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Auf dem Weg in den Osten: Das erwartet Ciriaco Sforza

Er werde von Wohlen weg in die Ostschweiz ziehen, gelobte Ciriaco Sforza bei seiner Vorstellung als Cheftrainer des FC Wil. Ob Wil sein künftiger Wohnort wird, ist zwar offen. Doch was würde ihn hier erwarten?
Hans Suter
Ciriaco Sforza (49, links) als Cheftrainer und Daniel Hasler (44) als Assistent wollen den FC Wil als Top-Ausbildungsclub national und international etablieren. Bild: Urs Bucher

Ciriaco Sforza (49, links) als Cheftrainer und Daniel Hasler (44) als Assistent wollen den FC Wil als Top-Ausbildungsclub national und international etablieren. Bild: Urs Bucher

Ciriaco Sforza ist alles andere als ein Ostschweizer. Doch nun macht er sich zusammen mit seiner Familie auf den Weg, ein solcher zu werden. Sforza wurde am 2. März 1970 als Sohn italienischer Einwanderer im aargauischen Wohlen geboren. Seit 1990 besitzt er das Schweizer Bürgerrecht und gab 1991 sein Début in der Schweizer Fussballnationalmannschaft. Es folgte eine erfolgreiche Spielerkarriere bei grossen Vereinen im In- und Ausland, bevor er 2006 eine neue Karriere als Trainer startete. Seinen grössten Erfolg feierte er in seiner Heimat, als er den Zweitligisten FC Wohlen in der Saison 2014/15 auf den dritten Platz und damit zum besten Ergebnis in der Vereinsgeschichte führte.

Als neuer Cheftrainer des FC Wil beabsichtigt Sforza, in die Ostschweiz zu ziehen. «Wenn ich das hier mache, dann mache ich es auch richtig», gelobte er am Montag an der Medienkonferenz in Wil. Was erwartet ihn in Wil, so er die Äbtestadt als künftigen Wohnort wählen wird?

Sportlich: Der FC Wohlen und der FC Wil sind ähnlich traditionsreich, aber mit unterschiedlicher Geschichte. Der FC Wil wurde um das Jahr 1900 gegründet. 2004 gewann der Verein als bislang grössten Erfolg in seiner Geschichte den Schweizer Cup, stieg zugleich aber in die zweithöchste Liga ab, wo er seither spielt. Der FC Wohlen wurde 1904 gegründet und spielte von 2002 bis 2018 in der Challenge League. Seit dem Rückzug aus dem Profifussball spielt die 1. Mannschaft in der Promotion League.

Geografisch: Wohlen liegt im Bünztal im Südosten des Kantons Aargau und gehört zum Bezirk Bremgarten. Mit rund 16000 Einwohnern ist Wohlen die viertgrösste Gemeinde des Kantons. Wil ist mit 24000 Einwohnern die drittgrösste St. Galler Stadt.

Kulinarisch: In Wohlen geniesst man Rüeblitorte und Rüeblisuppe, in Wil Mandelfisch und Kalbsbratwürste – natürlich ohne Senf.

Mentalität: Die Wohlener sind halbe Zürcher, die Wiler sind Wiler, was es nicht immer einfach macht.

Dialekt: Wohlener klingen angeblich angenehmer als Wiler – hört man.

1999: Ciriaco Sforza mit der Nummer 10 in der Schweizer Nationalmannschaft. Bild: Michele Limina/Keystone1999: Ciriaco Sforza mit der Nummer 10 in der Schweizer Nationalmannschaft. Bild: Michele Limina/Keystone
1996: Sforza wechselt von Inter Mailand zurück zum FC Kaiserslautern. Bild: Carlo Fumagalli/Keystone1996: Sforza wechselt von Inter Mailand zurück zum FC Kaiserslautern. Bild: Carlo Fumagalli/Keystone
2001: Bei Bayern München konnte sich Sforza nicht wie gewünscht entwickeln. Bild: Martin Meissner/AP2001: Bei Bayern München konnte sich Sforza nicht wie gewünscht entwickeln. Bild: Martin Meissner/AP
2012: Am 13. April gibt Ciriaco Sforza seinen Rücktritt als Trainer von GC bekannt. Bild: Walter Bieri/Keystone2012: Am 13. April gibt Ciriaco Sforza seinen Rücktritt als Trainer von GC bekannt. Bild: Walter Bieri/Keystone
2015: Nach nur drei Monate endet das Engagement als Trainer von Thun. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone2015: Nach nur drei Monate endet das Engagement als Trainer von Thun. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone
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Ciriaco Sforza im Rückblick

Endlich Ruhe im Trainerkarussell?

Für die nächsten drei Jahre soll der FC Wil Trainer Ciriaco Sforza an sich binden. Würde er auch solange bleiben, wäre das ein kleiner interner Erfolg für den Challenge-League-Verein. Denn in den vergangenen Jahren, vor allem während der türkischen Ära, galt der Trainerstuhl in Wil alles andere als sattelfest.

Ein Blick zurück zeigt: Während den 10-er Jahren fanden im Bergholz insgesamt 14 Trainerwechsel statt, inklusive der aktuellen Rochade zwischen Sforza und Konrad Fünfstück. Vor allem zwischen der Saison 2014/15 und 2016/17 war der Trainerverschleiss so hoch, dass man gleichwohl der Kadenz des FC Sion und seinem berüchtigten Trainerschreck und Präsidenten Christian Constatin Konkurrenz machte.

Nur schon in 2015 und 2016 kam es jeweils zu vier Trainerrochaden. So mussten unter anderem Martin Rueda oder Kevin Cooper ihre Plätze räumen. Skuril war zudem die Entlassung von Ugur Tütüneker. Der Türke musste im Sommer 2015 nach eineinhalb Monaten seinen Trainerjob bereits wieder abgeben, weil gegen Türken ein Haftbefehl erlassen wurde. Immerhin: Wil überstand nicht nur die finanziell schwierige Zeit und konnte sich sportlich in der zweitobersten Liga etablieren, auch konnte man mit Konrad Fünfstück wieder einen Trainer mehr als über ein Jahr halten. Nun will man diese Konstanz im Wiler Trainerkarussell mit Ciriaco Sforza fortsetzen. (nir)

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