Auf Streifzügen Motive entdecken

In der Galerie zur Alten Bank wurde die aktuelle Ausstellung von Regula Fischer aus Romanshorn eröffnet. Sie zeigt regelrechte Entdeckungsbilder sowie Steinarbeiten.

Carola Nadler
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Regula Fischer (Zweite von links) zeigt in der Galerie zur Alten Bank ihre Arbeiten. (Bild: can.)

Regula Fischer (Zweite von links) zeigt in der Galerie zur Alten Bank ihre Arbeiten. (Bild: can.)

NIEDERUZWIL. «Streifzüge» nennt Regula Fischer ihre Ausstellung, und zeigt damit, wie sie ihre Eindrücke verarbeitet, wenn sie durch die Natur streift, an Menschen vorbei, und vorübergehende Eindrücke erbeutet, wie es Laudatorin Silvia Pfister, Freundin und ebenfalls künstlerisch tätig, erläuterte. Regula Fischer hat regelrechte Entdeckungsbilder geschaffen, die in Collagenform raffiniert Elemente aus Magazinen und Zeitschriften beinhalten und durch ihre meist warmen Erdfarben einen angenehmen Blickfang darstellen.

Schneesegen und Börsenkurven

So beispielsweise «Gedränge», welches mit warmen Ocker- und Sepiatönen die Börsennachrichten überdeckt, dabei die gezackten Kurven aufgreift, weiterentwickelt und zu einer Verselbständigung führt. Der Schneesegen von «Frau Holle» dagegen generiert sich ebenfalls auch Buchstaben: eine kleingedruckte Namensliste purzelt aus ihrem Kissen.

Diesen abstrakten Bildern stehen reale Darstellungen von Menschen gegenüber, wie sie im kleinen Nebenraum zu sehen sind: ein Fussballer in Aktion, eine karibische Mutter mit ihrem Kind, ein Porträt. Welche Bedeutung diese Bilder, die wie abgemalte Fotografien wirken, auf dem Entwicklungsweg der Künstlerin haben, war durch die Laudatio nicht zu erfahren.

Diese beschäftigt sich ausschliesslich mit dem subjektiven Erleben Regula Fischers, welche als Lehrerin für textiles Werken und Gestalten sowie als Schulleitungssekretärin arbeitet.

Bedauern

Eine ganz eigene Note dagegen sprechen wieder die kleinen Bilder, welche im Eingangsbereich und ebenfalls im Nebenraum hängen wie «Marktleben»: Ihre abstrahierten Formen und grossflächige Farbgebung erinnern an August Mackes Tunisbilder und machen durch ihre harmonische Komposition dem Auge schlichtweg Freude.

Nebst zweidimensionalen Werken zeigt Regula Fischer auch Skulpturen. Marmor und Alabaster zeigen die Spuren ihrer versunkenen Arbeit, drücken vollkommene Konzentration aus, die sich oft über Wochen hinzieht. Die Präsentation der «Streifzug»-Entdeckungsbilder hinterlässt leider ein leises Bedauern: mit lediglich je zwei Metallstiften, die sich brachial durch das Passepartout-Papier bohren, sind die Bilder an die Wand gepinnt.

Unschöne Wellen und Schatten sind die Folge, wo sich das Bild vom Passepartout oder dem dagegen geklebten Hintergrundpapier gelöst hat, eine obere Ecke flattert bereits lose. Dies verleiht den Werken einen Eindruck von En-Passant, von geringer Wertschätzung, was diese absolut nicht verdient haben.

Die Ausstellung ist noch bis 21. Februar zu sehen. Öffnungszeiten: Freitag 18 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Die Ausstellerin ist jeweils am Samstagnachmittag in der Galerie anwesend.

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