Auch die Kirche kann sich irren

Alltag

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Die Zeit läuft, hin und wieder rennt sie auch. So schnell, dass man es manchmal kaum glaubt. «Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät», lautet ein Sprichwort. Ab und zu scheint es aber auch, als würde die Zeit still stehen. Nur den umgekehrten Weg ist sie noch nie gegangen, die Zeit. Ausser in Fantasy- oder Science-Fiction-Filmen ­natürlich. «Die Zeit zurückdrehen wollen», wie es im Sprachgebrauch heisst, bleibt ein frommer Wunsch. Die Kirche aber kann es. Zumindest die evangelische. So bewegten sich die Zeiger am Turm der Wiler Kreuzkirche am Sonntagnachmittag rückwärts statt vorwärts. Manch ein Nachbar, der jeweils schnell einen Blick zum Fenster hinaus auf das sakrale Ziffernblatt wirft und sich damit den Weg zur Küchenuhr spart, traute für einen Moment seinen Sinnen nicht mehr. «Eben war es doch noch 14.55 Uhr. Wie kann es eine gefühlte Viertelstunde später zehn Minuten früher sein», fragte man sich. Dann die Erkenntnis: Auch die Kirche kann sich mal irren.

Das Problem war schnell behoben. Um 16 Uhr jedenfalls zeigte sich das evangelische Gotteshaus wieder auf einer Linie mit den katholischen rundherum – zumindest was die Uhr betraf. Die Moral der Geschichte: Die Kirche bemüht sich wirklich, mit der Zeit zu gehen. (uam)