Aufruf zeigt Wirkung

Der SC Bronschhofen ist nicht der einzige Verein, der ein Schiedsrichterproblem hat. An seiner Hauptversammlung konnte er jedoch zwei Interessenten finden, die Spielleiter werden wollen.

Urs Nobel
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Das Schiedsrichterproblem beschäftigt viele Vereine. Der SC Bronschhofen hat seines mindestens für die nächste Zeit gelöst. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Das Schiedsrichterproblem beschäftigt viele Vereine. Der SC Bronschhofen hat seines mindestens für die nächste Zeit gelöst. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

Roman Melliger machte in der Einladung zur Hauptversammlung darauf aufmerksam, dass für den SC Bronschhofen die Gefahr bestehe, dass er wegen Schiedsrichtermangels Mannschaften zurückziehen müsse. Dieses Thema solle an der HV ernsthaft diskutiert werden und dabei eine Lösung gefunden werden. «Es sieht nicht rosig aus. Die Schiedsrichter-Situation verschärft sich zusehends», orientierte Melliger seine Mitglieder und er erklärte: «Es ist möglich, dass zwei von unseren drei Schiedsrichtern unter Umständen aus verschiedenen Gründen die Anzahl Pflichtspiele nicht erreichen werden, was drastische Auswirkungen für den Verein hätte. In diesem Fall könnten wir ab Frühjahr 18 nur noch zwei Aktivmannschaften melden.» Melliger forderte insbesondere auch die dritte- und die Seniorenmannschaft auf, mitzuhelfen, Lösungen zu suchen und zu finden. In erster Linie wären nämlich diese Teams von einem allfälligen Mannschaftsrückzug betroffen. In seinem Jahresbericht doppelte der Spikochef nach: «Über uns hängt schon seit einiger Zeit ein Damoklesschwert. Kaum jemand will davon Kenntnis nehmen, weil es bisher schon immer irgendwie gegangen ist. Das ‹Irgendwie› ist jetzt aber definitiv vorbei.»

Lange Zeit hatte der SC Bronschhofen keine Probleme mit der Bestückung der notwendigen Anzahl Schiedsrichter. Spielleiter wie etwas Hans Mettler oder Peter Heutschi leiteten über 20 Jahre Spiele für den Verein und waren auch aktiv in der Bestückung neuer Kollegen aus den eigenen Reihen. Die Jüngeren wollen aber nicht mehr «ewig» Schiedsrichter sein. So kam es immer häufiger zu Rotationen in der Rekrutierung, die jetzt offenbar stagniert.

Roman Melliger sagte noch vor der Hauptversammlung, dass man niemand zu diesem Amt verknurren wolle, nur damit man einen Schiedsrichter stellen kann. Deswegen organisierte er unter Mithilfe des ehemaligen Schiedsrichters Peter Heutschi einen Referenten für die Hauptversammlung, in der Hoffnung, spontan einen oder zwei Fussballer für die Schiedsrichterei zu gewinnen. In der Person von Georges Kunz wurde ein Referent gefunden, der es tatsächlich schaffte, zwei Personen zu motivieren, einen Kurs zu besuchen und nachher mit der Schiedsrichterei zu beginnen.

Die Entschädigung wird verdoppelt

Vor und nach dem Referat wurde teilweise emotional diskutiert. «Wenn diese jungen Burschen Schiedsrichter werden wollen und so dem Verein einen grossen Dienst erweisen, müssen sie mindestens zu Beginn der Laufbahn unterstützt werden», so ein Votum aus den Reihen der Mitglieder, das vom Vorstand aufgenommen wurde.

Heisse Diskussionen entspannen sich bezüglich der Entschädigung, den der Verein seinen Schiedsrichtern als Dankeschön überlassen will. Nach längeren Debatten einigte sich die Versammlung darauf, den jetzigen Betrag zu verdoppeln. Wie stark der monetäre Bereich die beiden baldigen Neu-Schiedsrichter in ihrem Entscheid beeinflusst haben, wissen nur die beiden selbst. Wichtig bleibt, dass der SC Bronschhofen diese «Blümchen» hegt und pflegt und auch, dass der Verband in Härtefällen etwas flexibler wird und vor allem, dass er den Nachwuchs nicht einfach so ins Wasser wirft.