Aus den Stars wird immer mehr eine Mannschaft

Mit dem 3:1-Erfolg des FC Wil in Wohlen hat er die Differenz zu Leader Lausanne auf vier Punkte reduziert. Die Steigerung in den vergangenen Spielen ist kein Zufall. Die Mannschaft wächst immer mehr zu einer Einheit zusammen und demonstriert das öffentlich. Diese Woche dürfte der neue Trainer präsentiert werden.

Simon Dudle
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Die Wiler Spieler schwören sich auf den FC Wohlen ein. (Bild: Gianluca Lombardi)

Die Wiler Spieler schwören sich auf den FC Wohlen ein. (Bild: Gianluca Lombardi)

WIL. Selbst die Wohler anerkannten, dass Wil in dieser Saison Aufstiegsaspirant Nummer eins sein dürfte. Hält die Entwicklung der vergangenen Wochen an, so sollte diese Vermutung zutreffend sein. Auf einen schwachen und sieglosen Monat September haben die ambitionierten Äbtestädter mit einem starken Oktober reagiert, in dem sie unbesiegt blieben und zehn von zwölf möglichen Punkten holten. Die Situation ist anders als noch im Juli und August, als sie zu Saisonbeginn zwar vier Spiele lang ohne Niederlage geblieben waren, leistungsmässig aber nicht hatten überzeugen können.

Die Mannschaft findet sich immer besser. In Wohlen versammelten sich die Spieler zehn Minuten vor dem Spiel auf dem Platz und schworen sich auf die Partie ein. Gleiches Bild nach Schlusspfiff, als die Equipe zuerst für sich feierte, bevor sie sich bei den mitgereisten Fans bedankte. Der Sieg wurde dem verletzten Stürmer Samir Fazli gewidmet. Man spürt: Die vielen guten Individualisten wachsen immer mehr zu einem homogenen Ensemble zusammen.

Überlegene Wiler

Auf dem Feld widerspiegelte sich dies in der Tatsache, dass sich die Ostschweizer nicht aus dem Tritt bringen liessen, als sie bereits nach 13 Sekunden in Rückstand gerieten und somit das schnellste Gegentor der laufenden Saison kassierten. Der 3:1-Sieg, zu dem André Santos, Mert Nobre und Erhan Yilmaz die Tore beisteuerten, war der verdiente Lohn für eine überlegene Darbietung. 17:7-Schüsse und fast 60 Prozent Ballbesitz wurden den Ostschweizern zugeschrieben.

Vor der Trainerwahl

Mit dem ersten Sieg in Wohlen seit 2009 wurde nicht nur Platz zwei in der Tabelle gefestigt, sondern der Rückstand auf Leader Lausanne reduziert. Dieser kam gestern im Derby gegen Le Mont nicht über ein 1:1 hinaus und hat noch vier Zähler Vorsprung auf Wil. Das Ziel der Äbtestädter muss sein, dass die letzte Partie des Jahres zu einem echten Spitzenspiel wird. Am Nikolaustag gastieren sie bei Lausanne, wo sie aber in der Vereinsgeschichte noch nie gewonnen haben.

Schon deutlich früher – womöglich morgen Dienstag – könnte der neue Trainer präsentiert werden. Laut Vizepräsident Roger Bigger ist aus einer grossen Auswahl eine Shortlist entstanden. Man befinde sich in der Endphase der Evaluation. Gerüchteweise war zu vernehmen, dass die Wiler Interesse am englischen Servette-Trainer Kevin Cooper bekundet hatten, man sich aber nicht einig geworden sei. Bigger mochte sich dazu nicht äussern. Und falls es auch diese Woche noch nicht klappt mit dem neuen Übungsleiter, dann stünde Interimstrainer Philipp Dux am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Le Mont ein drittes Mal bereit.