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Auf der Suche nach den Besten: Die Bühne Thurtal castet für ein Stück zu Zwinglis Frau

Viele Bewerber und ein straffer Zeitplan: Die Bühne Thurtal castet für ihr nächstes Projekt. Die Verantwortlichen sind mit viel Engagement dabei.
Marco Enzler
Schauspielcoach Rene Schweizer und Regisseur Simon Keller (v.l.) beobachten jeden Schritt und jede Geste der Schauspieler bis ins Detail. (Bild: Marco Enzler)

Schauspielcoach Rene Schweizer und Regisseur Simon Keller (v.l.) beobachten jeden Schritt und jede Geste der Schauspieler bis ins Detail. (Bild: Marco Enzler)

Ein grosser Raum mit einigen wenigen Stühlen – mehrheitlich von der Leere geprägt. Er stellt die Kulisse für die Schauspielerinnen und Schauspieler dar, welche für eine Rolle im nächstjährigen Bühnenstück der Bühne Thurtal vorspielen.

«Du kannst dein Herz auf den Boden kotzen», gibt Simon Keller als Regieanweisung vor. Der 25-Jährige wohnt in Uzwil, ist aber in Hemberg im Toggenburg aufgewachsen. Als Regisseur und Leiter der Bühne Thurtal ist er mit sichtlicher Begeisterung dabei, die geeignetsten Darsteller für die Aufführung, des von ihm geschriebenen Stücks, zu finden. Dafür casteten die Verantwortlichen in Zürich und St.Gallen: Vergangenen Mittwoch fand das finale Casting in Zürich statt.

Grosser Aufwand für geringen Lohn

Die Begeisterung für das Schauspiel war allen Beteiligten anzumerken. Genauso engagiert wie Keller gaben sich die potenziellen künftigen Mitwirkenden, die mit ihren Darbietungen den Regisseur zu überzeugen versuchten. Auch auf Rene Schweizer war Verlass. Der Schauspieler und Schauspielcoach wusste als spontaner Spielpartner für die Kandidaten und als Berater zu überzeugen.

Und guter Rat ist bekanntlich teuer. Bei der Auswahl der richtigen Schauspieler sind für Simon Keller einige Punkte von besonderer Bedeutung. «Mir ist wichtig, dass sich die Leute mit ihrer jeweiligen Rolle identifizieren können», sagt der Jung-Regisseur. Und sie müssten auch miteinander harmonieren – besonders die Hauptdarsteller. Schliesslich bleibt aber zentral:

«Die Person muss mich als Regisseur berühren können.»

Allerdings ist die Auswahl nicht immer sehr gross. Auch wenn es normalerweise nicht schwierig sei, genügend Interessierte zu finden, würden oft dann Probleme auftreten, wenn man einen besonderen Typ Mensch sucht - zum Beispiel einen muskulösen.

Mehr Schauspielerinnen, aber mehr männliche Rollen

Hinzu kommt, dass es zwar mehr männliche als weibliche Rollen zu besetzen gilt, Schauspielerinnen aber in der Überzahl sind. «Eine definitive Entscheidung über die Rollenbesetzung zu treffen, war dieses Mal besonders schwierig», sagt Keller. «Wir waren uns auch intern nicht immer einig.»

Dennoch muss am Ende eine Entscheidung getroffen werden. Und Rollen, deren Charakter sich im Laufe eines Stücks verändern, seien auch besonders begehrt. Diejenigen, die eine Absage für die angestrebte Rolle erhalten, verkrafteten dies normalerweise. Denn:

«Absagen gehören in unserem Metier nun mal dazu.»

Darauf angesprochen, ob sich der grosse Aufwand denn lohne, meint Simon Keller lachend: «Man kann davon knapp leben. Aber wir machen es ja nicht wegen des Geldes.»

Eine Schattengestalt ins Rampenlicht rücken

Zu Inhalt und Titel kann und will Simon Keller noch nicht viel verraten. «Wir werden erst im Oktober genauere Angaben machen», erklärt er. Soviel sei jedoch schon gesagt: Das Stück wird sich um Anna Reinhardt, die Frau von Huldrych Zwingli, drehen. «Weil im Jahr 2019 – dem sogenannten Zwingli Jahr – viel über den Reformator berichtet wird, möchten wir kommenden Sommer einmal über seine Frau sprechen», sagt der 25-Jährige.

Über sie sei fast nichts geschrieben worden. Entsprechend schwierig habe sich auch die Recherche gestaltet. Trotzdem: «Wir wollen das Rampenlicht nun auf die starke Frau hinter Zwingli lenken.» Dafür hat Simon Keller ein fiktives Stück geschrieben. Dieses basiert auf historischen Begebenheiten und hätte so tatsächlich passiert sein können. Die Premiere ist am 25. Juli 2020 in Fischingen.

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