«Auch aus Stolpersteinen lässt sich Solides bauen»

43 Paare aus der Seelsorgeeinheit Uzwil und Umgebung feierten am Wochenende ihr Ehejubiläum. Der Gottesdienst, in dessen Zentrum der Wegweiser als Symbol stand, machte die Werte einer Ehe bewusst. Das anschliessende Fest gehörte der Beziehungspflege und dem gegenseitigen Austausch.

Cecilia Hess-Lombriser
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Bernadette und Cyrill Forrer feiern Ende Mai ihre goldene Hochzeit. Er trug das Hochzeitsgewand. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Bernadette und Cyrill Forrer feiern Ende Mai ihre goldene Hochzeit. Er trug das Hochzeitsgewand. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

OBERUZWIL. «Das Glück muss entlang der Strasse gefunden werden, nicht am Ende des Weges.» Diese Weisheit von David Dunn war eine von vielen, die auf Wegweisern vor und in der Kirche standen. Sie spielten im Gottesdienst eine tragende Rolle.

Der Zauber des Anfangs

«Das Fest der Ehejubiläen hat einen guten Ruf und deshalb war es für uns klar, dass wir uns dafür anmelden», sagten Sandra und Mario Hengartner aus Oberuzwil, die seit fünf Jahren verheiratet sind. Sie waren soeben aus dem Gottesdienst gekommen, den Klaus Gremminger, Pfarreileiter von Niederuzwil, mit einem OK vorbereitet hatte. Der Weg und die Wegweiser waren im Gottesdienst Symbole für die Ehe. «In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben», hat Hermann Hesse gesagt. Oder Johann Wolfgang von Goethe: «Auch aus Stolpersteinen kann man Schönes und Solides bauen.» Veronika und Kurt Herzig gingen stellvertretend für alle Paare den Wegweisern entlang und lasen die Texte vor. Klaus Gremminger nahm die Gedanken auf und spann sie weiter. «Wie war der Anfang Ihrer Beziehung, begleitet Sie der Zauber des Anfangs noch?» Aus den Steinen im Weg lasse sich zum Beispiel eine Ruhebank bauen. Es sei gut, innezuhalten, miteinander zu ruhen. An Wegen würden auch Altäre und Türme aus Steinen gebaut. «Sie sind das Zeichen, dass Gott mit uns geht.»

Mit Christus unterwegs sein

Zu zweit unterwegs sein. Zu zweit sind auch die Jünger von Emmaus unterwegs, wie es im Evangelium hiess, das für diesen Gottesdienst ausgewählt worden war. Und Christus geht mit ihnen. Der Seelsorger lud dazu ein, den Weg als Paar auch mit Christus zu gehen. «Mit Christus unterwegs sein, gibt Energie und Lebensmut», sagte der Prediger. Und um dies zu bestärken, reichten sich die Paare die Hand und erneuerten innerlich ihr gegenseitiges Versprechen. Einzeln traten sie dann vor einen der vier Seelsorgenden und liessen sich einen Segen erteilen.

Verbindende Werte

«Die Kinder, die Familie, Erlebnisse, die Hochs und Tiefs haben uns noch enger verbunden», sagten Barbara und Hugo Lenherr aus Henau. Sie sind seit 40 Jahren verheiratet. «Was wir gemeinsam gemeistert haben, hat unsere Beziehung gestärkt.» Nach dem Gottesdienst traf man sich zum Fest in der Unterkirche. Karl und Marianne Schillig aus Oberuzwil feiern die goldene Hochzeit. Goldig in ihrer Beziehung sei die Freiheit, die sie sich gegenseitig liessen, sagten sie. Und: «das Vertrauen.» Für Luzia und Willi Hug aus Bichwil gibt es klare Werte, die sie in ihrer nunmehr 35jährigen Ehe leben: Verlässlichkeit, Treue, eine offene Gesprächskultur oder die Fähigkeit zu verzeihen. Auch Hanni und Hubert Kleiner aus Niederuzwil verrieten, was ihnen geholfen hat, seit 45 Jahren Seite an Seite unterwegs zu sein: Vertrauen, Nachsicht, die Bereitschaft, wieder neu zu beginnen, zuhören, Aussprachen, gemeinsame Unternehmungen, einander so annehmen, wie man ist.

Die Gruppe «Öppediä» spielte auf, Thomas Franck führte durch den Abend. Agnes und Franz Erni und Rosa und Konrad Heule durften die Hochzeitstorte anschneiden. Beide Paare sind seit 55 Jahren verheiratet.

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