Flawiler Rotarier wollen im Rehwald Hütte für die Öffentlichkeit erbauen

Der Rotary Club Flawil setzt sich für internationale, nationale und regionale Projekte ein. Aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums soll nun eine Holzhütte im Rehwald in Flawil erbaut werden. Noch liegt die Bewilligung nicht vor.

Angelina Donati
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Rotarier vereint: Walter Egloff (Rotary Club Flawil) mit Kolleginnen und Kollegen aus Chincha in Peru beim Aufrichtefest des Waisenhauses. Mit dabei auch Olinda Chavez (rechts), die Direktorin des Paul Harris Waisenhauses. Noch diesen Herbst soll das Heim bezugsbereit sein. (Bild: PD)

Rotarier vereint: Walter Egloff (Rotary Club Flawil) mit Kolleginnen und Kollegen aus Chincha in Peru beim Aufrichtefest des Waisenhauses. Mit dabei auch Olinda Chavez (rechts), die Direktorin des Paul Harris Waisenhauses. Noch diesen Herbst soll das Heim bezugsbereit sein. (Bild: PD)

Wer denkt, dass sich die Mitglieder des Rotary Clubs Flawil jeweils einmal pro Jahr zur Hauptversammlung treffen, der irrt. Jeden Freitagmittag gilt ein Lunch mit einem Referat als gesetzt. Natürlich ist die Teilnahme freiwillig, wenn aber auch wünschenswert. Auch die Orte sind definiert: So finden die Mittagstreffen von April bis September im «Ochsen» in Niederuzwil statt und von September bis März im «Rössli» in Flawil. Wenn auch immer möglich nimmt Martin Hubatka diese Termine wahr. Der Flawiler, der seit kurzem das jährlich rotierende Amt des Präsidenten innehat, schätzt die Begegnungen mit den anderen Mitgliedern sehr. Nach all den Jahren seien wertvolle Freundschaften entstanden. Und: «Zusammen können wir etwas bewirken.»

Dieses Jahr drehe sich alles um das Motto «Tradition ist unsere Stärke, Innovation unsere Aufgabe». Ohnehin sei 2018 ein besonderes Jahr für den Rotary Club Flawil: Der Verein blickt auf sein 50-jähriges Bestehen und feiert dies morgen Samstag mit einer internen Veranstaltung. Um aber auch die Bevölkerung aktiv miteinzubeziehen, wollen die Mitglieder aus Anlass des Jubiläums ein Projekt speziell für die Flawiler auf die Beine stellen.

Eine Hütte fürs gemütliche Zusammensein

Der Rehwald in Flawil sei allseits bekannt, um dem Alltag zu entfliehen und sich in der Natur zu entspannen. Ein schönes Plätzchen zum Verweilen etwa befinde sich bei der Finnenbahn. «Dort möchten wir nun eine kleine Holzhütte erstellen und die bereits bestehende Feuerstelle aufwerten», sagt Hubatka.

Mit vereinten Kräften wollen die Rotary-Mitglieder die Arbeiten in erster Linie selber in die Hand nehmen, scheuen sich aber auch nicht vor fachmännischer Hilfe. «Die Hütte soll als Unterstand dienen und Sitzgelegenheiten bieten», erläutert der Präsident und fügt hinzu: «Sie soll allen zur Verfügung stehen und eine Atmosphäre des gemütlichen Zusammensitzens schaffen.»

Obwohl es sich dabei um eine einfache Konstruktion handle, musste eine Baueingabe beim Kanton gemacht werden. Die Gemeinde Flawil begrüsst das Projekt. Dennoch liegt nun alles am Entscheid des Kantons. «Eine gewisse Unsicherheit schwingt mit. Wir sind aber guter Dinge, dass das Projekt bewilligt wird», sagt Martin Hubatka. Wenn alles nach Plan verläuft, soll die Hütte im kommenden Sommer unter Einbezug der Öffentlichkeit eingeweiht werden.

