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Auch nach 25 Jahren eine wichtige Anlaufstelle: Die Suchtberatung Region Wil jubiliert

Die Suchtberatung Region Wil wurde am Jubiläumsanlass im Hof für ihr Wirken gewürdigt.
Roland P. Poschung
Hermann Gander, Leiter der Suchtberatung Region Wil, mit Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann. Bild: Roland P.Poschung

Hermann Gander, Leiter der Suchtberatung Region Wil, mit Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann. Bild: Roland P.Poschung

Stadtrat Dario Sulzer, Präsident der Suchtberatung Region Wil (SBRW), führte durch einen thematisch abwechslungsreichen und eindrücklichen Jubiläumsanlass. Er ging in seiner Einführung auf die Bedeutung der Beratungsstelle ein, die im Rückblick eine wichtige gesellschaftlich-politische Errungenschaft darstellt: «Was im April 1994 begann, ist noch heute von grosser Bedeutung. Das beweisen die aktuellen Fallzahlen. Sowohl die Mitarbeitenden als auch die Politik sind in Zukunft gefordert», sagte der Wiler Stadtrat. Denn Drogen hätten viele Gesichter, Hintergründe und Belastungen.

Gruss und Lob der Regierungspräsidentin

Die St.Galler Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann überbrachte die Grussbotschaft der Kantonsregierung und würdigte ihrerseits das innovative Engagement des Teams unter der Leitung von Hermann Gander. «Die SBRW hat eindrückliche, vertrauensvolle Arbeit im Umgang mit Süchtigen und deren Umfeld geleistet, ja sogar Meilensteine gesetzt. Wertvoll ist dabei das Zusammenspiel zwischen den angeschlossenen Gemeinden Wil, Bütschwil-Ganterschwil, Kirchberg, Lütisburg, Mosnang, Niederhelfenschwil und Zuzwil mit dem Team.»

Heidi Hanselmann kam auf die Tragödie um den Zürcher Platzspitz zu sprechen. Dabei erzählte sie von einer Begegnung mit einer Journalistin, die gar nicht wusste, dass es einst einen Platzspitz mit vielen herumhängenden Süchtigen gab. Mit Blick in die Zukunft betonte die Regierungschefin: «Wir sind selber verantwortlich für das, was wir tun oder eben nicht tun». Damit war der Jubiläumsabend so richtig lanciert, während im Hintergrund eine Power Point lief, welche die Chronologie der Beratungsstelle widerspiegelte.

Berührend waren die Erlebnisse des Bündners Philipp Gurt, der aus seiner Kindheit in einer suchtbelasteten Familie im Buch «Schattenkind» berichtet. Passagen aus diesem Werk las Nina B., die selber eine Betroffene war, anonym bleiben möchte und heute in ihrer vierköpfigen Familie Halt gefunden hat.

Der Hilfeschrei von betroffenen Kindern

Später erzählte Nina B. aus ihren persönlichen Erfahrungen und die Not, in der Kinder stecken und nach verschlüsselten Formen um Hilfe suchen. «Als sich der Streit meiner Eltern wegen ihres starken Alkoholkonsums zuspitzte, wollte ich bei den Nachbarn um Hilfe anfragen, doch dazu benötigte ich einen Grund. Und so dachte ich, wenn ich meinem jüngeren Bruder das Bein breche, kann ich für uns Kinder in der Not Unterstützung bekommen.» Doch sie bekam dadurch noch mehr Ärger.

Leichter verdaulich war die musikalische Umrahmung des Jubiläumsanlasses mit den Töchtern von SBRW-Mitarbeiter Peter Lötscher, Isabel am Klavier und Simone, Violine.

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