Auf dem richtigen Weg

Kulthur Oberbüren ist mit «Morpho Luna» in die achte Saison gestartet. Barbara Gfeller, musikalisch unterstützt von Oli Müller und Marc Jundt, hat mit stimmungsvollen Eigenkompositionen das Publikum begeistert.

Kathrin Meier-Gross
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Ländler à la Morpho Luna mit Shrutibox und ungewöhnlichem Gesang. (Bild: kmg.)

Ländler à la Morpho Luna mit Shrutibox und ungewöhnlichem Gesang. (Bild: kmg.)

OBERBÜREN. Barfuss kommt sie auf die Bühne, in den Händen die Shrutibox. Das in Asien weit verbreitete Obertoninstrument liefert den Hintergrund für das fein und melodiös vorgetragene Lied «I wanna taste the song». Die Sängerin setzt sich auf das Cajon, die Kistentrommel, und schlägt mit dem Fuss den Takt. Die linke Hand spielt Piano, die rechte bewegt die Shrutibox. Die Stimme ist nun kraftvoll. Barbara Gfeller stellt schon beim ersten Stück ihre Vielseitigkeit unter Beweis.

Vom Gedicht zum Lied

Die Berner Lehrerin mit Zusatzausbildung in klassischem Gesang hat schon von Kindsbeinen an Geschichten und Gedichte geschrieben. Als sie die ersten Klavierstunden erhalten hatte, wurden daraus Lieder. Bis sie den Mut fand, diese einem grösseren Publikum vorzutragen, dauerte es allerdings viele Jahre. Im Februar des Jahrs 2009 brachte sie ihr erstes abendfüllendes Programm auf die Bühne. Zusammen mit dem Bassisten Oli Müller und dem Perkussionisten Marc Jundt ist ein weiteres Projekt gewachsen. Seit diesem Jahr ist das Trio als Morpho Luna unterwegs.

Witzig und lustvoll

«Dä Weckär lütät, schnäll is Bad.» In charmantem Berndeutsch wird mit einem Augenzwinkern die Geschichte eines Wellnessaufenthalts in einem Hotel beschrieben. Bassist und Schlagzeuger mischen nun mit. Die Sängerin wechselt in traumwandlerischer Sicherheit von Deutsch auf Englisch oder Französisch, spielt gleichzeitig Piano oder erzeugt auf ungewohnte Weise Laute. Alltagsbeobachtungen oder Ferienerinnerung, das Schweben im stillen Wasser beim Tauchen oder der Wunsch, geliebt zu werden – Barbara Gfeller findet die richtigen Worte, um Stimmungen zu vermitteln. Kein Mainstream, sondern Texte, die manchmal witzig und lustvoll, dann wieder tiefsinnig oder meditativ intoniert werden. Ein Vergnügen, zu sehen und zu hören, sind auch die Musiker.

Hochkarätige Aufführungen

Er sei stolz darauf, dass sich das Publikum immer wieder auch auf Neues einlasse, hatte Gastgeber Edwin Kuhn bei der Begrüssung in Anspielung auf die noch unbekannte Barbara Gfeller gesagt. Das Team von Kulthur Oberbüren ist Garant für hochkarätige Aufführungen, das wissen die Besucher. In der achten Spielsaison ist wiederum ein attraktives Programm entstanden, und Edwin Kuhn verhehlte nicht, dass dies nur dank der Sponsoren möglich sei. Das Publikum zeigte sich begeistert von der vielfältigen Musikalität von Morpho Luna und den erfrischenden Texten. Wie singt doch Barbara Gfeller in ihrer letzten Zugabe, die sie alleine mit dem Hang, einer Art Steel Drum, bestreitet: «Du musst deine eigenen Wege finden.» Die junge Frau ist auf dem richtigen Weg.

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