Auf den Spuren von Franziskus

50 Angehörige der Seelsorgeeinheit Uzwil wählten während der Auffahrtstage Assisi als Bleibe.

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50 Angehörige der Seelsorgeeinheit Uzwil wählten während der Auffahrtstage Assisi als Bleibe.

Er ist vor 784 Jahren gestorben, ihm zu Ehren sind Dome, Kirchen und Kapellen gebaut worden, sein Leben ist an Wände gemalt worden und Kunstdenkmäler erinnern an den Schöpfer des «Sonnengesangs», den grossen Heiligen aus Assisi.

Die Frauen und Männer aus den Pfarreien der Seelsorgeeinheit Uzwil machten sich unter der Leitung von Pfarrer Georg Schmucki auf Spurensuche und erlebten Gegensätze. Es gab jedoch auch Platz für das Gesellige, das Kulinarische und die Vernetzung untereinander.

Äussere Spuren

Am Rande der herausgeputzten Stadt Assisi, die sich sichelförmig an den Hang unterhalb der Burg Rocca Maggiora schmiegt, waren die Reisenden in einem Hotel einquartiert.

Ganz in der Nähe, auf einem kleinen Platz mit Blick auf die gotische Oberkirche San Francesco, traf sie sich jeden Morgen zum «Morgenlob». Hier erfuhren sie etwas von der Haltung des heiligen Franziskus, von seinem Wirken, seinem Leiden. Auch an den anderen Orten innerhalb der Stadt, in der Kirche Santa Chiara, San Rufino oder in der Unterkirche von San Francesco begleitete das Leben des Mannes, der bereits zwei Jahre nach seinem Tod heilig gesprochen wurde, die Ostschweizer.

Grossartiges ist seither entstanden; als Ausdruck der Verehrung eines radikalen Menschen. Die äusseren Spuren haben wenig mit der uneingeschränkten Hingabe an Gott zu tun, die Franziskus lebte, mit seiner bedingungslosen Solidarität mit den Armen, mit seiner universal ausgerichteten Geschwisterlichkeit, mit seiner Liebe zu Tier und zur Natur und zu seiner leidenschaftlichen Verwurzelung in Gott.

Unterwegs für den Frieden

Tausende Menschen strömen jährlich nach Assisi, ziehen an seinem steinernen Grab in der Krypta von San Francesco vorbei. Am Sonntag nach Auffahrt kamen sie gleich in Scharen. Es war der nationale Tag der Friedensmärsche. In Gruppen zogen sie mit Fahnen durch die Gassen. Die Stadt Assisi und Santa Maria degli Angeli waren voll Menschen, die für den Frieden unterwegs waren. Mit dem Car fuhren die Angehörige der Seelsorgeeinheit an einem Tag nach Spoleto.

Zur Umkehr bewogen

An diesem Ort hatte Franziskus den Traum, der ihn zur Umkehr bewog. Auf dem Weg in eine Schlacht verkaufte er Ross und Rüstung und wandte sich dem inneren Weg zu. Etwas von diesem Weg konnten die Reisenden mindestens erahnen; mit Hilfe von Legenden, Bildern, Texten, die andere über den Heiligen oder an den Heiligen geschrieben haben, durch Gespräche und Betrachtungen.

Der Weg führte auch in den Wald, nach Monteluca, wo sich Franziskus unter anderem zurück gezogen hatte, wenn er die Stille brauchte.

Religion der Menschwerdung

Der Regen begleitete die Reisenden. Am Tag der Reise ins Rietital, das gleich mehrere franziskanische Wallfahrtskirchen beheimatet, gab es Dauerregen. Greccio ist eine der Kirchen, die mit einer eindrücklichen Weihnachtsfeier des Franziskus in Zusammenhang steht. Das franziskanische Bethlehem: Religion der Menschwerdung.

An diesem Ort sind Dutzende von Krippen aus verschiedenen Kulturen und in verschiedenen Grössen ausgestellt. Ein Fresko aus dem 14. Jahrhundert erinnert an die Weihnachtsszene. Immer wieder wurde die Reisegesellschaft mit Aussagen, mit den Zweifeln, mit der Radikalität des Heiligen konfrontiert. Gegensätze damals, Gegensätze heute. Auf der Heimreise gab es eine letzte «Begegnung» mit Franziskus. In Verna empfing der Heilige, zwei Jahre vor seinem Tod, die Wundmale Christi. (ibe.)