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Auch die Pflanzen kämpfen gegen die Hitze

Nicht nur den Menschen und Tieren macht die Hitze zu schaffen. Auch für die Pflanzen ist die Hitzewelle gefährlich. Die Gärtnereien und Gewächshäuser reagieren unterschiedlich.
Tobias Bruggmann
Blick in die Gärtnerei Rutishauser: Nicht alle Betriebe haben Probleme, die Pflanzen zu bewässern. (Bild: PD)

Blick in die Gärtnerei Rutishauser: Nicht alle Betriebe haben Probleme, die Pflanzen zu bewässern. (Bild: PD)

Während den Menschen der Schweiss über die Stirn perlt, sind die Pflanzen froh über jeden Tropfen Flüssigkeit. Die anhaltende Trockenheit bereitet besonders den Gärtnereien Probleme, denn das Wasser für die Pflanzen ist knapp. Das Amt für Wasser und Energie des Kantons St. Gallen hat zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen und das Bewässern von Grünflächen und Mais verboten. Die Gärtnereien in der Region reagieren auf den Aufruf verschieden.

Die Gärtnerei der Psychiatrie Wil giesst ihre Pflanzen reduziert und nur in der Nacht. Die Setzlinge müssen gewässert werden, da sie sonst nicht wachsen, die restlichen Pflanzen werden nur so viel wie nötig gegossen, erklärt Lucia Rezzonico von der Psychiatrie Wil.

Weniger Aussaat wegen Trockenheit

Seit dem Beginn der Hitzeperiode sät die Gärtnerei der Psychiatrie weniger aus. Auf frischen Rettich zum Beispiel müsse man in der Psychiatrie Wil derzeit verzichten. Lucia Rezzonico sagt dazu: «Es macht natürlich traurig, wenn man sieht, wie auf den Feldern nichts wächst und nichts vorangeht.» Das Gemüse aus dem Garten wird in der Küche der Psychiatrie verwendet. Fehlt dort Gemüse, kann der Koch beim Grosshändler nachbestellen. Jedoch werden die Produkte aus dem Garten auch im eigenen Laden verkauft. Das Sortiment musste dort wegen der Hitzewelle angepasst werden.

Auch die Baumschule Stadelmann in Zuzwil hat Probleme wegen der Hitze. «Ein Teil unserer Pflanzen ist vergraben. Um sie zu verkaufen, müssen wir sie ausgraben. Wegen der Hitze ist das zurzeit nicht möglich», sagt Inhaber Bobby Stadelmann. Die Folgen sind noch nicht absehbar. Ob deswegen Kunden verloren gegangen seien, wisse man erst im Herbst, erklärt Stadelmann weiter. Die Baumschule Stadelmann wässert ihre Pflanzen und Bäume wegen der Hitzewelle häufiger. Das Risiko, dass Pflanzen absterben, ist zu gross. Mit einer sogenannten Kopfbewässerung wird der Regen simuliert. Doch Bobby Stadelmann hofft, dass bald wieder echte Regentropfen vom Himmel fallen.

Die Gärtnerei Rutishauser in Züberwangen betreibt eines der grössten Gewächshäuser in der Region. Trotz der grossen Fläche und der Hitze hat die Gärtnerei wenig Probleme mit fehlendem Wasser. Geschäftsführer Bruno Rutishauser sagt: «Zwei Drittel unseres Wasserbedarfs wird mit Regenwasser gedeckt.» Das Regenwasser werde vom Dach des Gewächshaus gesammelt und im eigenen Wasserreservoir gespeichert, erklärt der Geschäftsführer weiter.

Wassersparen durch Verdunsten

Die meisten Pflanzenarten vertragen das weiche Regenwasser besser als das härtere Grundwasser. Ist das Wasser einmal im Gewächshaus drin, fliesst nur wenig ab. Rutishauser erklärt: «Wir kultivieren die Pflanzen in einem geschlossenen Wasserkreislauf: Überschüssiges Wasser wird gesammelt, gereinigt und kommt laufend in den Bewässerungsprozess.» Die Pflanzen im Gewächshaus brauchen darum weniger Wasser als jene von Hobbygärtnern.

Den Geschäftsführer plagt aber eine andere Sorge: Die hohen Temperaturen und die vielen Sonnenstunden forcieren die Kulturen schneller als geplant. Der Konsument interessiert sich bei diesem Wetter jedoch weniger für Pflanzen.»

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