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Auf dem Gotthard am Anschlag

EISHOCKEY. Der Weg des EHC Uzwil soll in der nächsten Saison weiter nach oben führen als in der vergangenen, als der Abstieg knapp verhindert wurde. Die Playoffs werden von Trainer Roger Bader als Ziel vorgegeben.
Niedergeschlagen und doch glücklich: Die 22 Spieler und neun Betreuer des EHC Uzwil bei ihrer Bergankunft auf dem Gotthard. (Bild: zVg)

Niedergeschlagen und doch glücklich: Die 22 Spieler und neun Betreuer des EHC Uzwil bei ihrer Bergankunft auf dem Gotthard. (Bild: zVg)

EISHOCKEY. Der Weg des EHC Uzwil soll in der nächsten Saison weiter nach oben führen als in der vergangenen, als der Abstieg knapp verhindert wurde. Die Playoffs werden von Trainer Roger Bader als Ziel vorgegeben. Hoch hinaus ging es für die Spieler bereits am Wochenende – gezwungenermassen. Der Trainer hatte zu einem zweitägigen Survival-Anlass gebeten, ohne den Spielern zu sagen, was genau auf dem Programm steht. Ein Strassenvelo mussten sie mitbringen, einen Schlafsack genauso wie eine Badehose und auch Jogging-Kleider.

Unterschiedliche Pläne

Zum Glück wussten die Spieler nicht, was der Trainer samt neunköpfigem Staff im Schilde führte. Besammlung war am Samstag um 6 Uhr, dann ein Teller Spaghetti für jeden, und schon ging die Fahrt ins Ungewisse los. Bitte aussteigen in Chur, wo Fünfer- und Vierergruppen gebildet wurden. Ein Wissenstest forderte die Gehirnzellen, danach waren die Muskeln an der Reihe. Über Sedrun ging es mit dem Fahrrad auf den Oberalppass und hinunter nach Andermatt. Geschafft. Denkste. Der Trainer gab als kleines Dessert als nächstes den Gotthard vor. Drei Bergpässe, rund neun Stunden und 2400 Höhenmeter nach dem Start war es geschafft. Alle kamen oben an, auch wenn ein Spieler solche Schmerzen hatte, dass er die letzten Meter zu Fuss zurücklegte. Müde, aber unheimlich stolz seien die Spieler gewesen, sagt Trainer Bader, der sich an diesem Wochenende in der Mannschaft nicht nur Freunde machte.

Der Plan der Spieler für den Abend: Füsse hochlagern, ausspannen, ein Bier trinken. Jener des Trainers sah immerhin den Gerstensaft vor. Für die Spieler ging es aber darum, selbständig die vorbereiteten rohen Nahrungsmittel zu etwas Essbarem zu verwerten. Die Betreuer wollten auch punkto Sozialkompetenz Aufschlüsse erhalten.

Auch positive Überraschungen

Tagwache am Sonntag war kurz nach dem Morgengrauen um 6 Uhr. Und prompt gab es für einmal ein positives Erlebnis: Das Frühstück mit frischem Zopf war fixfertig vorbereitet. «Im Sport gibt es auch positive Überraschungen. Wichtig ist, dass man mit jeder Situation umgehen kann und nie den Kopf in den Sand steckt», sagt Bader. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuss – und dem Rad. Das nächste Zwischenziel hiess auf zwei Rädern wieder Oberalppass. Dann der erlösende Moment nach der Abfahrt in Disentis: Velos verladen, Busfahrt nach Ilanz. Dort wartete die nächste Überraschung: Eine zweistündige Riverrafting-Fahrt durch die Rheinschlucht. Dann wieder in den Bus und ab nach Hause. Oder zumindest in jene Richtung. In Chur hinter der Eishalle war nämlich der nächste Halt geplant. Der Chef hatte zum Darüberstreuen noch einen Lauftest über sechs Kilometer organisiert. Die Stimmung verschlechterte sich rapid, aber alle Spieler hielten durch.

Auf den Moment fokussieren

Zum ersten Mal seit langer Zeit führte Bader wieder einen Anlass dieser Dimension mit dem EHC Uzwil durch. «Es ging darum, mentale Stärke und Teamgeist zu entwickeln. Die Spieler waren immer einem mentalen, emotionalen und physischen Stress ausgesetzt», sagt Bader. Ein weiterer Aspekt war, dass sich die Akteure auf den Moment fokussieren und nicht auf die Zukunft. «Wir wissen heute auch nicht, was in der 14. Minute im siebten Spiel der Saison sein wird», sagt Bader.

Er habe die Spieler besser kennengelernt und mehr positive als negative Überraschungen erlebt an diesem Wochenende. Bader ist froh, dass sich niemand ernsthaft verletzt hat. Informationen hat er an den beiden Tagen viele gewonnen. Über die konditionelle Verfassung der Spieler, aber auch über zwischenmenschliche Werte. Alle diese Aspekte werden nun einfliessen, wenn es darum geht, die Captain-Gruppe für die neue 1.-Liga-Saison zu bestimmen. Simon Dudle

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