Aufstieg ist für die «Bären» ein Wagnis

Der EC Wil ist fünf Jahre nach dem Abstieg wieder in der 1. Liga – und somit dort, wo er sich selber sieht. Der Aufstieg, der zum zweiten Mal in Serie nicht auf sportlichem Erfolg fusst, ist allerdings auf zwei Ebenen ein mutiger Entscheid und somit gleichbedeutend mit einem Wagnis.

Simon Dudle
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Der EC Wil ist fünf Jahre nach dem Abstieg wieder in der 1. Liga – und somit dort, wo er sich selber sieht. Der Aufstieg, der zum zweiten Mal in Serie nicht auf sportlichem Erfolg fusst, ist allerdings auf zwei Ebenen ein mutiger Entscheid und somit gleichbedeutend mit einem Wagnis. Einerseits muss das Kader in kurzer Zeit neu zusammengestellt werden. Andererseits ist das Budget um bis zu 150 000 Franken zu erhöhen, was einem Anstieg um 50 Prozent entspricht. Es wird sich in den nächsten Monaten zeigen, ob man in der Region gewillt ist, den EC Wil als Erstligisten zu tragen. Es darf nicht mehr vorkommen, dass die «Bären» wie in der vergangenen Saison vor 88 Zuschauern gegen Mannschaften wie Club da Hockey Engiadina spielen.

Grundsätzlich verdient die Entscheidung, das Experiment «Aufstieg» zu wagen, Anerkennung. Denn die Region verdient mindestens einen Verein mit sportlicher Ausstrahlung. Am besten wäre, wenn auch der EHC Uzwil in die 1. Liga zurückkehren würde, womit es wieder zu brisanten 1.-Liga-Derbies käme. Denn das Hauptproblem im regionalen Eishockey ist und bleibt der knapp gezählte Nachwuchs. Und Nachwuchs rekrutiert man am besten mit Aushängeschildern in den Fanionteams. Diese sind eher in der 1. Liga als in der 2. Liga zu finden. Das nächste Jahr wird somit nicht nur für die Wiler, sondern für den Eishockeysport in der Region ein wegweisendes. Scheitert das EC-Wil-Experiment, so ist zu befürchten, dass es das für geraume Zeit war mit der 1. Liga – zumindest in Wil.

simon.dudle@wilerzeitung.ch

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