AUFLÖSUNG: Nach 22 Jahren ist Schluss

Es war ein Verein, der unauffällig vor sich hin arbeitete und trotzdem einiges für das Dorf und dessen Ansehen getan hat. Nun löst sich der Dorfverein Wallenwil mit seinen aktuell noch 70 Mitgliedern auf. Gründe dafür gibt es mehrere.

Christoph Heer
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Noch fünf Monate im Dienste des Wallenwiler Dorfvereins. Der Vorstand: Marcel Brühwiler, Maja Schwager, Urs Graber (Präsident), Susanne Stadler, Guido Strässle (von links). (Bild: Christoph Heer)

Noch fünf Monate im Dienste des Wallenwiler Dorfvereins. Der Vorstand: Marcel Brühwiler, Maja Schwager, Urs Graber (Präsident), Susanne Stadler, Guido Strässle (von links). (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

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1995 gründeten 30 Wallenwilerinnen und Wallenwiler den Dorfverein. Vor 22 Jahren also wurde ein Verein ins Leben gerufen, der sich in den vergangenen Jahren oft um das Wohl des Dorfes gekümmert hat. Auffallend, dass es in der ganzen Zeit nie einen Präsidentenwechsel gab, dafür war Urs Graber besorgt. Von Beginn an hielt er die Geschicke des Vereins in den Händen, war Ansprechperson und treue Seele in einem. Er blickt zurück auf intensive Jahre, die aber stets einen grossen Spassanteil mitgebracht haben.

Wo sich eine Tür schliesst, öffnet sich die nächste

«Am Anfang waren wir rund 30 Mitglieder und dann kamen jährlich etwa vier bis fünf neue dazu», sagt Urs Graber. Seit zehn Jahren stagniert aber die An­- zahl bei rund 70 Personen. Am 31. März leitete Graber seine zweitletzte Mitgliederversammlung, anwesend waren 20 Personen, 19 davon mit einem Stimmrecht. An dieser ausserordentlichen Versammlung wurde die Vereinsauflösung beschlossen, dementsprechend wird Urs Graber noch einmal dem Gremium vorstehen, nämlich an ­ der Auflösungsversammlung am 17. November. «Wo sich eine Türe schliesst, öffnet sich bekannterweise ja immer eine nächste. Natürlich blicken wir mit etwas Wehmut auf die vergangenen 22 Jahre zurück, aber eine Auf­lösung ist schon der richtige Schritt», sagt Urs Graber. Nebst der Auflösungsversammlung kommen die Mitglieder noch in den Genuss zweier Aktivitäten. Ende September wird man einen Ausflug ins Appenzellerland und am 10. November einen Jassabend durchführen. Beim Erstgenannten geht es auch darum, die noch vorhandenen finanziellen Mittel aufzubrauchen. Des Weiteren wird das noch vorhandene Kapital in verschiedene weitere Anliegen eingespeist. Urs Graber sagt, dass man einen Betrag für eine Metallkiste für Brennholz beim Freizeitplatz am Stutz sprechen wird. «Zudem sponsern wir ein neues Bänkli inklusive Abfallkübel beim Funkenplatz und jedes Mitglied soll an der Auflösungsversammlung mit einem Präsent überrascht werden.»

Neue Ideen waren Mangelware

Der Dorfverein zeigte sich stets aktiv. So verwaltete man das Festzelt, koordinierte die Aktivitäten der weiteren Wallenwiler Vereine und organisierte den Wahlstammtisch in Zusammenarbeit mit der Interpartei. «Aber auch Ausstellungen in der Mosti, die Bundesfeiern und die weitere Organisation von etlichen Dorffesten hielten uns auf Trab.» Einen Ausflug bleibt Urs Graber in bester Erinnerung, «Unser Vereinsausflug nach Oberriet zu den Kristallhöhlen war eine absolut tolle Sache.» Der Dorfverein hatte stets eine Vereinbarung mit der Politischen Gemeinde Eschlikon. So wurden unter anderem und auf Auftrag das Festzelt, eine Geschirrspülmaschine oder Flaggen beschafft und verwaltet. 21-mal konnte auch der überaus beliebte Dorfkalender kostenlos an die Wallenwiler Bevölkerung ab­gegeben werden. Informationsabende – wie etwa der gegen Einbrecher – Neuzuzügerapéros oder diverse weitere Kursabende rundeten das Schaffen ab. In Urs Graber stand einer an der Spitze, der sehr gut vernetzt ist. «Da ich zwölf Jahre in der Kultur- und sechs Jahre in der Umweltkommission tätig war, fungierte ich natürlich wie ein Bindeglied zwischen dem Dorfverein und der Gemeinde. Ein wichtiger Faktor war für mich, dass Wallenwil nicht nur als Eschliker Quartier in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird und das ist uns gut ­gelungen.» Viele Themen und Ideen wie etwa der Neuzuzüger­apéro wurden von der Gemeinde übernommen. Die Ziele wurden erreicht und neue Ideen waren Mangelware; darum wird der Dorfverein ab kommendem November Geschichte sein.