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Kündigung für alle 17 Mitarbeitenden: Aus für das Café Schöntal in Wil

Das Café Schöntal in Wil soll umgebaut und gastronomisch neu ausgerichtet werden. 17 Mitarbeitende verlieren ihre Stelle.
Philipp Stutz
Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bilder: Philipp Stutz)

Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bilder: Philipp Stutz)

In wenigen Monaten ist Schluss. Dann wird das Café Schöntal an der Oberen Bahnhofstrasse in Wil nur noch Geschichte sein. Eine Hiobsbotschaft für die treuen Stammgäste. Mit diesem Schritt wird eine weitere Lücke an der ohnehin schon erodierenden Einkaufsmeile in Wil entstehen. Wie es mit den Lokalitäten im Centralhof weiter geht, ist zurzeit noch ungewiss. Die Rede ist von einem Umbau. Danach soll ein Restaurant mit neuer gastronomischer Ausrichtung und mediterranem Flair entstehen.

Zweigbetrieb des Uzwiler Cafés Stalder

«Unser Mietvertrag war bereits Ende 2018 ausgelaufen», sagt Peter Müller, Inhaber des Cafés Schöntal. Das Wiler Restaurant ist ein Zweigbetrieb des Cafés Stalder in Uzwil, wo er ebenfalls als Inhaber auftritt (siehe Text unten). «Wir konnten Synergien nutzen», sagt Müller. So wurden täglich frühmorgens Patisserie und Backwaren im Stammhaus produziert und nach Wil geliefert.

Zwei Unternehmen nutzten Synergien

Firmengeschichte  Die Café Schöntal GmbH in Wil ist eine Partnerfirma der Café Stalder AG in Uzwil. Die beiden Betriebe in Uzwil und Wil sind in der Region seit Jahren verankert. Beide Standorte verfügen über 100 Sitzplätze, bieten täglich über fünf Mittagsmenüs an und sind bekannt für den Sonntagsbrunch. «Wir sind bemüht, unsere Gäste mit dem eigenen Handwerk aus Konditorei und Küche zu verwöhnen», heisst es auf der Homepage: «Wir bürgen für Qualität und kümmern uns auch um den Nachwuchs in der Branche Konditor-Confiseur.» Im Jahr 2000 übernahm Werner Stalder (damaliger Inhaber der Café Stalder AG, Uzwil), das Café Schöntal in Wil. Seither ist es ein Zweigbetrieb, Synergien werden genutzt.

Im Jahr 2011 übergab Werner Stalder die Café Stalder AG seinem Nachfolger Peter Müller. Das Café Schöntal wurde weiterhin von Werner Stalder geführt, im Jahr 2014 folgte dann die Gründung einer GmbH. Auf das Jahr 2015 hin übernahm Peter Müller auch die Café Schöntal GmbH. Werner Stalder, der beide Betriebe aufgebaut und zusammen mit seiner Lebenspartnerin Esther Engeler mit Erfolg geführt hatte, ging in Pension.

«Das ‹Schöntal› war trotz hohem Mietzins rentabel», sagt Peter Müller.

«Das ‹Schöntal› war trotz hohem Mietzins rentabel», sagt Peter Müller.

Doch damit ist nun bald Schluss. Der Uzwiler Gastrounternehmer hätte das Café nach dem Umbau zwar gerne weiter geführt und versuchte, einen neuen Pachtvertrag auszuhandeln. «Zumal unser Konzept bisher von Erfolg gekrönt war.» Doch die Verhandlungen mit dem Eigentümer des «Schöntals» führten zu keiner Einigung. Er habe auch nach einem neuen Standort in der Äbtestadt gesucht, doch leider nichts Passendes gefunden, sagt Müller.

Blick von der Fussgängerzone Obere Bahnhofstrasse auf das Café Schöntal.

Blick von der Fussgängerzone Obere Bahnhofstrasse auf das Café Schöntal.

«Wir konnten durchschnittlich 80 Mittagessen täglich verkaufen», betont Müller, der die höhere Berufsprüfung als Konditor und Confiseur absolviert hat. Beim «Schöntal» handelt es sich um ein Tagesrestaurant. Das Konzept mit Kaffee und Kuchen sowie gutbürgerlicher Küche hat sich bewährt. Klassische Menus waren beliebt, Kalbsleberli mit Rösti beispielsweise ein «Renner». Die Gäste konnten täglich zwischen fünf und sechs Mittagsmenus auswählen. Beliebt waren auch die hausgemachten Glaces und Coupes.

Kündigungen unumgänglich

Das Beenden des Mietverhältnisses hat weitere negative Folgen. Haben doch sämtliche 17 Angestellten – Teilzeitbeschäftigte eingerechnet – die Kündigung erhalten. Das Team bildete eine Einheit. «Diese Massnahme war für mich deshalb äusserst unangenehm», sagt Müller, «nie hätte ich gedacht, meinem langjährigen Team auf diese Art und Weise kündigen zu müssen.» Der Inhaber hofft, dass alle Mitarbeitenden eine neue Stelle finden werden. Es besteht ein Sozialplan.

Auch das Café Stalder 
in Uzwil ist betroffen

Aber auch das Café Stalder in Uzwil wird von der Schliessung in Wil tangiert. Da künftig wegen des Wegfalls des «Schöntal» weniger produziert werden muss, ist dort mit einem Stellenabbau in der Backstube zu rechnen. «Die Kennzahlen in Uzwil sind rückläufig», sagt Müller. Es gelte daher, nach neuen Synergien zu suchen. «In der heutigen Zeit muss man expandieren und nicht redimensionieren.»

Besonders missfällt ihm, dass einem Jungunternehmer die Zukunft verbaut werde. Zumal das Café Schöntal trotz hohem Mietzins rentabel war. Man habe lange für den Beibehalt gekämpft und Ideen präsentiert – vergebens. Auch Branchenkollegen hätten die Betriebsaufgabe inzwischen bedauert. «Mit der Schliessung des Cafés Schöntal geht in Wil eine Perle verloren», ist Peter Müller überzeugt. Er möchte es an dieser Stelle nicht unterlassen, sich im Namen der Firma bei all den treuen Kunden sowie seinen Vorgängern Esther Engeler und Werner Stalder für deren grosse Vorarbeit zu bedanken.

Die Wiler Gastronomie befindet sich im Umbruch

In der Gastrobranche ist einiges in Bewegung. Schliessungen – auch vorübergehende – oder Wechsel sind die Regel. Es fällt nicht leicht, bei all diesen Veränderungen die Übersicht zu bewahren. Im Volksmund ist die Rede von einem «Beizensterben», das offensichtlich auch vor der Äbtestadt nicht haltmacht. Fachleute sprechen eher verharmlosend von einer «Veränderung der Restaurant-Landschaft». Nicht immer ist die Wirtschaftlichkeit der Grund für eine Schliessung. Dies zeigt sich exemplarisch am Beispiel des Cafés Schöntal.

Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bild: Philipp Stutz)Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bild: Philipp Stutz)
Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bild: Philipp Stutz)Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bild: Philipp Stutz)
Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bild: Philipp Stutz)Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bild: Philipp Stutz)
Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bild: Philipp Stutz)Das Café Schöntal hat viele Stammgäste. Für sie kommt die Schliessung des Lokals einer Hiobsbotschaft gleich. (Bild: Philipp Stutz)
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«Mit Schliessung geht eine Perle verloren»

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