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Auch ein Kunstrasen braucht Wasser: Sonst drohen den Spielern Verbrennungen

Während andernorts die Grünflächen vertrocknen, zeigt sich das Spielfeld im Bergholz in sattem Grün. Dies vor allem deshalb, weil es sich dabei um einen künstlichen Untergrund handelt. Trotzdem muss auch dieser gewässert werden.
Gianni Amstutz
Der Kunstrasen im Bergholz muss gewässert werden, will man verhindern, dass er sich zu stark erhitzt. (Bild: Ralph Ribi)

Der Kunstrasen im Bergholz muss gewässert werden, will man verhindern, dass er sich zu stark erhitzt. (Bild: Ralph Ribi)

Am Freitag kühlten die Temperaturen merklich ab, und auch der eine oder andere Tropfen regen fiel. Eine Seltenheit in den vergangenen Wochen. Die kleinen Mengen Niederschlag mögen nach Einschätzung der Meteorologen jedoch vorerst nichts an der Wasserknappheit ändern. Weiterhin ist also Wassersparen angesagt – wenn möglich. Während Golfplätze zunehmend in braunem Gewand daherkommen, erstrahlt das Feld der Wiler IGP-Arena weiterhin in sattem Grün. Das liegt daran, dass es sich dabei um einen Kunstrasen handelt. Trotzdem oder gerade deshalb wunderte sich jemand aus der Facebook-Gruppe «Du bisch von Wil, wenn» nicht schlecht, als er sah, dass das Grün in der IGP-Arena mit Sprinkleranlagen gewässert wird. «Es herrscht Wasserknappheit, aber der Kunstrasen wird täglich gewässert», enervierte sich der Nutzer. Schnell meldeten sich weitere empörte Personen. «Den Kunstrasen wässert man, aber den Bauern geht die Ernte verloren» oder «Der Fussball darf sich eben über Grenzen hinwegsetzen», lauteten die Reaktionen der Internetgemeinde.

Rasen erhitzt sich sehr stark

Marcel Schneller, Geschäftsführer der Wiler Sportanlagen AG (Wispag), bestätigt, dass der Kunstrasen gewässert werde. Nicht etwa für das Wachstum, wie er lächelnd anmerkt. «Wir machen dies nicht trotz, sondern vielmehr wegen der Hitze.» Denn die künstliche Spielunterlage erhitze sich bei hohen Temperaturen enorm. Der Platzwart habe ihm erzählt, dass bei 30 Grad Aussentemperatur, der Rasen über 60 Grad heiss werden könne. Die Bewässerung diene also der Kühlung. «Würden wir das nicht machen, wäre das Verletzungsrisiko für die Spieler sehr hoch», sagt der Wispag-Geschäftsführer. Verbrennungen bei Grätschen wären beinahe unvermeidbar. Kein Problem sei die Hitze gemäss Schneller hingegen für die Abnutzung des Kunstrasens. Dieser könne mit hohen Temperaturen gut umgehen und werde dadurch nicht zusätzlich geschädigt.

Schneller führt zudem ein Argument an, das viele kritische Stimmen gegen das Wässern des Rasens bei Wasserknappheit verstummen lassen dürfte: «Wir brauchen dafür keinen einzigen Tropfen Frischwasser», erklärt er. Für die Sprinkleranlage werde ausschliesslich Wasser aus dem nahe gelegenen Schwimmbad Bergholz wiederverwendet. Dazu wird dieses gefiltert und entchlort, bevor es auf dem Spielfeld zur Anwendung gelangt. Das Wasser ist also eigentlich bereits gebraucht und wird zur Bewässerung des künstlichen Grüns nochmals aufbereitet.

«Das heisst, dass es niemandem wegen uns an Wasser mangelt», sagt Schneller. Würde man das Wasser nicht in der Sprinkleranlage verwenden, würde es wie bei anderen Bädern in die Kanalisation fliessen. Doch da der Sportpark Bergholz nach Minergie-Standard gebaut worden sei, werde hier kein bisschen Energie – oder wie in diesem Fall Wasser – verschwendet. Das Ganze sei aus ökologischer Sicht tadellos.

Nur gewässert wenn nötig

Schneller gibt zudem zu bedenken, dass der Kunstrasen viel seltener gewässert werde, als dies bei einem Naturrasen der Fall sei. Bei einem Challenge-League-Spiel des FC Wil seien es rund drei Mal. Ansonsten komme die Sprinkleranlage nur vor Spielen und Trainings zum Einsatz. Im Gegensatz dazu würden natürliche Unterlagen oft mehrmals täglich gewässert, ungeachtet dessen, ob darauf gespielt wird oder nicht.

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