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Auf Fledermaus-Suche: Ein Rundgang um den «Betti» in Oberuzwil

Wie präsentiert sich der Bettenauer Weiher nach seiner Aufwertung?
Kathrin Meier-Gross
An warmen Abenden können Wasserfledermäuse über dem Bettenauer Weiher beim Jagen beobachtet werden. Bild: PD

An warmen Abenden können Wasserfledermäuse über dem Bettenauer Weiher beim Jagen beobachtet werden. Bild: PD

«Pssst» – denn die Detektoren knatterten. «Vielleicht ein Abendsegler oder eine Zweifarbenfledermaus», mutmasste René Güttinger, kantonaler Fledermaus-Beauftragter St.Gallen und Appenzell. «Aber keine Wasserfledermaus.» Die wendige Jägerin war ein Grund, dass die Projektleitung des regionalen Fledermausschutzprojekts die freiwilligen Mitarbeitenden zur jährlichen Exkursion an den Bettenauer Weiher eingeladen hatte.

Den «Betti» erhalten

Beim «Betti» und dem angrenzenden Schorenriet, einem Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, sind Aufwertungsarbeiten durchgeführt worden. Dazu gehört auch ein Projekt zur Förderung von Baumhöhlen bewohnenden Fledermäusen. Mitglieder des Natur-und Vogelschutzvereins Uzwil haben im Frühling dreissig Holzbetonhöhlen aufgehängt. Noch sind sie erst von Insekten besiedelt. Die Natur hat ihren eigenen Rhythmus.

Wie schnell die ausgeforsteten Stellen wieder bewachsen sind, zeigte sich beim nachmittäglichen Rundgang. Dabei erzählte NVU-Präsident Jürg Kolb über die Entstehung des ursprünglichen Moorweihers, der 1464 erstmals urkundlich erwähnt worden war. 2018 hat die Gemeinde Oberuzwil den Bettenauer Weiher übernommen, damit das beliebte Naherholungsgebiet für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

An einigen der ausgelichteten Stellen rund um den Weiher sind neue Kiesplätze mit Sitzbänken geschaffen worden, die einen Blick auf das Wasser und die Vögel erlauben. «Wir müssen die Natur erlebbar machen», betonte Kolb.

«Der ‹Betti› und sein Umland sind ein spannender Lebensraum und auch mit Rollstuhl befahrbar. Die Fledermauskästen erlauben zudem einem Schaufenster gleich den Blick in die Fledermauswelt», fügte Güttinger hinzu. Denn Zweck dieses Fledermausprojekts sei auch, der Bevölkerung die Fledertiere näher zu bringen. Gewisse Vorurteile würden sich seit Jahrhunderten halten. Darum sei festgehalten: Fledermäuse verheddern sich nicht in menschlichen Haaren. Er zeigte sich überzeugt, dass solche Projekte mithelfen könnten, die Akzeptanz für die Fledermäuse zu verbessern.

Bei der kleinen Kanzel im nordwestlichen Teil des Weihers sind jetzt Ringelnatterhäute zu entdecken. «Auch bei den Ringelnattern meinen einige Menschen, dass es giftige Schlangen seien», fügte Kolb an. Bei der Besichtigung des Schorenriets, das nach der Aufhebung der Gärten nun vorwiegend von Brennnesseln überwuchert ist, brachte Güttinger den Vorschlag ein, für eine kurze Zeit Rinder in das Gelände zu lassen. Dadurch könnten für die Naturvielfalt sehr wertvolle Pionierstandorte für Pflanzen und Tiere geschaffen werden.

Zu kalt für Ausflug

Hatte der «Betti» die Gäste schon am Nachmittag mit seiner Schönheit beeindruckt, hielten viele die Abendstimmung bildlich fest. Das Knistern und Knattern aus den Detektoren verrieten, dass Fledermäuse zwischen den Bäumen am Jagen waren. Dank ihren Ultraschalltönen können sie einer Artengruppe zugeordnet, aber nicht genau bestimmt werden. Für eine exakte Arttaxierung müsste man die Tiere einfangen. Da am Samstagabend die Temperatur abnahm, verzichteten wahrscheinlich die meisten Fledermäuse auf den Ausflug.

Aber halt: Ein trockenes Knattern zeigte an, dass doch eine Wasserfledermaus unterwegs war. «Die wegen der Kälte reduzierte Flugaktivität der Insekten trägt dazu bei, dass sie heute Abend ihren Jagdradius deutlich vergrössern müssen», sagte Güttinger.

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