Attraktive Zentren sind wichtig

Die Zentren von Uzwil, Niederuzwil und Henau haben Potenzial für Verbesserungen. Dies geht aus einer Informationsschrift der Gemeinde Uzwil hervor. Sie gibt Auskunft, wie die Zentren in einigen Jahren aussehen sollen.

Philipp Stutz
Drucken
Teilen
Die Aufwertung des Uzwiler Zentrums ist Wechselspiel und Konsens aus verschiedenen Interessen und Vorgaben. Diese Ansicht vertreten Martin Keller, Präsident (links), und Sandro Metzger, Vorstandsmitglied des Geschäftszentrums Uzwil. (Bilder: stu.)

Die Aufwertung des Uzwiler Zentrums ist Wechselspiel und Konsens aus verschiedenen Interessen und Vorgaben. Diese Ansicht vertreten Martin Keller, Präsident (links), und Sandro Metzger, Vorstandsmitglied des Geschäftszentrums Uzwil. (Bilder: stu.)

uzwil. «Zentrumsgestaltung» ist die Publikation betitelt. Sie vermittelt eine Fülle an Informationen, ist reich bebildert. Richtet den Blick einerseits mit nostalgisch anmutenden Bildern zurück. Doch im Fokus steht die bevorstehende Aufwertung der Zentren Uzwil, Niederuzwil und Henau. Sind doch attraktive Zentren mit vielfältigen Nutzungen wichtig und zentral für die Weiterentwicklung des Standorts.

Organische Entwicklung

«Wie sich der öffentliche Raum heute zeigt, ist mehr das Ergebnis einer organischen Entwicklung denn einer umfassenden Planung», hält der Gemeinderat fest. Vieles sei dem motorisierten Verkehr untergeordnet worden. Mit dem Konzept sollen die Zentren Attraktivität und Sicherheit für alle Nutzer zurückerhalten. «Das braucht Kompromisse», hält der Gemeinderat fest. Was nun vorliege, sei nicht mehr nur Idee, Vision oder Studie. Mitglieder von Arbeitsgruppen hätten um Lösungen gerungen. Sobald Teile der Konzepte zur Umsetzung reif sind, startet die Projektierung.

Grenzen des Machbaren

Die Wiler Zeitung hat sich mit Mitgliedern dieser Arbeitsgruppen unterhalten und mit ihnen die Lösungsvorschläge in den Zentren von Uzwil, Niederuzwil und Henau erörtert. Für Martin Keller, Präsident, und Sandro Metzger, Vorstandsmitglied des Geschäftszentrums Uzwil (GZU), war wichtig, von der Gemeinde in die Planungsarbeit einbezogen und ernst genommen zu werden. «Bald haben wir die Grenzen des Machbaren erkannt», sagt Keller. So sei es etwa illusorisch, die Bahnhofstrasse – eine Kantonsstrasse – in eine Fussgängerzone umgestalten zu wollen. Nicht zuletzt wegen des öffentlichen Verkehrs, der diese Strasse befährt. Die Aufwertung des Zentrums aber bleibe zentrales Anliegen. «Sie ist Wechselspiel und Konsens aus verschiedenen Interessen und Vorgaben», sagt Martin Keller.

Begegnungszone Neudorfstrasse

Dass die Neudorfstrasse als Begegnungszone umgestaltet werden soll, werten die beiden GZU-Vertreter als positiv. «Geschäfte wie die Migros aber müssen weiter mit dem Personenwagen angefahren werden können», ergänzt Sandro Metzger. Die Leistungsfähigkeit der Neudorfstrasse müsse aufrechterhalten werden. Doch mit Einschränkungen. Genoss bisher der Individualverkehr Priorität, haben nun die Fussgänger Vortritt. Dass das Parkieren vor der Post neu geregelt wird, begrüsst das GZU ebenso wie die Anpassung des Umfelds der Erdgeschosszone vor M-Electronics. Das GZU befürwortet ferner den Erhalt der Parkplätze an der Bahnhofstrasse und die Erhöhung der Verkehrssicherheit, wozu die optische Verschmälerung der Bahnhofstrasse beitragen soll.

