«Auf die Pause vom Lernen»

Die angehende Fachangestellte Gesundheit, Joëlle Bernet, schliesst im Sommer ihre Lehre im Wohn- und Pflegeheim Flawil ab. Den grössten Teil hat sie bereits geschafft, jetzt heisst es warten.

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Frau Bernet, bei unserem letzten Treffen im März stand Ihnen die Präsentation der Vertiefungsarbeit bevor. Haben Sie unterdessen die Resultate erhalten?

Joëlle Bernet: Die Präsentation lief im allgemeinen gut. Die Fragen, die der Experte jedoch stellte, waren schwer. Da es in meiner Vertiefungsarbeit um die Unterschiede zwischen dem Land Tschad in Afrika und der Schweiz ging, handelten die Fragen oft von Menschenrechten. Im Durchschnitt erhielten meine Mitschülerin und ich für unsere gemeinsame Arbeit eine 4,5.

Dann folgte ja das Fachgespräch…

Bernet: Ja genau. Das fand kurz nach unserem letzten Treffen statt. Es war eine Übung, vor der praktischen Prüfung. Beim ersten Fachgespräch war ich sehr nervös, ich hatte das Gefühl, alles sei in die Hose gegangen. Ich hatte ein totales «Blackout». Netterweise durfte ich später noch ein weiteres Mal üben – da klappte alles wie am Schnürchen. Beim richtigen Gespräch ging es dann auch gut, aber einen Sechser wird es wohl nicht geben.

Es standen schliesslich die schriftlichen Prüfungen an. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?

Bernet: Kürzlich hatte ich die schriftliche Prüfung im Bereich Pflege. Wir hatten drei Teilprüfungen, in denen verschiedene Pflegefälle theoretisch getestet wurden: einer im Spital, einer in der Psychiatrie und einer im Altersheim. Den Psychiatrie-Fall fand ich am schwierigsten.

Haben Sie schon irgendwelche Rückmeldungen erhalten?

Bernet: Ich weiss inzwischen, dass ich die Prüfungen bestanden habe, was mich sehr freut. Die genauen Noten erhalte ich aber erst in den nächsten Wochen.

Worauf freuen Sie sich, wenn der Stress vorbei ist?

Bernet: Auf die Pause vom Lernen. (lacht) Und auf das feine Essen mit meiner Mutter als Belohnung.

Was haben Sie danach für Pläne?

Bernet: Zuerst werde ich normal zu 100 Prozent beim WPH weiterarbeiten bis im Februar. Dann habe ich zwei Wochen Ferien und im März beginne ich dann mit der Höheren Fachhochschule in einem Spital. Den Vertrag habe ich bereits unterschrieben, weiss aber noch nicht, ob ich das Praktikum in Flawil, in Rorschach oder in St. Gallen absolvieren werde.

Was raten Sie den Lehrabgängern nächstes Jahr?

Bernet: Dass sie während der Lehre gut lernen sollen. Vor allem im Fach Allgemeinbildung, denn die Pflege erlernt man zu einem grossen Teil während der täglichen Arbeit in der Praxis.

Interview: Vanessa Meier Linero

Die Wiler Zeitung begleitete zwei Lernende verschiedener Berufe in ihrem letzten Semester.