zu schauen, welcher Investitionsbedarf hier besteht.

Niederhelfenschwil hat kürzlich die 3000-Einwohner-Grenze überschritten, dank der regen Bautätigkeit. Hält diese an?

Die innere Verdichtung ist bei uns in vollem Gange. Das sieht man schon am Dorfeingang von Niederhelfenschwil, wo durch die zwei neuen Mehrfamilienhäuser eine Art Torwirkung entstanden ist.

Es sind in Niederhelfenschwil und in Zuckenriet weitere Überbauungen in Planung. Mit der Zentrumsgestaltung tut sich auch in Lenggenwil etwas. Wir hoffen, dass dies auch Grundeigentümern rund herum Schwung gibt, etwas zu verändern.

Der Steuerfuss der Gemeinde Niederhelfenschwil wurde für dieses Jahr von 126 auf 121 Prozent gesenkt. Ist eine weitere Senkung denkbar?

Je nach Jahresabschluss schliessen wir eine Anpassung nach unten bei den Steuern nicht grundsätzlich aus. Diese könnte sich aber auch auf den Grundsteuersatz beziehen statt auf den Steuerfuss.

Welche Ziele verfolgt der Gemeinderat in Bezug auf das kulturelle Leben in den ­Dörfern?

Wir wollen die Vereine dabei unterstützen, auch weiterhin so aktiv sein zu können. Dies, indem wir ihnen Infrastruktur oder Manpower zur Verfügung stellen.

Wenn Sie für die Gemeinde Niederhelfenschwil drei Wünsche offen hätten, welche wären das?

Ich wünsche mir verlässliche ­Verhältnisse in der Welt, in der Schweiz und natürlich auch in Niederhelfenschwil.

Ein weiterer Wunsch ist, dass die Gemeinde Fröhlichkeit ausstrahlt, also nicht nur ein Ort ist zum Wohnen, sondern ein Ort, wo man auch Spass haben kann. Wünschenswert wäre des Weiteren, wenn sich die regionale Zusammenarbeit noch intensivieren liesse.