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Aus dem Modegeschäft in die Heimleitung

Urs Weber war mehr als 20 Jahre lang Geschäftsführer der Mode-Weber-Filiale in Wil. Seinem alten Beruf kehrt er nun den Rücken: Der Gemeinderat Zuzwil hat ihn zum Heimleiter des Wohn- und Pflegeheims Lindenbaum gewählt. Das wirft Fragen auf.
Lara Wüest
Das Wohn- und Pflegeheim Lindenbaum zwischen Zuzwil und Züberwangen bietet seit dem Umbau und der Erweiterung 46 betagten Personen ein Zuhause. Bild: Lara Wüest

Das Wohn- und Pflegeheim Lindenbaum zwischen Zuzwil und Züberwangen bietet seit dem Umbau und der Erweiterung 46 betagten Personen ein Zuhause. Bild: Lara Wüest

Urs Weber, künftiger Heimleiter im «Lindenbaum» in Zuzwil. Bild: PD

Urs Weber, künftiger Heimleiter im «Lindenbaum» in Zuzwil. Bild: PD

Mit Mode kennt er sich aus: Urs Weber führte über 20 Jahre lang die Mode-Weber-Geschäftsstelle in Wil. Seine Vorfahren gründeten das traditionsreiche St. Galler Modeunternehmen vor beinahe 100 Jahren. Doch das ist Geschichte: Urs Weber und sein Bruder Florian Weber verkauften ihre Firmenanteile an die Familie Erich und Inge Weber. Für Urs Weber beginnt nun ein neues Kapitel in seiner beruflichen Laufbahn: Ab kommendem März wird er Heimleiter des Wohn- und Pflegeheims Lindenbaum in Weieren in der Gemeinde Zuzwil.

Erfahrung im Leiten einer sozialen Institution oder eine Ausbildung dafür besitzt er nicht. «Ich habe Defizite», sagt der 52-Jährige. Beworben habe er sich auf die Stelle, weil er darauf «angesprochen wurde».

53 Mitbewerber ausgestochen

Das Pflegeheim Lindenbaum gehört der Gemeinde Zuzwil, ist also eine öffentlich-rechtliche Institution. Der bisherige Heimleiter geht auf Ende Februar 2019 in Pension, die Gemeinde hatte die Stelle deshalb im Sommer ausgeschrieben. Das Interesse war gross, 53 Frauen und Männer sendeten ihr Bewerbungsdossier ein. Dem Gemeinderat gefiel dasjenige von Urs Weber am besten. Er lud ihn zu einem Gespräch ein. Auch dabei überzeugte der Zuzwiler aus der Modebranche, der Gemeinderat wählte ihn zum neuen Heimleiter. «Er ist eine Persönlichkeit», sagt Roland Hardegger, Gemeindepräsident von Zuzwil und Präsident der Heimkommission des Wohn- und Pflegeheims Lindenbaum.

Auf die Frage, ob von den 53 Bewerberinnen und Bewerbern niemand einen beruflichen Hintergrund in sozialer Arbeit oder Gerontologie vorweisen konnte, antwortet Hardegger: «Selbstverständlich gab es auch Bewerbungen mit einem sozialen Hintergrund. Urs Weber erfüllte den gestellten Anforderungskatalog am besten.»

«Bürger in Zuzwil sind beunruhigt»

Urs Weber wird in seiner Anfangszeit als Heimleiter den Lehrgang Gerontologie des Verbandes Heime und Institutionen Schweiz, Curaviva, besuchen. Dabei stellt sich die Frage, wer die Kosten für diese Ausbildung übernimmt. Weber sagt, er bezahle diese selber. Roland Hardegger will die Frage nicht kommentieren.

Die Wahl von Urs Weber erstaunt. Walter Kerschbaumer, Präsident der SVP Zuzwil, sagt, er habe von der Wahl erst erfahren, als diese bereits vorbei war. «Es hätte die SVP schon interessiert, wer sich sonst noch auf die Stelle beworben hat. So ganz durchschaubar ist die Auswahl der Behörden nicht.» Mehrere Bürger von Zuzwil seien irritiert.

Thomas Münzer, Chefarzt des Kompetenzzentrums Gesundheit und Alter in St. Gallen, sagt: «Bei unserer Institution stellen wir wenn immer möglich Leute mit gerontologischem Hintergrund ein. Das ist wünschenswert.»

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