AUFBRUCHSTIMMUNG: «Wir sind nicht die Bösen»

Die SVP Uzwil will sich etablieren. Obwohl die Kommunalwahlen im vergangenen Herbst nicht nach Wunsch verliefen, will die Ortspartei die Gemeindepolitik mitgestalten und mitprägen.

Philipp Stutz
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Kantonalpräsident Walter Gartmann spricht zu seinen Parteikollegen in Uzwil. (Bild: Philipp Stutz)

Kantonalpräsident Walter Gartmann spricht zu seinen Parteikollegen in Uzwil. (Bild: Philipp Stutz)

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

Es sei beschämend, dass sich manche Bürger nicht als Mitglied oder Sympathisanten der SVP zu erkennen geben dürften, sagte Marco Baumann, Präsident der Uzwiler Ortspartei. Dies geschehe aus beruflichen und gesellschaftlichen Gründen. Werde doch die SVP gleich in die rechte Ecke gestellt.

Baumann forderte seine Parteikolleginnen und -kollegen an der Mitgliederversammlung zu mehr Mut auf: «Es ist unser verfassungsmässiges Recht, unsere eigene Meinung zu vertreten.» Heute sei das allerdings nicht mehr selbstverständlich. Das habe eine geplante Kundgebung in Bern gezeigt, die abgesagt werden musste. Die Gewaltbedrohung linker Chaoten sei zu gross und damit die Sicherheit nicht mehr gewährleistet gewesen. Es sei bedenklich, wie demokratisches Recht am Zerbröckeln sei. Er erhalte aber auch positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung, sagte Baumann. «Nicht überall werden wir als die Bösen betrachtet.»

Kandidaturen wurden ernstgenommen

An der Neugründung der SVP ­Uzwil vor einem Jahr bestand das Ziel darin, der Partei «wieder ein Gesicht zu geben», um 2020 auf die Erneuerungswahlen vorbereitet zu sein; thematisch und personell. Doch es kam anders. Im vergangenen Jahr standen Wahlen an. In sämtlichen Gremien – Gemeinderat, Schulrat und GPK – waren Rücktritte bekanntgegeben worden. Im Vorstand wurde trotz vorhandener Skepsis entschieden, sich als Neuling in der Uzwiler Parteienlandschaft der Herausforderung zu stellen. «Wir waren uns einig, dass wir eine Beteiligung an den Wahlen unseren Mitgliedern, Gönnern und Wählern schuldig sind», betonte Baumann. Mit ­Arlette Winter (Gemeinderat), Daniela Mäder (Schulrat) und Marco Baumann (GPK) konnte laut dem Präsidenten eine schlagkräftige Mannschaft ins Rennen geschickt werden. Dass man ­richtig entschieden habe, sei aus den Reaktionen ersichtlich ­geworden. Auf der einen Seite habe es Stimmen gegeben, die sich zufrieden zeigten, dass die Wahlen ein zusätzliches politisches Element aufweisen würden. Andererseits sei auch zu spüren gewesen, dass die übrigen Parteien die Kandidaturen der SVP ernstnahmen.

Erstmals einen Sitz in der Uzwiler Behörde erobert

«Auch wenn wir unsere leise geäusserten Ziele am Ende nicht erreichten, dürfen wir mit den Resultaten zufrieden sein», sagte Baumann. Sowohl Arlette Winter als auch Daniela Mäder hätten mit je 44 Prozent der Stimmen ein beachtliches Resultat erzielt, verfehlten aber die Wahl. Marco Baumann hingegen schaffte den Einzug in die GPK. Es ist dies in der Geschichte von Uzwil das erste Mal, dass ein Mitglied der SVP in ein Gremium der Gemeinde gewählt wurde.

Der Neustart der SVP in Uzwil sei dank einer schlagkräftigen Truppe gelungen, anerkannte Bruno Dudli, Präsident der Kreispartei. Zuversicht sei erkennbar, auch wenn die Wahlen noch nicht nach Wunsch verlaufen seien. Die vielen positiven Rückmeldungen aus der Basis gäben zusätzliche Motivation, mit grösserem Tatendrang den Erfolg der SVP in Uzwil nachträglich zu gestalten, fügte Baumann hinzu.