AUSBLICK: Bau des Schulhauses hat Priorität

Für Jonschwils Gemeindepräsident Stefan Frei beginnt Anfang Jahr bereits die fünfte Legislatur. Sie wird vom Bereich Bauen geprägt sein. Geplant ist zudem eine Steuersenkung.

Philipp Stutz
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Mit Gemeindepräsident Stefan Frei an der Spitze soll sich Jonschwil weiterentwickeln. (Bild: Phillip Stutz)

Mit Gemeindepräsident Stefan Frei an der Spitze soll sich Jonschwil weiterentwickeln. (Bild: Phillip Stutz)

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

 

Stefan Frei, Sie waren vor Ihrem Amtsantritt beim Kanton tätig. Wo liegt der Unterschied?

Ich war zehn Jahre im kantonalen Volkswirtschafts- und drei Jahre im Baudepartement angestellt und konnte dabei wichtige Erfahrungen sammeln. Auf Stufe Gemeinde finden sich kleinere und transparentere Strukturen. Die Sach-, nicht die Parteipolitik steht im Vordergrund. Mit Einführung der Einheitsgemeinde ist Jonsch­wil mit 130 Mitarbeitenden grösser und etwas unübersichtlicher geworden. Doch ich habe den Schritt vom Kanton zur Gemeinde nie bereut.

Welches prägende Ereignis der vergangenen Legislatur ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Da muss ich gleich mehrere nennen. Die Einweihung des Kindergartens Jonschwil. Die Tour de Suisse, bei der Schwarzenbach Etappenort war. Ebenso die Öffnung des Schwarzenbachs. Das war ein zehnjähriges Verfahren, das uns bis vor das Bundesgericht geführt hat. Das Projekt Grundwasserschutzzone Gaissmatt kann nun umgesetzt werden. Auch das Ersteigen der sieben Churfirsten, an dem sich über 200 Einwohner beteiligten, bleibt mir in guter Erinnerung.

In der Frage des Schulraums scheint man nicht entscheidend weitergekommen zu sein?

Eine Studie, die wir intern ausgearbeitet haben, diente als Diskussionsgrundlage. Es zeigte sich, dass in Schwarzenbach eine Bühne und Aussenanlagen einzubeziehen sind. Und es hat sich herausgestellt, dass ein Neubau einer Sanierung des Schulhauses vorzuziehen ist. Darüber herrscht breiter Konsens. Nun läuft die Ausschreibung für einen Generalplaner. Im Investitionsplan sind rund 16 Millionen Franken für den Neubau enthalten.

Das regionale Denken wird zwar oft propagiert, scheint aber nicht überall vorhanden zu sein. So kam ein Flächenmanagement-Projekt, das die räumliche Entwicklung der Region Wil zum Inhalt hatte, nicht zu Stande?

Dieses Projekt war wohl zu ehrgeizig und wurde sistiert. Die Wirtschaft kann nur innerhalb eines grösseren Raums gefördert werden. Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt Wil-West.

Verfügt die Gemeinde noch über Bauland?

Die Gemeinde besitzt praktisch kein Bauland mehr. Eine Einzonung in Schwarzenbach erlaubt den Bau von vier Mehrfamilienhäusern mit 45 Wohnungen. Daneben gibt’s auch Verdichtungen nach innen. Ich erwähne als Beispiel das Areal des ehemaligen Restaurants Sonne in Jonschwil, wo zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. In ein bis zwei Jahren rechnen wir wieder mit einem Bevölkerungswachstum zwischen einem und zwei Prozent.

Der Steuerfuss ist hoch. Wird das so bleiben?

Den Steuerfuss zu senken, ist ein Ziel der nächsten Legislatur. Im Jahr 2020 wird er tiefer sein. Denn dann endet die Amortisation des Oberstufenzentrums, die den Gemeindehaushalt jährlich mit rund eine Million Franken belastet hat. Zu berücksichtigen ist, dass die Bürgerschaft eine Steuersenkung von zwei Prozentpunkten gerade erst abgelehnt hat. Der Gemeinderat wollte im Gegenzug für Werkleitungen in Gemeindestrassen Nutzungsabgaben einführen.

Einst verfügte Jonschwil über die jüngste Bevölkerung aller Gemeinden in der Schweiz. Hat sich diese Entwicklung verändert?

Das Alter der Bevölkerung nähert sich inzwischen dem Schweizer Durchschnitt. Eine junge Gemeinde ist gut fürs Dorfleben und die Schule, aber finanziell belastend. An die 70 Prozent der Ausgaben entfallen alleine auf den Bereich Bildung.

Wie steht es um den Zusammenhalt der Dörfer Jonschwil und Schwarzenbach?

Durch das Oberstufenzentrum in der Degenau sind die Dörfer näher zusammengerückt. Schon seit zwanzig Jahren besuchen Kinder aus Jonschwil und Schwarzenbach gemeinsam diese Schule.

Welche grösseren Projekte stehen in der kommenden Amtsperiode an?

Der Neubau des Schulhauses Schwarzenbach hat Priorität. Ebenso muss eine neue Zonenplanung samt Baureglement erarbeitet werden. Zudem werden wir uns mit dem Wohnen für die ältere Generation befassen.

Wie würden Sie die Gemeinde charakterisieren?

Aufgrund unserer geografischen Lage sind wir ein idealer Wohnort für Leute, die im Raum zwischen Zürich und St. Gallen arbeiten. Die Verkehrsverbindungen sind gut und wir sind nicht als Stauregion bekannt. Die Gemeinde Jonschwil hat ein lebendiges Dorf- und Vereinsleben und eine gute Schule.

Sehen Sie sich als Gemeindepräsident auch mit Anfeindungen konfrontiert?

Dieses Amt birgt Konfliktpotenzial. Als Gemeindepräsident muss man kritikfähig sein.