Auf dem Weg zur Titelverteidigung

Am Wochenende bestreitet der BC Uzwil die Playoff-Halbfinalspiele gegen Yverdon. Zuerst auswärts, am Sonntag um 14 Uhr in der Breitihalle in Oberuzwil. Wir unterhielten uns vorgängig mit dem Vereinspräsidenten Jürg Schadegg.

Urs Nobel
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Präsident Jürg Schadegg (blaues Hemd) will sich auch nach den Playoff-Halbfinals wieder freuen. (Bild: Matthias Zindel)

Präsident Jürg Schadegg (blaues Hemd) will sich auch nach den Playoff-Halbfinals wieder freuen. (Bild: Matthias Zindel)

Jahrelang zitterte der BC Uzwil, ob er in die Playoff käme. Jetzt steht gar die Titelverteidigung im Raum. Was hat sich im Gegensatz zu früher derart verändert?

Jürg Schadegg: Im Verlauf der vergangenen drei Jahre ist es uns gelungen, mehr Sponsoren an Land zu ziehen und unser Netzwerk derart zu verbessern, dass es uns deshalb gelungen ist, eine Mannschaft so zusammenzustellen, wie sie sich heute präsentiert. Kommt hinzu, dass ich mich auf Leute wie beispielsweise Matthias Zindel, Kathrin Germann oder Adrian Müller verlassen kann, die zwar im Hintergrund wirken, aber grossartige Leistungen zugunsten des Vereins erbringen.

Ist es eher Zufall oder von langer Hand geplant, dass sich die aktuelle Mannschaft derart stark präsentiert?

Schadegg: Wir verfügen über langjährige Stammspieler. So ist es einfacher, passende Zuzüge ins Team zu integrieren. Bevor beispielsweise Christian Bösiger zu uns stiess, waren wir überzeugt, dass er zu uns passt. Die Leistungen der Mannschaft geben uns recht.

Die Leistungen der Spielerinnen und Spieler stagnierten aber auch einmal im Verlauf der Qualifikation. War die Forfait-Niederlage daran schuld?

Schadegg: Grundsätzlich wäre das Team in der Lage gewesen, die Qualifikation ohne Leistungseinbussen zu überstehen. Es hat sich aber schon immer gezeigt, dass eine Mannschaft im Verlauf einer Saison ein Tief einziehen kann. Wir waren allerdings in der Tabelle stets weit voraus. Deshalb ist es erklärbar, dass nicht mehr alle Akteure zu jeder Zeit mit höchstem Einsatz zur Sache gingen. Als Sportlicher Leiter habe ich jedoch die Situation mit der ganzen Mannschaft analysiert. Die Konsequenzen daraus sind jedenfalls gezogen.

Sie sprechen Ihre zweite Funktion als Sportlicher Leiter an. Ist es nicht äusserst schwierig, das Amt des Präsidenten sowie jenes des Sportlichen Leiters auszuführen?

Schadegg: Ich stelle mir diese Frage auch oft. Sicher wäre es optimal, wenn man diese zwei Funktionen mit einer doppelten Besetzung abdecken könnte. Mir sind aber auch als Präsident die Kontakte mit den Spielern extrem wichtig. Ich möchte den Puls des Teams spüren. Das Amt des Sportlichen Leiters hilft mir dabei, dann Einfluss zu nehmen, wenn es die Situation erfordert. Weil wir über eine derart gute Mannschaft verfügen und Erfolg haben, macht mir mein Doppelmandat trotzdem viel Spass.

Ein Badmintonspiel wird in den Disziplinen Einzel, Doppel und Mixed-Doppel ausgetragen. Wo liegen die markantesten Unterschiede der einzelnen Kategorien?

Schadegg: Sicher einmal die Anzahl der Spieler in der Partie. Im Doppel ist es zudem wichtig, dass sich die Spieler gut verstehen und sich an die vorgegebene Taktik halten. Auch privat sollte sich ein Doppel gut verstehen, will es die erwartete Leistung erbringen.

Am Samstag startet der BC Uzwil die Playoffs in und gegen Yverdon. Besteht allenfalls die Gefahr, dass vor dem Rückspiel am Sonntag in Oberuzwil schon alles entschieden ist?

Schadegg: Wir mussten in der Qualifikationsphase miterleben, dass Yverdon ein ganz hartnäckiger Gegner ist. Wir spielten auswärts 4:4 und siegten zu Hause knapp 5:3. Wir müssen hochkonzentriert ins Spiel am Samstag steigen, dann werden wir auch unsere Chance am Sonntag im Rückspiel in der Breitihalle haben. Jeder und jede von uns weiss, was von ihm erwartet wird. Wenn sich diese Erwartungen dann erfüllen, bin ich überzeugt, dass wir die Halbfinals erfolgreich überstehen werden.

Wird die Mannschaft in Yverdon unterstützt?

Schadegg: Wir haben einen Fanbus organisiert. Es hat noch freie Plätze. Wir fahren am Samstag um 13.30 Uhr bei der Tennishalle ab und wir würden uns natürlich sehr darüber freuen, wenn wir in Yverdon lautstark unterstützt werden. Für Kurzentschlossene gilt also: Kommt mit und findet euch rechtzeitig vor der Abfahrt bei der Tennishalle in Niederuzwil ein.

Ziehen Sie überhaupt in Betracht, dass der BC Uzwil nicht in den Final einziehen könnte?

Schadegg: Playoffs haben ihre eigenen Gesetze. Es bedarf nebst dem Können jedes Einzelnen auch die nötige Konzentration und Tagesform. Unbestritten ist, dass wir die Nummer 1 in der Schweiz sind und somit die Gejagten. Meine Zuversicht ist jedoch gross, dass wir in den Final einziehen werden.

Im Spiel am Sonntag wird die Breitihalle zu einem Hexenkessel. Ein gewichtiger Faktor zum Erfolg?

Schadegg: Die Clientis-Arena wird sich wiederum wie im vergangenen Jahr präsentieren. In der Badminton-Szene kennt man das normalerweise nicht. Diesbezüglich sind wir einmalig, auch was die Unterstützung seitens unserer Fans anbelangt.

Und dann St. Gallen als Gegner, wenn der Finaleinzug geschafft ist?

Schadegg: Der Final als solches und dann auch noch ein Derby gegen St. Gallen-Appenzell, das wäre das Grösste, was diese Saison dem BC Uzwil passieren könnte.