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«Auch Du wirst einmal alt»

Am Wochenende fanden die beiden ersten von sechs Vorführungen des neuen Stücks von Theater Lenggenwil statt. «Die hölzerne Schüssel» bringt zwar auch zum Schmunzeln, der seriöse, sozialkritische Aspekt steht aber im Mittelpunkt.
Daria Baur
Die Söhne René (Hauspeter Künzli) und Max (Thomas Tschopp) diskutieren über die Zukunft ihres Vaters (Willi Schibler). (Bild: Daria Baur)

Die Söhne René (Hauspeter Künzli) und Max (Thomas Tschopp) diskutieren über die Zukunft ihres Vaters (Willi Schibler). (Bild: Daria Baur)

LENGGENWIL. In «Die hölzerne Schüssel» ereignet sich, nachdem Opa Leo jahrelang bei seinem Sohn und dessen Frau Klara gewohnt hat, ein Familienstreit. Klara hält es nicht mehr aus, ständig einen alten Mann um sich zu haben, und möchte ihren Schwiegervater ins Altersheim schicken. Doch nicht alle sind einverstanden, schon gar nicht der Alte selbst. «Das Stück wurde zwar vor über 30 Jahren zum erstenmal aufgeführt, das Thema ist aber auch heute sehr aktuell», sagt Regisseur Peter Bernhardsgrütter. «Es soll zum Nachdenken anregen. Speziell daran ist, dass junge und ältere Personen ganz anders darüber denken.»

Bei der Premiere am Samstag war jeder der 240 Plätze im Mehrzweckgebäude Lenggenwil besetzt. «Es ist grossartig, wie schnell die Premiere ausverkauft war. Bei den kommenden Aufführungen sind bei jeder noch einige Plätze frei», sagt die Präsidentin von Theater Lenggenwil, Karin Kappeler.

Erlös für Gesamtverein

Um das Theater auf die Beine zu stellen, waren zwischen 60 und 70 Personen im Einsatz und sorgten für die schön gestaltete, viergeteilte Kulisse, für die Kostüme und das Make-up der Schauspieler, für die Tombola und für das leibliche Wohl der Gäste, die vor der Aufführung und während der Pause von der Theaterküche bekocht wurden. Der Erlös des Theaters geht in den Gesamtverein Jugend und Kultur Lenggenwil.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler, alle Laien aus Lenggenwil oder Umgebung, konnten überzeugen. Besonders Opa Leo, gespielt von Willi Schibler, stach mit seiner schauspielerischen Leistung hervor. Schon ab der ersten Szene nahm man ihm die Rolle des alten, vergesslichen, aber immer für einen Spass zu habenden Herren ab. Er wolle nicht immer Birchermüesli aus seiner stinkenden Holzschüssel essen. «Die Schauspieler sind jedes Jahr ähnliche Personen», erklärt Peter Bernhardsgrütter. «Natürlich kommen aber auch immer wieder neue, vor allem jüngere hinzu. Wir brauchen ja schliesslich auch Nachwuchs.» Das Schauspiel in drei Akten, ursprünglich geschrieben von Edmund Morris, wurde von Peter Bernhardsgrütter und dem Regieassistenten Hugo Forrer umgeschrieben.

Etwas Lehrreiches

Die Zuschauerinnen und Zuschauer verliessen den Saal am Ende des Stücks mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Trotz der Freude nahm wohl jeder auch etwas Lehrreiches mit. Besonders der letzte Satz blieb im Gedächtnis haften: «Auch Du wirst einmal alt.»

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