Auktion mit weltweitem Aufsehen

Heute Dienstag startet im Wiler Auktionshaus Rapp die weltweit bedeutendste Briefmarkenauktion des Jahres. Briefmarken und Münzen im Wert von geschätzten 13 Millionen Franken kommen bis zum 4. Juni unter den Hammer.

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wil. Bereits der heutige erste Auktionstag anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums der Peter Rapp AG soll für die Welt der Philatelie ein historisches «Jahrhundertereignis» werden, wie das Auktionshaus in einer Medienmitteilung schreibt. Denn zu ersteigern gibt es die Briefmarkensammlung «Ticino» aus der Zeit zwischen 1843 und 1854. «Sie gilt als eine der wertvollsten und legendärsten Briefmarkensammlungen der Schweizer Geschichte», so das Auktionshaus. Ausserdem galt sie als verschollen.

Nebst dieser Sammlung werden Briefmarken und Münzen für geschätzte 13 Millionen Schweizer Franken versteigert. Zu den Prunkstücken zählt laut Auktionator Peter Rapp auch «ein phantastisch schöner Brief» mit drei sogenannten «Neuenburg»-Marken aus dem Jahr 1852, der von Genf in den Kanton Freiburg befördert wurde. Er allein soll über eine Viertelmillion Franken erzielen – letztmals wurde der Brief 1956 in New York versteigert.

Die Sammlung enthält zudem mehrere spektakuläre Briefe der Schweizer Postgeschichte, die mit einer Schätzung von jeweils über 150 000 Franken zur Versteigerung gelangen. Dazu gehört auch ein vollständiger Brief mit einer 4-Cent-Marke «Waadt», der sehr selten ist, weil es nur vier registrierte Briefe dieser Art gibt, die so gut erhalten sind.

Aus aller Welt nach Wil

Briefmarkensammler, Numismatiker, Händler, Investoren und Anleger kämen aus mehr als zwei Dutzend Ländern persönlich zur weltweit bedeutendsten Briefmarkenauktion seit Jahrzehnten, um am spannungsgeladenen Geschehen teilzunehmen. Einige Tausend Bieter würden sich zudem schriftlich, telefonisch oder über das Internet an der Auktion beteiligen, heisst es weiter.

Das Interesse sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Briefmarke in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als interessante und sichere, langfristige Anlagealternative wieder entdeckt wurde. Und das künftige Potenzial für weitere Wertsteigerungen sei beachtlich. Schon heute würden weltweit jährlich mehrere Milliarden Franken mit Briefmarken umgesetzt werden.

Allein in der Schweiz, einem traditionell besonders bevorzugten Standort, seien es über 100 Millionen Franken.

Viele wertvolle Sammlungen

Nebst der Sammlung Ticino kommen an der Briefmarkenauktion in Wil weitere Sammlungen und Einzelstücke unter den Hammer. Die Weinsee-Sammlung enthält Raritäten aus vielen Ländern der Welt, und verschiedene General-Sammlungen decken ganze Zeitepochen oder Weltregionen ab.

Die Sammlung der Filmschauspielerin Beatrice Bachmann gälte als grösste und beste Astrosammlung; sie dreht sich rund um den Weltraum, und laut Peter Rapp haben offenbar sogar einige namhafte Raumfahrtorganisationen Interesse daran bekundet. Fehlen dürfen an der Auktion auch die klassischen Schweizer Kultmarken nicht: Bei der Versteigerung von mehreren «Basler Dybli» rechnet Auktionator Peter Rapp mit Preisen um die 100 000 Franken und mehr.

Preiskurven zeigen nach oben

Die Tendenzen sämtlicher Preiskurven würden steil nach oben zeigen. Davon profitierten insbesondere die sogenannten klassischen Briefmarken aus aller Welt von 1840 bis ca. 1880, teils auch bis 1900 und darüber hinaus. Nur wenige von ihnen hätten sich bis ins 21. Jahrhundert in einer Qualität erhalten, die zu Handel und Anlage tatsächlich geeignet sei.

«Die Seltenheit dieser frühen Ausgaben, teils auch ihre geradezu klassische Schönheit – wie bei dem berühmten und weltweit besonders begehrten <Basler Dybli> –, machen sie heute zu gesuchten Objekten für Investoren», teilt das Auktionshaus in seiner Mitteilung weiter mit. (pd./sme.)

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