Das GZU hatte von der Metron AG eine Studie zur Zentrumsgestaltung ausarbeiten und sich diese einiges kosten lassen. «Wir haben damit etwas in Bewegung gebracht», sind Keller und Metzger überzeugt. «Platz ist rares Gut im Zentrum, deshalb ist eine optimierte Nutzung nötig», betonen die beiden. Was vorliege, sei der Konsens aller Involvierten und mach-, umsetz- und realisierbar. Aus Sicht des GZU also ein «optimaler Kompromiss». «Wir haben gespürt, dass das Zentrum Uzwil Priorität geniesst», betonen Keller und Metzger.

Einbahn nicht möglich

Etwas zurückhaltender zeigt sich Markus Mahler, Präsident des Gewerbevereins: «Ich bin zufrieden und habe nicht mehr erwartet.» Er begrüsst die Neugestaltung der Neudorfstrasse, die dadurch an Attraktivität gewinne. Auch dass Kurzzeitparkieren an der Bahnhofstrasse weiter möglich ist und dadurch Geschäfte von Kunden frequentiert werden können, wertet Mahler als positiv. Hingegen hätte er eine Einbahn im oberen Teil der Bahnhofstrasse begrüsst. Das sei aber zurzeit vor allem wegen des öV nicht umsetzbar.

Umklassierung von Strassen?

Markus Mahler plädiert auch für eine Umklassierung der Bahnhof- in eine Gemeindestrasse. Im Gegenzug müsste dann die Wiesentalstrasse zu einer Kantonsstrasse umfunktioniert werden. Auch das führt aber zu Problemen. Müsste doch dann die Gemeinde und nicht wie bisher der Kanton für die Sanierung der Bahnunterführung, im Volksmund «Zwetschge» genannt, aufkommen.

Parkhaus aufwerten

Laut Markus Mahler hat sich der Verkehr mit der Ansiedlung von Grossverteilern und Discountern vom Zentrum an die Peripherie verlagert. Dennoch fehlt es zuweilen an Parkplätzen, da die neue Mühlehof-Parkgarage meist stark belegt ist.

Der Eingang zum wenig genutzten Parkhaus der Zentrumsüberbauung müsste daher laut dem Präsidenten des Gewerbevereins mit Farben attraktiver gestaltet und mit Lichtern deutlich signalisiert werden. Mit schlankerem Konzept eine Spur für alle Richtungen zu schaffen und auf Linksabbiegespuren an der Mühlehof-Kreuzung zu verzichten, ist laut Markus Mahler eine Option.

Dass der Ochsenplatz in Niederuzwil nach dem verworfenen Kredit kein Thema mehr ist, erachtet Mahler als bedauerlich. Mit geringerem Kredit und einfacherer Gestaltung hätte die Vorlage durchaus Chancen gehabt. Insgesamt wertet er die vorgeschlagenen Konzepte zwar als begrüssenswert, aber weder als bahnbrechend noch visionär.

Henauer Dorfplatz neu gestalten

In Henau wird der Dorfplatz vor der Kirche neu gestaltet. «Das ist ein Gebot der Stunde, vermochte doch bisher nur der Brunnen zu gefallen», sagt Norbert Gavalovic, Präsident von Pro Henau. Ziel ist ein Platz mit Aufenthaltsqualität. Bezüglich Verkehrsfluss werde sich wenig bewegen, sagt Norbert Gavalovic. Unzufrieden zeigt er sich mit dem Radweg, der vor allem von Niederuzwil Richtung Henau ungenügend sei. «Der Velostreifen auf der Fahrbahn ist viel zu schmal.»

Der Henauer Dorfplatz vor der Kirche wird neu gestaltet.

Der Henauer Dorfplatz vor der Kirche wird neu gestaltet.

Künftig sollen Fussgänger auf der Neudorfstrasse Vortritt geniessen.

Künftig sollen Fussgänger auf der Neudorfstrasse Vortritt geniessen.

Aktuelle Nachrichten