Augarten-Knoten Uzwil
«Leider war meine Mühe vorerst vergebens»: Vorberatende Kommission gegen Unterführungslösung – SVP-Kantonsrat unzufrieden

Der Autobahnanschluss Uzwil mit den Knoten Augarten und Sonnental soll wegen der Verkehrsbelastung saniert werden. In der ersten Phase sind Massnahmen beim Knoten Augarten geplant. Die Vorberatende Kommission des Kantonsrats beantragt Eintreten auf den Kantonsratsbeschluss, der dafür einen Kreditbedarf von 7,9 Millionen Franken vorsieht.

Rossella Blattmann
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Der Augarten-Knoten in Uzwil soll sicherer werden.

Der Augarten-Knoten in Uzwil soll sicherer werden.

Bild: Marc C. Häusler

Der Augarten-Knoten ist das verkehrstechnische Sorgenkind der Region Uzwil. Doch nun geht es vorwärts. Die Vorberatende Kommission des St.Galler Kantonsrates (Voko) ist der Meinung, dass die Verkehrssituation beim Augarten-Knoten in Uzwil möglichst bald verbessert werden soll. Um Staus zu vermeiden und den Verkehr sicherer zu machen, soll die Augarten-Kreuzung mit weiteren Fahrspuren und Lichtsignalanlagen ergänzt und die bestehenden Abbiegespuren verlängert werden, schreibt die vorberatende Kommission in einer Medienmitteilung.

Die Voko habe sich ausführlich über die geplante Verkehrsführung informiert. Die Priorisierung des Busbetriebs über eine Meldeanlage werde begrüsst, weil damit der Anschluss an den Bahnbetrieb sichergestellt sei. Die Kommission diskutierte auch die Ausgestaltung und die Sicherheit der Geh- und Radwege am Knoten.

Unterführungsvariante wird abgelehnt

SVP-Kantonsrat Damian Gahlinger (Niederhelfenschwil)

SVP-Kantonsrat Damian Gahlinger (Niederhelfenschwil)

Bild: Benjamin Manser

Ein Aspekt lässt besonders aufhorchen. Die Vorberatende Kommission ist gegen eine Unterführungslösung beim Augarten-Knoten. Kommissionsmitglied und SVP-Kantonsrat Damian Gahlinger hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Unterführungslösung starkgemacht.

Gahlinger ist nicht erfreut. Er habe sich in der Vorberatenden Kommission vermehrt für die Unterführungslösung, sprich für deren Abklärung eingesetzt, sagt Gahlinger.

«Leider war meine Mühe vorerst vergebens.»

Gemäss Gahlinger ist eine Unterführung beim Augarten-Knoten die einzige Lösung, um die verschiedenen Verkehrsinteressen zu entflechten und eine optimale 24-Stunden-Lösung zu erhalten.

Kantonsrätin Jeannette Losa (Grüne/Mörschwil)

Kantonsrätin Jeannette Losa (Grüne/Mörschwil)

Bild: Nik Roth

Mehr Biodiversität im Naturschutzgebiet

Augarten ist nicht nur ein Verkehrsknoten, sondern auch ein Naturschutzgebiet mit zwei zusammenhängenden Weihern und der Glatt. Durch den Bau einer Strassenabwasserbehandlungsanlage (Saba) zwischen den Weihern und dem Fluss soll künftig kein verschmutztes Abwasser mehr in die Gewässer gelangen.

Das Naturschutzgebiet werde so aufgewertet, sagt die Mörschwiler Grünen-Kantonsrätin und Voko-Präsidentin Jeannette Losa. Das stark verschmutze Abwasser belaste die Weiher, sagt Losa. Künftig soll nur noch Regenwasser in die Gewässer gelangen. Was bedeutet das für Flora und Fauna? «Die Biodiversität wird grösser werden», sagt Losa. Und:

«Es wird viel mehr Leben im Weiher geben.»

Frösche, Fische sowie Wasserpflanzen könnten sich entfalten, so Losa.

Baubeginn frühestens 2023

Der Umbau Knoten Augarten soll gemäss der Communiqué der Voko priorisiert behandelt werden. Die Arbeiten am Knoten Augarten seien nach der Instandsetzung des Autobahnanschlusses Uzwil durch das Astra geplant. Der Baubeginn ist auf frühestens 2023 angesetzt. Die Kommission ist der Meinung, dass die Planungsphase genug lang dauerte und die Entlastung der Verkehrssituation möglichst bald erfolgen sollte.

Der Kantonsrat berät die Vorlage in der kommenden Aprilsession in erster Lesung und voraussichtlich in der Junisession 2021 in zweiter Lesung.