Aus Fehltritt wird ein Fehlstart

WIL. Nach den ersten beiden Runden der neuen Challenge-League-Saison steht der FC Wil tor- und punktelos am Ende der Tabelle. Die 0:1-Heimniederlage gegen Lausanne hat gezeigt, dass die Offensive höheren Ansprüchen nicht genügt.

Simon Dudle
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Zurückgebunden: Auch Wils Nikola Bozic konnte gegen Lausanne die Wende nicht herbeiführen. (Bild: Urs Jaudas)

Zurückgebunden: Auch Wils Nikola Bozic konnte gegen Lausanne die Wende nicht herbeiführen. (Bild: Urs Jaudas)

Den Auftakt in die neue Saison hatte man sich beim FC Wil anders vorgestellt: null Punkte, null Tore. War das 0:4 beim Saisonauftakt in Winterthur ein Fehltritt, so ist jetzt von einem Fehlstart zu sprechen. Es werden Erinnerungen wach an die vorletzte Saison, als die Wiler nicht nur die ersten beiden Partien der neuen Meisterschaft verloren, sondern vier der ersten fünf Spiele. Am Ende der Saison klassierten sich die Äbtestädter trotzdem auf Platz vier.

Damals wie heute war in den ersten Runden die Offensive das Hauptproblem. Beim samstäglichen 0:1 im Heimspiel gegen Lausanne erarbeiteten sich die Äbtestädter die besten Gelegenheiten, solange es noch unentschieden stand. Da dies nur in der Startviertelstunde bis zum Treffer von Cristian Ianu der Fall war, verkam der Rest zur Tristesse im Dauerregen.

Offensive braucht Alternativen

Die Wiler waren zwar bemüht und hatten mehr Spielanteile, erzeugten aber kaum Gefahr. Das Spiel machte deutlich, dass die Offensivabteilung «noch Alternativen braucht», wie es Trainer Axel Thoma nach der Partie formulierte. Da Haris Tabakovic nach seiner Meniskusoperation noch mehrere Wochen ausfällt, besteht der Wiler Sturm derzeit aus dem gerade mal 18jährigen Rumänen Andrei Blejdea und Ivan Audino. Der Zürcher Oberländer war in der vergangenen Saison mit zwölf Toren zwar der beste Torschütze der Ostschweizer, kommt in dieser Saison aber noch nicht auf Touren – aus nachvollziehbaren Gründen. Nach Saisonschluss musste er sich einer Nasenoperation unterziehen und spielt seither mit einer hemmenden Maske.

Thoma, der Sportchef, ist also auf der Suche nach einem Stürmer. Die Herausforderung: In der aktuellen Situation kann er nicht ein Talent verpflichten, um es danach über Monate aufzubauen. Es muss ein fertiger Angreifer sein; ein Knipser, der die Äbtestädter sofort weiterbringt und auch noch ins Budget passt. Das internationale Transferfenster hat bis Ende August geöffnet. Schon mehrfach haben die Wiler im Spätsommer die lukrativsten Transfers abgewickelt, da gewisse Spieler dann den Glauben verlieren, in der Super League Unterschlupf zu finden.

Die Kritik des Captains

Keine einfache Situation ist die aktuelle für Wils Mittelfeldspieler Sandro Lombardi, der von der Mannschaft auf diese Saison hin zum Captain gewählt worden ist. Er wurde gegen Lausanne nach gut einer Stunde und einer diskreten Leistung ausgewechselt. Hinterher sagte der Frauenfelder zum Spiel: «Wir haben zu wenig schnell umgeschaltet. Es hat nichts zusammengepasst. Offensiv wie defensiv muss mehr kommen.» Wichtig ist aus seiner Sicht, dass man nun als Mannschaft zusammenhalte und nicht in Panik verfalle.

In der vorletzten Saison war es übrigens so, dass die Wiler nach zwei Startniederlagen im dritten Spiel erstmals siegten – als Aussenseiter bei der AC Bellinzona. Auch am nächsten Sonntag unternehmen die Wiler eine weite Reise, um als Aussenseiter beim ambitionierten Servette die ersten Punkte anzustreben.

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