Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Auf dem richtigen Weg»: Der Wiler Brockishop ist im Aufwind

Personalwechsel, Umbau, Umstrukturierung: Der Brockishop in Wil hat ein intensives 2018 hinter sich. Nun geht es dem Laden jedoch besser denn je.
Nicola Ryser
Wie eine Familie, von links nach rechts: Mitarbeiterin Jessica Anliker, Joel Gasser, Guido Anliker und Mitarbeiterin Ylenia Bless.Bilder: Nicola Ryser

Wie eine Familie, von links nach rechts: Mitarbeiterin Jessica Anliker, Joel Gasser, Guido Anliker und Mitarbeiterin Ylenia Bless.Bilder: Nicola Ryser

Buntes Geschirr, zahlreiche Antiquitäten – von Porzellanente bis Weihnachtsengel – Möbel, Kleiderstücke für Kopf bis Fuss, Bücher, DVDs: Der Brockishop des Blauen Kreuzes ist gefüllt mit jeglichen Gegenständen. Zahlreiche Kunden mäandrieren zwischen den aufgefüllten Regalen hindurch mit der Absicht, ein Schnäppchen zu erspähen.

Indes wird im Laden viel gearbeitet. Die Mitarbeitenden bedienen die Kunden an den Kassen, verstauen etwas im Lager oder füllen die Regale auf. Was auffällt: Die Stimmung ist gut. Es wird geredet, gelacht, die Mitarbeiter scheinen voller Tatendrang. Eine nicht selbstverständliche Atmosphäre. Gerade noch vor einem Jahr präsentierte sich die Stimmung im Wiler Brocki alles andere als positiv.

Nach dem Umbau kam die Besserung

Es war Anfang 2018, als der Laden an der Toggenburgerstrasse mit betrieblichen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Mitarbeiter Guido Anliker erinnert sich: «Wir hatten mehrere Ecken, die überfüllt waren mit Schrott und vergammelter Ware, im hinteren Bereich hat man nicht mal mehr die Möbel gesehen. Zudem hatten wir Probleme mit dem Team, es hat nicht gut funktioniert.»

Im Februar stellte man deshalb Jakob Schweizer, der auch andere Brockenstuben des Blauen Kreuzes führt, als operativen Leiter in Wil ein. Mit ihm sollte eine Änderung herbeigeführt werden. Die Ziele: die Umstrukturierung des Personals, der Warenannahme und -abgabe sowie der Räumlichkeiten.

«Die Kunden danken uns oft für unsere Beratung und gehen dann strahlend aus dem Laden.»

Guido Anliker, Mitarbeiter Brockishop Wil

Ende Mai wurde infolgedessen der Brockishop für zwei Wochen geschlossen (die «Wiler Zeitung» berichtete). Es war die Zeit des Ausmistens, erzählt Anlicker: «Wir haben komplett aufgeräumt, muldenweise den Schrott entsorgt, die Waren richtig versorgt und das Ladenbild neu gestaltet.» So wurde auch der rund 1600 Quadratmeter grosse Ladenbereich ausgebaut. Nun, sieben Monate danach, scheint die Umgestaltung Früchte zu tragen. «Wir bekommen nur positive Rückmeldungen. Die Kunden haben nun einen viel besseren Überblick. Es scheint, als können sie in unserem Laden endlich wieder richtig atmen.»

Im Brockishop Wil findet man alltägliche und ungewöhnliche Dinge.

Im Brockishop Wil findet man alltägliche und ungewöhnliche Dinge.

Auch die Warenannahme, welche der Brocki viel Kopfzerbrechen bereitete, organisierte man neu. Sie seien zwar immer noch grosszügig, sagt Anliker, versuchten jedoch gleichzeitig, eine klare Linie zu finden, wenn es darum gehe, die intakten Gegenstände vom Schrott zu trennen. «Wir machen die Leute, die uns Waren bringen, darauf aufmerksam, dass wir nur noch schöne Waren aufnehmen. Bücher, die schon verschimmelt und vergammelt sind, akzeptieren wir beispielsweise nicht.»

«Aktuell werden wir überflutet mit tollen Waren.»

Joel Gasser Stv. Leiter Brockishop Wil

Die Kunden störe die neu strukturierte Warenannahme nicht, im Gegenteil, wie der stellvertretende Leiter Joel Gasser erklärt: «Aktuell werden wir überflutet mit tollen Waren. Unsere neue Linie hat sich bei den Kunden verankert. Zudem loben sie unser Team und dessen respektvollen Umgang mit ihnen.»

Das Team ist nun eine Familie

Das Team ist denn auch der grosse Pluspunkt im Brocki, wie Gasser und Anliker betonen. «Jetzt sind wir eine richtige Familie. Wir schimpfen und fluchen nicht und bekommen Probleme schnell in den Griff», sagt Anliker. Diese Atmosphäre übertrage sich auf die Kunden. «Sie danken uns oft für die Beratung und gehen dann strahlend aus dem Laden. Einmal bekamen wir sogar eine Pralinenschachtel geschenkt.»

Anliker ist überzeugt, dass mit dem guten Team auch die Kundschaft grösser geworden ist. «Die Leute haben realisiert, dass die Mitarbeiter nun professioneller sind, die Waren gut einschätzen können und folglich die Preise auch gerechtfertigt sind.» Vor allem mit dem Internet als Konkurrenz sei die Preisfrage sehr wichtig. Doch Anlicker weiss, warum die Leute trotzdem ins Brocki gehen und die Ware nicht im Internet bestellen: «Nicht nur bewegen sich bei uns die Preise auf einem tieferen Niveau, man kann die Gegenstände auch sehen, sie anfassen. Hier weiss man, was man kauft.»

Immer noch in der Umstrukturierung

Der stellvertretende Leiter Joel Gasser unterstreicht jedoch: «Die Neuaufgleisung und Umstrukturierung sind immer noch in vollem Gange. Der Laden ist aktuell eine Momentaufnahme.» Im Bereich der Warenannahme, -abgabe sowie bei den Räumlichkeiten und der Sauberkeit wollen sie noch zulegen. «Als Brocki müssen wir auch immer in Bewegung bleiben, uns dem Markt anpassen.» Wie lange die Umstrukturierung noch andauere, sei schwierig zu sagen, doch Gasser sieht der Zukunft positiv entgegen: «Wir sind auf dem richtigen Weg.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.