Bereit sein, einen guten Dienst zu erbringen

Ob international, national oder regional – pro Jahr stemmt der Rotary Club Flawil rund 20000 Franken für Projekte. Diese kommen der Gemeinschaft zugute und es wird damit insbesondere auch bedürftigen Personen unter die Arme gegriffen. So etwa engagieren sich die Mitglieder für Rokj Fürstenland-Toggenburg, Obvita in St. Gallen, der Friedegg-Treff in Gossau, das Frauenhaus in St. Gallen bis hin zu einem Waisenhausprojekt in Peru, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Stark gefördert werde zudem der internationale Jugend-Austausch.

Der Gründungsgedanke, einen gemeinnützigen Dienst zu erbringen, ist demnach in all den Jahren stets erhalten geblieben. «Ausserdem sind drei der Gründungsmitglieder unseres Clubs noch immer aktiv dabei», sagt Hubatka.

Martin Hubatka, Präsident Rotary Club Flawil. (Bild: Angelina Donati)

Martin Hubatka, Präsident Rotary Club Flawil. (Bild: Angelina Donati)

Er selber gehört dem Flawiler Verein seit rund 13 Jahren an. Den Leitgedanken des Rotary Clubs hat ihn für den Beitritt motiviert, wie der Rechtsanwalt und Pensionskassenexperte sagt. «Es ist die selbstlose Dienstleistungsbereitschaft im täglichen Leben, die ich mittragen möchte.» Und auch die ethischen Grundsätze Rotarys würden ihm entsprechen, wie auch die Verantwortung, die er gerne wahrnehme. Nicht zuletzt sei es gerade die Freundschaft mit den anderen Mitgliedern, die er gerne pflegt. «Für mich ist es eine wunderbare Erfahrung.»

Verschiedene Berufsgattungen

Die Zeiten, in denen die Einsatzbereitschaft nicht mehr so hoch gewichtet wird, geht auch am Rotary Club Flawil nicht spurlos vorbei. «Es gilt jeweils über zehn Vorstands- und Dienstämter zu besetzen», sagt der Präsident. Wichtig ist dem Club, dass verschiedene Berufsgattungen vertreten sind. Nahezu alle Mitglieder weisen ausserdem eine Führungsposition aus. Das aber habe sich im Laufe der Clubgeschichte etwas gelockert, wie Hubatka sagt. Seit 2003 hätten auch Frauen erfolgreich ihren Platz im Club behaupten können.
Durch das Ableben älterer Mitglieder oder solcher, die wegziehen, komme es hin und wieder zu Austritten.

Glücklicherweise liessen sich aber neue Mitglieder finden. Und dies trotz der zahlreichen Rotary Clubs und ähnlicher Organisationen, die rund um Uzwil, Flawil und Gossau etabliert sind. Natürlich aber sei dies nur möglich, indem aktiv auf die Leute zugegangen werde. Aktuell sind es 54 Mitglieder, davon 9 Frauen, die Zahl bewege sich stets zwischen 50 und 60. Gegründet haben den Verein 23 Männer.


Projekte, wie die geplante Holzhütte im Rehwald für die Flawiler, würden eine gute Gelegenheit bieten, auf den Verein aufmerksam zu machen und das Verständnis zu fördern, wie der Präsident sagt. «Genauso wichtig wie die Unterstützung in armen Ländern ist auch, vor Ort präsent zu sein und Gutes zu tun.» Etwas, das der Gemeinschaft diene.

Was ist Rotary?

Rotary wurde 1905 gegründet und bildet eine Weltgemeinschaft von Berufsleuten. Der Wahlspruch lautet: «Service Above Self», zu deutsch «selbstloses Dienen». Das Ziel besteht darin, das Ideal des Dienens als Grundlage des Geschäfts- und Berufslebens zu fördern, indem Mitglieder freundschaftliche Beziehungen entwickeln, um sich anderen nützlich zu erweisen. Zudem sollen Völkerverständigung und Frieden durch eine vereinte Weltgemeinschaft aus beruflich erfolgreichen Frauen und Männern gefördert werden. In der Schweiz und Liechtenstein sind rund 13200 Rotarier in insgesamt 221 Clubs und in 3 Distrikten organisiert. Weltweit gibt es 1,2 Millionen Rotarier. (pd)