Auf dem Weg ins grosse Labor

ZUZWIL. Als einer von 42 Jugendlichen in der Schweiz nimmt der Zuzwiler Gabriel Gramm an der Studienwoche von «Schweizer Jugend forscht» teil. Er widmet sich dabei einem Forschungsprojekt an der Universität Genf. Sein Fachgebiet: die Chemie.

Ursula Ammann
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Gabriel Gramm ist Schüler an der Kanti Wil. Dort entdeckte er auch sein Interesse an Naturwissenschaften. (Bild: Ursula Ammann)

Gabriel Gramm ist Schüler an der Kanti Wil. Dort entdeckte er auch sein Interesse an Naturwissenschaften. (Bild: Ursula Ammann)

Beim Wort Kernspinresonanzspektroskopie verstehen die meisten nur Bahnhof. Gabriel Gramm hingegen hat sich bereits damit auseinandergesetzt. Der 17jährige Zuzwiler wird im Rahmen einer Studienwoche der Stiftung «Schweizer Jugend forscht» eine Woche an der Universität Genf verbringen. Seine Forschungsgruppe widmet sich der Charakterisierung von Vanillin oder eben der Kernspinresonanzspektroskopie. Ihn erwarte eine strenge, aber auch eine sehr professionell organisierte Woche, sagt Gabriel Gramm. Wohnen wird er über diese Zeit in einer Jugendherberge in Genf. Er sei schon ein bisschen nervös, gibt der Zuzwiler zu. Vielleicht auch der Sprache wegen. Beruhigend findet er aber, dass die Dozenten neben Französisch auch Englisch sprechen.

Insgesamt nehmen 42 Jugendliche aus der ganzen Schweiz sowie vier Schüler aus dem Ausland an der Studienwoche von «Schweizer Jugend forscht» teil. Sie verteilen sich auf vier Hochschulen und verschiedene Chemie- und Pharmaunternehmen. Die Plätze sind begehrt. So haben sich diesmal rund doppelt so viele Jugendliche angemeldet, wie letztlich zugelassen wurden.

Anderer Zugang zum Lernen

Auf die Idee, an der Studienwoche teilzunehmen, kam Gabriel Gramm durch seinen Chemielehrer an der Kantonsschule Wil. Dabei steht Chemie nicht einmal zuoberst auf seinem Stundenplan, hat er sich doch ursprünglich für den Schwerpunkt Wirtschaft und Recht entschieden. «Erst während der Kantizeit habe ich herausgefunden, dass mir die Naturwissenschaften Spass machen», sagt Gabriel Gramm. An der Studienwoche von «Schweizer Jugend forscht» fasziniert ihn der etwas andere Zugang zum Lernen. Zudem wolle er einmal die Erfahrung machen, in einem richtigen Labor zu arbeiten. Nicht zuletzt soll ihm die Woche in Genf aber auch bei der Wahl des richtigen Studiums helfen. «Chemie könnte etwas sein, das ich einmal studieren möchte», sagt der 17-Jährige.

Sport für die Maturaarbeit

Noch hat Gabriel Gramm aber etwas Zeit, sich für einen Studiengang zu entscheiden. Sein Abschluss an der Kantonsschule Wil steht erst im Sommer 2016 an. Schon bald wird er sich mit der Maturaarbeit beschäftigen. Diese möchte der Zuzwiler aber nicht im Fachgebiet Chemie schreiben, sondern im Bereich Sport. Gabriel Gramm spielt in seiner Freizeit Eishockey, im Sommer Golf und ab und zu Tennis. Dass die Themenwahl auf den Bereich Sport fällt, hat aber ganz pragmatische Gründe. «Auf diesem Gebiet sind am ehesten Selbstexperimente möglich», sagt der Kantonsschüler. Er könnte sich beispielsweise vorstellen, die Auswirkung unterschiedlicher Ernährungsformen auf die körperliche Leistungsfähigkeit zu untersuchen.

Ein nicht ganz freiwilliges Selbstexperiment hat er bereits gemacht, indem er sich beim Eishockey das Sprunggelenk gebrochen hat. Doch auch die zwei Krücken halten den 17-Jährigen nicht davon ab, morgen den Weg nach Genf anzutreten.

Ihre Erkenntnisse aus der Studienwoche werden Gabriel Gramm und die anderen Teilnehmenden am nächsten Freitag an einer öffentlichen Schlussveranstaltung in Basel präsentieren.

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