AUSBLICK: Baulandreserven sind vorhanden

Seine Einarbeitungszeit sei noch nicht abgeschlossen, sagt Oberbürens Gemeindepräsident Alexander Bommeli. Er hat klare Vorstellungen, wie sich die Gemeinde weiterentwickeln soll.

Urs Bänziger
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Alexander Bommeli in seinem Arbeitszimmer im Gemeindehaus. (Bild: Urs Bänziger)

Alexander Bommeli in seinem Arbeitszimmer im Gemeindehaus. (Bild: Urs Bänziger)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Fünf Monate nach seinem Amtsantritt hatte Alexander Bommeli am Kantonalen Gesangsfest seinen ersten grossen Auftritt. «Ich war angespannt, als ich im Festzelt vor über 1000 Personen die Ansprache gehalten habe», sagt der Gemeindepräsident. Er müsse sich auf seine öffentlichen Auftritte vorbereiten. «Mir fehlt noch die Routine und Erfahrung.» Das Gesangsfest sei für die Gemeinde beste Werbung gewesen. «Oberbüren hat sich an diesem Grossanlass sehr gut präsentiert.» Auch über sein erstes Amts­jahr zieht der 34-Jährige ein positives Fazit. «Ich habe mich sehr gut eingelebt. Obwohl mit dem Bundesgerichtsentscheid zum Teilzonenplan etwas auf mich zukam, das ich nicht erwartet habe und mich das ganze Jahr hindurch beschäftigte.»

Abgeschlossen sei die Einarbeitungszeit noch nicht, aber in den laufenden Geschäften habe er jetzt den Durchblick und sei auf dem neusten Stand, sagt Bommeli. Den Teilzonenplan hat die Gemeindebehörde inzwischen überarbeitet, ohne dass das fakultative Referendum ergriffen worden ist. So langwierig das Rechtsverfahren gewesen ist, so bedeutend ist der Teilzonenplan für die Entwicklung der Gemeinde. Heute sei es nicht mehr möglich, ins Grüne zu bauen, sagt der Gemeindepräsident. Zwar gebe es noch unverbaute Gebiete wie das Unterzil am Dorfrand von Oberbüren, aber Projekte wie die Überbauung «Krone» in Niederwil zeigten auf, dass der Schwerpunkt in der inneren Verdichtung liege. Dank den Baulandreserven könne sich die Gemeinde Oberbüren weiterentwickeln und das angestrebte gesunde Wachstum umsetzen. Kontinuierlich erhöhen soll sich aber nicht nur die Einwohnerzahl, sondern auch Arbeitsplätze sollen neue geschaffen werden.

Steuerfuss: Gemeinderat hat noch nicht entschieden

«Wohnen und Arbeiten gehören zusammen», sagt Bommeli. In der Gemeinde gebe es rund 2700 Arbeitsplätze. Auch für Industrie und Gewerbe stünden Baulandreserven zur Verfügung, in denen Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung stecke. Obwohl in Niederwil in den vergangenen Jahren viele neue Einfamilienhäuser entstanden sind, glaubt der Gemeindepräsident nicht, dass das Dorf überproportional gewachsen ist.

Neben der baulichen Entwicklung werden die Finanzen den Oberbürer Gemeinderat in der neuen Legislatur beschäftigen. Ob Bommeli in seinem zweiten Amtsjahr den Bürgern eine Steuerfusssenkung vorlegen kann, lässt er offen. Der Gemeinderat habe noch nicht entschieden. Fakt sei, dass die Unternehmenssteuerreform III Einnahmeneinbussen zur Folge haben werde. Die Gemeinde verfüge zwar über ein Eigenkapital von etwas über 10 Millionen Franken. Auf der Gegenseite müsse die Gemeinde grössere Investitionen im Strassenunterhalt tätigen. Der grösste Brocken sei die Sanierung der Oberbürer-Niederwilerstrasse. Zudem müsse in Gemeindeliegenschaften investiert werden. Sanierungsbedürftig sei die Gebäudehülle des Gemeindehauses, sagt Bommeli.

Auch im zweiten Amtsjahr wieder eine Festrede

Neben der strategischen und operativen Arbeit wird der Gemeindepräsident auch in seinem ­zweiten Amtsjahr eine Festrede halten können. «Die 1200-Jahr-Feier ist etwas Besonderes», sagt Bommeli. Er glaubt, dass die Jubiläumsaktivitäten den Zusammenhalt in der Gemeinde fördern werden. «Oberbüren, Sonnental und Niederwil haben zwar eine eigene Identität, aber die drei Dörfer wissen auch, dass sie einander brauchen.»