Auf den Spuren von Ehemaligen: Die schwierige Suche nach Hunderten Schülern der Gemeinde Niederhelfenschwil 

Die Musikgesellschaft Niederhelfenschwil feiert 2020 während fünf Tagen im Mai. Organisiert wird auch ein Klassentreffen der Primarschule. Noch konnten nicht alle Adressen ehemaliger Schülerinnen und Schüler ausfindig gemacht werden.

Zita Meienhofer
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MGN2020-OK-Präsident Markus Kleger (links) und Albert Frey studieren die lange Liste der ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Primarschule Niederhelfenschwil.

MGN2020-OK-Präsident Markus Kleger (links) und Albert Frey studieren die lange Liste der ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Primarschule Niederhelfenschwil.

Bild: Zita Meienhofer

«MGN2020» heisst es während des Auffahrtswochenendes im kommenden Jahr in Niederhelfenschwil. An diesem Datum bekommt die einheimische Musikgesellschaft eine neue Uniform. «Wenn bereits ein Festzelt steht, das fixe Kosten verursacht, kann der Anlass doch über mehrere Tage ausgedehnt werden», erklärt Markus Kleger die Überlegungen des Vereins. Kleger ist OK-Präsident des Festes, aber kein Mitglied des Vereins. Geplant ist ein fünftägiges Fest, unter anderem mit Kreismusiktag, der Neuuniformierung und einem Treffen aller ehemaligen Primarschülerinnen und -schüler von Niederhelfenschwil.

Aufwendige Recherche benötigt Zeit

Um diese Idee zu realisieren, ist viel Recherche-Arbeit gefragt. Markus Kleger konnte für die Überprüfung und die Suche der Adressen Albert Frey gewinnen. Frey ist in Niederhelfenschwil aufgewachsen und führte während mehrerer Jahrzehnte die Poststelle im Dorf. «Es ist von Vorteil, wenn man die Einwohner des Dorfes kennt», sagt der ehemalige Poststellenleiter. Bei Jahresbeginn hat er mit der Arbeit begonnen. «Ich hatte genügend früh angefangen und konnte deshalb daran arbeiten, wenn ich Lust und Zeit hatte», erklärt er. Frey bekennt, dass er grossen Respekt gehabt habe vor dieser Aufgabe. Da er aber bislang immer von den Vereinen im Dorf habe profitieren können, wolle er auch etwas zurückgeben. Markus Kleger weiss, dass Albert Frey ein gutes Einvernehmen mit der Bevölkerung im Dorf hat. «Deshalb wurden ihm die Adressen auch anvertraut», so Kleger.

Der älteste ehemalige Schüler hat schon zugesagt

Die Musikgesellschaft Nieder- helfenschwil organisierte bereits vor 13 Jahren ein erstes Mal ein Treffen der ehemaligen Primarschülerinnen und -schüler. 1000 Adressen waren deshalb vorhanden, mussten jedoch überprüft werden. Hinzu kamen 340 neue Adressen und 50 Adressen von Lehrkräften. Diese waren beim letzten Mal noch nicht dabei. Die Klassenlisten zwischen 1919 bis 2002 beinhalten 1390 Adressen. Davon hat Frey 1100 Adressen überprüft und gefunden. 800 ohne sehr grossen Aufwand, bei etwa 300 war dieser gross und einige letzte – etwa 100 Adressen – fehlen.

Dabei sein wird voraussichtlich auch der älteste noch lebende ehemalige Helfenschwiler Primarschüler. Es ist August Fust aus St.Gallen. Der 100-Jährige habe Albert Frey seine Zusage bereits mündlich mitgeteilt. Über Fust war kürzlich in der «Wiler Zeitung» ein Text zu lesen. Er war derjenige Lokführer, der deutsche Kriegsgefangene über die Grenze transportierte. Frey bezeichnet diese Recherche-Arbeit auch deshalb als interessant, da immer wieder einmal interessante Begegnungen und Gespräche entstehen.

Dank Recherche im Internet und des elektronischen Dienstes der Post sowie per Nachfrage bei Familienangehörigen und Bekannten sowie persönlichen Kontakten im Dorf stiess Albert Frey immer wieder auf noch unbekannte Adressen. Viele Leute seien heute nicht mehr im Telefonbuch aufgelistet, deshalb erweise sich die Suche oft als schwierig. Gestaunt habe er, auf wie viele Kontakte seine jungen Helferinnen und Helfer dank der sozialen Medien gestossen seien, oder wie viele junge ehemalige Schülerinnen und Schüler sich selber via Website gemeldet haben.

Neun Einladungen gehen ins Ausland

Die Arbeit ist fast abgeschlossen und Albert Frey weiss: 294 ehemalige Schülerinnen und Schüler kommen aus Niederhelfenschwil, 15 aus Zuckenriet, 9 aus Lenggenwil und 24 aus Zuzwil. 760 wohnen in den Kantonen St.Gallen und Appenzell, 210 in den Kantonen Thurgau und Zürich. Neun Einladungen werden die Organisatoren ins Ausland senden: in die Niederlande, nach Kanada, Spanien, Russland und Italien.