Auf dem Thurdamm in Oberbüren werden Eschen durch Eichen und Kirschbäume ersetzt

Das Eschensterben beziehungsweise der vernichtende Pilzbefall von rund 800 Eschen auf dem Thurdamm in Oberbüren hat in diesem Winter einen ausserordentlichen Holzschlag erfordert. Jetzt werden die lichten Stellen wieder aufgeforstet.

Andrea Häusler
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Da ist ein gerütteltes Mass an Manneskraft und Frauenpower gefragt: Von Hand werden 150 Jungeichen und Kirschbäume in den Waldboden gepflanzt. (Bilder: Andrea Häusler)

Da ist ein gerütteltes Mass an Manneskraft und Frauenpower gefragt: Von Hand werden 150 Jungeichen und Kirschbäume in den Waldboden gepflanzt. (Bilder: Andrea Häusler)

Das Wetter hätte trockener sein dürfen, die Aussentemperatur zum Wochenende angenehmer. Doch just mit dem Beginn des meteorologischen Frühlings hat sich die Sonne zurückgezogen. Geblieben sind die Schneeglöckchen, die zwischen den Strünken unlängst gefällter Bäume aus dem blattlosen Unterholz lugen.

Rund 1500 Kubikmeter Holz seien in diesem Herbst/Winter entlang des Thurdamms geschlagen worden, sagt der Präsident der Thurkorporation Oberbüren, Hubert Frick. Aufgrund des Eschenpilzes, der die gesamte Population zwischen dem Thurhof und der Eichhütte befallen hatte. Die Folgen des Sicherheitsholzschlags sind unübersehbar: Lichte Schneisen ziehen sich durch den einst dichten Waldgürtel am Flussufer.

Ein Waldrand von hohem ökologischem Nutzen

Voller Tatendrang und Begeisterung packen die Kinder mit an.

Voller Tatendrang und Begeisterung packen die Kinder mit an.

Diese sollen sich nun raschmöglichst wieder mit Stämmen und Blättern füllen. Dafür sind die Waldeigentümer unter der Anleitung von Hubert Frick in die Stiefel gestiegen: Pflanzen ist angesagt. 150 Jungbäume werden, in mühsamer Handarbeit, in den durchwurzelten Waldboden gesetzt. «Es sind vorwiegend Eichen und Chriesibäume», sagt Hubert Frick. Eschen pflanze man heute nicht mehr. Und Ahorne wüchsen ganz ohne Zutun. Ziel sei die Gestaltung eines Waldrandes von hohem ökologischen Nutzen. Bewusst würden deshalb auch kleine Haufen aus aufgeschichtetem Kleinholz und Laub liegen gelassen.

Um die 35 Mitglieder Korporation sind an der morgendlichen Aufforstungsaktion beteiligt. Unter ihnen auch Kinder, die sichtlich begeistert mit Spaten und Pickel hantieren. Früher, sagt Hubert Frick, habe man das Engagement der Korporationsmitglieder öfter eingefordert. Heute führe man jährlich eine Aktion durch. Diese Anlässe seien dann auch stets gut besucht.

In ein bis zwei Jahren nochmals schauen

Inzwischen ragen da und dort feine Ruten aus dem Waldboden: Jungbäume, die hernach mit einem Pfahl markiert und zum Schutz gegen Wildbiss und Schädlinge ummantelt werden. In ein bis zwei Jahren werde man sich einen Überblick verschaffen, wie die Bäume sich entwickelt haben und was an wilden Pflanzen gewachsen ist, sagt Hubert Frick und ergänzt: «Je nachdem wird dann noch nachgepflanzt.»