Auftrieb für die Wirtschaft in der Region durch das Gebiet Lerchenfeld in Bütschwil

Nach mehreren Rückschlägen geht es mit dem Gebiet Lerchenfeld in Bütschwil nun voran: Es soll ein Wirtschaftsschwerpunkt werden.

Vera Minder
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Entwicklung im Gebiet Lerchenfeld: Rechts der Langenrainstrasse ist derzeit ein industrieller Neubau geplant.

Entwicklung im Gebiet Lerchenfeld: Rechts der Langenrainstrasse ist derzeit ein industrieller Neubau geplant.

Hans Suter

Das Gebiet Lerchenfeld soll ein wirtschaftliches Schwerpunktgebiet werden. Dass die Micarna ihre Pläne für einen Ostschweizer Verarbeitungsbetrieb für Geflügelfleisch im Oktober aus heiterem Himmel zurückzog, bedeutete zwar einen Rückschlag, zerstörte aber nicht die Vision. Die Bütschwil Käse AG mit ihrem Käsereireifungslager liess sich bereits im Mai 2018 auf dem Gelände nieder. Und weitere Unternehmer, die im «Lerchenfeld» neu ansiedeln wollen, wurden bereits gefunden. So soll die lokale Metallraum AG bestenfalls im Frühling mit dem Bau beginnen können.

Erschliessungsarbeiten werden vorangetrieben

Bereits 2014 wurden die Kredite für die Sanierung und den Ausbau der Langenrainstrasse, die Bachoffenlegung und den Ersatz der Schmutzwasserkanalisation von den Bewohnern bewilligt. Durch die Pläne der Micarna und eine Einsprache zur Bachöffnung wurden diese Projekte verzögert. Die wichtigsten dieser Erschliessungsarbeiten wie der Elektrizitäts- und Wassererschliessung haben Priorität. Mit den Projekten soll wenn möglich im Sommer begonnen werden.

Karl Brändle, Gemeindepräsident  Bütschwil-Ganterschwil

Karl Brändle, Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil

«Die Erschliessungsprojekte und das Bachöffnungsprojekt liegen zur Genehmigung beim Kanton», so Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil.

Auf die Kritik an der problematischen Verkehrssituation wird gehört: Ein Ingenieurbüro wurde beauftragt, für den Verkehrsknoten Lerchenfeld ein Gutachten zu erstellen. Im Frühling werden erste Resultate erwartet.

Ein nicht zunehmend gefährlicher Kreuzungsbereich: Die Einmündung der Langenrainstrasse (links) in die Kantonsstrasse.

Ein nicht zunehmend gefährlicher Kreuzungsbereich: Die Einmündung der Langenrainstrasse (links) in die Kantonsstrasse.

Hans Suter

Haupteigentümer des «Lerchenfeldes» ist jedoch nicht die Gemeinde, sondern die Wattwiler Grob Kies AG. Entsprechende Anfragen werden von der Gemeinde an den Hauptbesitzer weitergeleitet, erklärt Brändle.

Flexible Zielgruppe

«Die Standortbedingungen sind in jeder Hinsicht ideal», schreibt Brändle im Mitteilungsblatt der Gemeinde. Dementsprechen sei auch ein grosses Interesse seitens der Unternehmen vorhanden. Das Gebiet liegt unmittelbar zwischen der Langenrainstrasse und der Wilerstrasse und ist damit gut ans Verkehrsnetz angeschlossen. Die Umgebung ist dünn besiedelt. «So wird es weniger Einsprachen zu Baugesuchen geben.» Interessiert seien sie vor allem an wertschöpfungsattraktiven Unternehmen, sagt Brändle. Vorzugsweise aus den Sektoren Produktion und Dienstleistung.

Wirtschaftsantrieb für die ganze Region

Das «Lerchenfeld» ist als in sich abgeschlossener Wirtschaftsschwerpunkt gedacht und wird dementsprechend vom Kanton gefördert. 

«Ein solches Industriegebiet ist wichtig für unsere Gemeinde und unsere Region»

Eine wirtschaftliche Belebung des Toggenburgs sei vonnöten. «Es wird auch eine positive Auswirkung auf die Bevölkerungsentwicklung in der ganzen Region haben.» Es sei jedoch nicht das Ziel, das Gebiet sofort mit Unternehmen zu füllen. «Wir setzen auf eine qualitative und nachhaltige Entwicklung.»

Kein direkter Draht

Die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil gehört nicht zum Perimeter der Regio Wil und dessen Agglomerationsprogramm mit dem Schwerpunktprojekt Wil West. Besteht dennoch ein Austausch zwischen den Verantwortlichen der Standortentwicklung Wil West und dem Gebiet Lerchenfeld der Politischen Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil? «Nein», heisst es sowohl in Wil als auch in Bütschwil. Es gebe keine direkten Berührungspunkte und daher auch keinen direkten Draht. Da man voneinander wisse, sei im Bedarfsfall aber schnell ein Kontakt hergestellt, heisst es freundnachbarlich. (hs)