AUFWERTUNG: Auch diese Stufe verschwindet

Die Frauenfeld-Wil-Bahn investiert weiter in die Modernisierung. Nachdem fast alle Bahnübergänge saniert worden sind, wird nun im Münchwiler Ortszentrum die Sanierung des Bahnhofplatzes vorbereitet.

Simon Dudle
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Der Münchwiler Bahnhofplatz im Abendlicht: Der provisorische Tritt soll ersetzt werden, das Bahnhofshäuschen nicht. (Bild: Simon Dudle)

Der Münchwiler Bahnhofplatz im Abendlicht: Der provisorische Tritt soll ersetzt werden, das Bahnhofshäuschen nicht. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Der gesetzliche Auftrag ist klar formuliert: Bis Ende des Jahres 2023 müssen alle Bahnhöfe in der Schweiz behindertengerecht sein. Will heissen, dass eine Person im Rollstuhl ohne fremde Hilfe Bahnreisen unternehmen kann. Bei der Frauenfeld-Wil-Bahn hat man sich zum Ziel gesetzt, dies bereits bis Ende des Jahres 2020 ausgeführt zu haben. Züge mit Niederflur-Einstieg sind seit 2013 im Einsatz. In Wil, Münchwilen Pflegeheim, Wängi, Wiesengrund, Matzingen, Weberei Matzingen und Frauenfeld Hauptbahnhof sind die Bahnhöfe bereits ausgebaut und die Perrons erhöht worden. Derzeit laufen die Planungen, um auch die Bahnhöfe Münchwilen, Rosental, Jakobstal, Lüdem und Frauenfeld Marktplatz nachzurüsten.

Am Montagabend wurden die Bewohner Münchwilens über die bevorstehenden Umbauarbeiten in ihrem Dorfzentrum informiert. Beim «Hauptbahnhof» wird eine Kante errichtet, die 35 Zentimeter höher liegt als das Gleis. Da eine Rampe erbaut wird, ist barrierenfreies Einsteigen möglich. Zudem wird es, wie von anderen Bahnhöfen der Frauenfeld-Wil-Bahn bereits bekannt, ein Fahrgast-Informationssystem geben, welches die Reisenden zum Beispiel über Verspätungen informiert. Um auch für Blinde das Reisen zu erleichtern, kann jener Automat auf Knopfdruck sprechen. Ferner wird die Beleuchtung optimiert. Am Bahnhofsgebäude selbst sind keine Anpassungen geplant. Kostenpunkt für die Sanierung: 250000 Franken, finanziert durch den Bund.

Tramgleis soll Vibrationen aufnehmen

Im gleichen Aufwisch werden im Dorfzentrum auf einer Länge von 250 Metern die Schienen ersetzt. Sie haben die Lebensdauer von rund 40 Jahren erreicht. Dies erfolgt auf dem Abschnitt vom Übergang der Sirnacherstrasse bis zum Kreisel Q20, wo der Autobahnzubringer in die Wiler­strasse mündet. Dabei wird ein Tramgleis verlegt, wie schon in den Städten Frauenfeld und St. Gallen. Basis ist ein neues System, welches die Vibrationen des Zuges besser aufnimmt. Wie schon jetzt wird auch künftig ein Teerbelag die oberste Schicht bilden. Kostenpunkt: 2500 Franken pro Meter Gleis, also insgesamt 625000 Franken, wiederum finanziert durch den Bund.

Die Arbeiten sollen während der Sommerferien 2019 erfolgen und rund zwei Wochen dauern. Für diesen Herbst ist die öffentlichen Planauflage in Aussicht gestellt, wo auch Einsprachen möglich sind. Während des Umbaus werden Ersatzbusse verkehren. Ob «nur» von Wil bis Münchwilen Pflegeheim oder durchgehend bis Frauenfeld, steht noch nicht fest und hängt davon ab, ob zeitgleich noch andere Bahnhöfe der Frauenfeld-Wil-Bahn saniert werden. Vom Umbau sind auch die Autofahrer betroffen, weil die Ortsdurchfahrt Münchwilen nur in Richtung Frauenfeld möglich sein wird. Da der Verkehr einer Hauptstrasse über eine andere Hauptstrasse umgeleitet werden muss, wird der Weg über Sirnach und Gloten führen.