Auf zwei Parketten ins neue Jahr

Tanzend ins neue Jahr gleiten, das war am Silvester im Münchwiler Dance Inn und in der Bluesfabrik auf zwei Parketten simultan möglich.

Michael Hug
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Um Mitternacht klirrten in der Bluesfabrik und im danebengelegenen Dance Inn zahlreich die Champagnergläser. (Bild: Michael Hug)

Um Mitternacht klirrten in der Bluesfabrik und im danebengelegenen Dance Inn zahlreich die Champagnergläser. (Bild: Michael Hug)

MÜNCHWILEN. Urs Stäheli, der Chef der Bluesfabrik wie auch im gleich daneben gelegenen Dance Inn, schien überall zu sein. Hier half er, dort dirigierte er, da griff er ein und überall zeigte er sein distinguiertes Butler-Lächeln. Dabei weiss man: Der Tanzbegeisterte wäre am liebsten selbst auf dem Parkett, würde seine Freude und Neugier auf das neue Jahr am liebsten eigenfüssig ausdrücken. Doch den zahlreichen Gästen, Tanz- und Musikverrückten hüben wie drüben sollte alles geboten werden für einen unterhaltsamen Silvesterabend. Nichts sollte schiefgehen, und vor allem: Der nur alle 365 Tage stattfindende Moment des mitternächtlichen Gläserklirrens durfte selbstverständlich nicht verpasst werden. Und so – damit um zwölf auch wirklich alles Gläser gut gefüllt sein sollten – knallten die Korken der wohl mehr als 50 Champagnerflaschen eben etwas früher.

Das beste Blues-Trio der Schweiz

In der Bluesfabrik liess Programmchef Ruedi Laubacher das seiner Meinung nach «beste Blues-Trio der Schweiz» auftreten. «Don P & the Blue Jags» mussten, konnten oder durften den unterhaltsamen Teil des Abends eröffnen. «Don P», Gitarrist und Sänger, ist ein alter Hase im Geschäft, seit über 30 Jahren mischt er mit rockigem Texas-Blues die nationale Szene auf. Manch Gebotenes erschien dem Publikum sehr wohl bekannt: Klassiker von Stevie Ray Vaughan, Freddie King oder Robben Ford, aber auch Eigenkompositionen sind das Markenzeichen des Trios. Während «Don P» die Bluesfans so langsam zum Kochen brachte, guckten zur Türe immer wieder Gäste vom Nachbarsaal, elegant gekleidete Damen und Herren herein und wollten sehen, wie das beim Blues so abgeht.

Der letzte Abend des Jahres

Im Dance Inn war der Ablauf des letzten Fests des Jahres ein wenig anders. Das Dinner wurde auf den ganzen Abend aufgeteilt, dazwischen gab's Tanz- und Showblocks. Auf diesem Parkett aber kam die Musik vom DJ-Pult, Disco-Music, Schlager, Pop, Latin, Walzer – ganz im Sinne der Tanz-Habitués. Eher weniger beweglich zeigten sich daneben die Bluesfans. Bei «Hamp Goes Wild» fielen Augen und Ohren fast aus den Köpfen – aber Hinterteile blieben zumeist sitzen.

Pünktlich auf die Sekunde musste die Musik verstummen, wurden Gläser gehoben und klirren gelassen – da fand selbst Chef Urs Stäheli eine Minute Zeit, um mit den Gästen anzustossen.