Aufrüsten für den Grossanlass

Die Tour de Suisse macht im Sommer halt in Schwarzenbach. Die Vorbereitungen für das sportliche Grossereignis laufen auf Hochtouren. Auch die Route ist bekannt. Vor der Etappenankunft drehen die Radfahrer zwei Ehrenrunden.

Stefan Etter
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Stefan Frei, Jonschwiler Gemeindepräsident, zeigt in Schwarzenbach auf die Stelle neben dem Fussgängerstreifen in der Nähe der Raiffeisenbank, bei der die Etappenankunft in Schwarzenbach geplant ist. (Bild: Stefan Etter)

Stefan Frei, Jonschwiler Gemeindepräsident, zeigt in Schwarzenbach auf die Stelle neben dem Fussgängerstreifen in der Nähe der Raiffeisenbank, bei der die Etappenankunft in Schwarzenbach geplant ist. (Bild: Stefan Etter)

JONSCHWIL. Gesperrte Strassen, jede Menge Festzelte, Verpflegungsstände, Barwagen, Journalisten, Fotografen, internationale Aufmerksamkeit und die weltbesten Radfahrer, die mit 40 Stundenkilometern keuchend an den Schaulustigen vorbeiflitzen. Dieses Szenario erwartet Schwarzenbach am 16. Juni, wenn die Radrennfahrer der Tour de Suisse auf der Wilerstrasse die Ziellinie der vierten Etappe überqueren.

Dass die Gemeinde Jonschwil überhaupt dazu gekommen ist, eine Etappenankunft zu organisieren, ist unter anderem Stefan Frei, Jonschwiler Gemeindepräsident und Präsident des Organisationskomitees, zu verdanken. «Wir möchten alle paar Jahre einen grösseren Dorfanlass für die Bevölkerung machen.» Dieses Mal ist es die Tour de Suisse. «Solche Anlässe sind für alle Altersschichten interessant. Es läuft etwas und man trifft sich.»

25 Kilometer Zusatzschlaufe

Schwarzenbach steht so am 16. Juni – für zumindest kurze Zeit – im Fokus einer grossen Öffentlichkeit. Doch auch die Region wird ins Rampenlicht des Radsports gerückt, wenn die Rennfahrer auf der Strecke von Flims nach Schwarzenbach in die Pedale treten. Vor der Etappenankunft führt die Strecke auf eine 25 Kilometer lange Zusatzschlaufe von Bazenheid nach Kirchberg, Fischingen, Sirnach und über Rickenbach nach Schwarzenbach. «Nach zwei Durchfahrten in Schwarzenbach wird die Zielankunft erst beim dritten Mal sein», erklärt Frei.

Die genaue Streckenführung für die Zusatzschlaufe wurde mit der Tour-de-Suisse-Direktion beschlossen. Zudem wurde laut Frei das Schulhaus in Schwarzenbach als Medienzentrum ausgewählt und die Standorte für die TV-Übertragungswagen, die Verpflegungsstände und die Siegerehrung bestimmt. «Die ganze Signalisation in der Region ist schon im Detail geplant», sagt Frei. Ausserdem habe die Schule Schwarzenbach entschieden, den 16. Juni als Sporttag zu gestalten und bereits am Nachmittag ein Velorennen von der Thurbrücke bis zum Ziel zu machen. «Die Kleinsten werden die Schlussstrecke zu Fuss rennen.»

Entscheidender Anruf

Angefangen hat das Projekt laut Frei im vergangenen September. «Damals habe ich einen Anruf des Eigentümers der Saxobank – Sponsor des Radsportteams Tinkoff-Saxo – erhalten.» Dieser wohne seit einigen Jahren im Schloss Schwarzenbach und habe die Tour de Suisse schon länger vor die eigene Haustüre holen wollen. «Er teilte mir mit, dass es klappe, wenn wir uns innert einer Woche entscheiden könnten.» Da bereits vor dieser Anfrage einige pensionierte Gewerbetreibende signalisiert hätten, dass sie gerne einmal bei einem grösseren Anlass «in die Hosen steigen» würden, hat sich der Jonschwiler Gemeinderat «innert Kürze» für die Etappenankunft entschieden. «Unter der Bedingung, dass keine Steuergelder für den Anlass eingesetzt werden», sagt Frei.

Kontakte zu Sponsoren

Die Tour-de-Suisse-Direktion hat das Zielgelände an der Wilerstrasse in Schwarzenbach besichtigt, bevor Frei zusammen mit Paul Haag, Bauchef der Gemeinde Jonschwil, im Oktober in Zürich die Instruktionen für die Etappenorte erhielten. Bis Ende 2014 fanden zwei OK-Sitzungen sowie einzelne Ressortsitzungen statt. «Wir hatten einige Kontakte zu potenziellen Sponsoren.» Dies ist auch nötig, denn das OK möchte die Kosten zu vier Fünfteln mit Sponsorengeldern decken – der Rest soll durch Einnahmen aus Verpflegung und Getränken generiert werden.

Bis 5000 Besucher

Mit den Einnahmen werden laut Frei vor allem die Abgabe an die Tour-de-Suisse-Direktion berappt und die Aufbaukosten gedeckt. «Damit beginnen wir etwa vier Tage vor dem Anlass», sagt er. Für den Aufbau, für die Verkehrsregelung und für die Verpflegungsstände benötigt das OK die Hilfe des Zivilschutzes und die Unterstützung von 200 bis 300 Helfern. «Wir erwarten ein Volksfest», sagt Frei. «Die Wilerstrasse wird zur Festmeile. Bei schönem Wetter rechnen wir mit bis zu 5000 Besuchern.»