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Astronauten auf Erden-Trip

Sie seien nur zu Gast auf der Erde, sagen die Astronauten des Zeus. Auf «terrestrischem Besuch» quasi. Dabei liefern sie eine progressive Rockplatte ab, die viel experimentiert, etwa mit eigener Sprache und Schrift. In einer Woche ist Plattentaufe.
Mario Fuchs
Die Astronauten des Zeus machen Zwischenstation auf der Erde – etwa für ihre Plattentaufe in Wil. (Bild: zVg)

Die Astronauten des Zeus machen Zwischenstation auf der Erde – etwa für ihre Plattentaufe in Wil. (Bild: zVg)

Wil? Ja, so eine Stadt. Ganz putzig von da draussen, von hoch oben. Man kenne sie schon, sei schon öfter hier gewesen, wenn man auf der Erde haltgemacht habe, sagen die Astronauten des Zeus. So wie dieser Tage. Die vier Raumfahrer sind auf «terrestrischem Besuch», gastieren auch einen Mond lang in der Schweiz, «im Land des Claude Nicollier». Den kenne man natürlich, draussen im All, er sei schliesslich «einer von ihnen». Entsprechend freudig habe man dort die Nachricht des Kollegen Nicollier aufgefangen, er wäre bereit, sich zum Mars aufzumachen. Dann würde er vielleicht zurückkehren ins All.

In jenes All, «das ihr Menschen vielleicht aus Beschränktheit, vielleicht aus reiner Naivität <Weltraum> nennt», sagt Tobi, einer der Astronauten. Kommentierfreudig wie er sind sie alle, die Astronauten des Zeus. Nicht belanglos, meistens pointiert und gar politisch, allermindestens aber ironisch-witzig. Nachzulesen gibt es die Episoden auf ihrer Website, ihrem einzigen Kommunikationsportal, das extra- wie interplanetar funktioniert.

Anspielend, kommentierend

Kommentierend sind die Astronauten des Zeus, und dafür im All auch längst bekannt geworden, vor allem aber in ihrer Musik. Jetzt wagen sie ihren ersten Wurf auf die Erde: «…and build Temples again». Zu Deutsch meint der Albumtitel so viel wie «…und baut erneut Tempel». Eine Anspielung, die aktueller und kritischer nicht sein könnte. Erst recht, wenn man bedenkt, dass sie von vier Raumfahrern mit jahrtausendelanger Erfahrung kommt. Tempel, so sagen sie, hätten sie schon viele gesehen. Die einen im Entstehen, die anderen, besonders auf der Erde, im Zusammenbruch, Lichtjahre später immer noch daliegend, unberührt, überwachsen.

Ein sternenloser Nachthimmel

«…and build Temples again» ist eine waschechte Progressive-Rock-Platte. Dass sie in den dunklen Weiten des Universums aufgenommen wurde, hört man der sorgfältig produzierten «Earth Edition» an jeder Ecke an. Am Anfang bricht im 50sekündigen Intro der Widerhall des anlaufenden Raumschiffmotors die Stille. Dazu das Knacken des metallenen Schiffbauchs. Dann pirscht sich langsam die erste Gitarre heran, dunkel und mystisch wie ein sternenloser Nachthimmel, um den Hörer mit einem kräftigen Riff ins erste Stück «Evil Maxon» zu beamen. Das «typische Volkslied» erzählt die Geschichte eines gestrandeten Astronauten, der sich nicht mit der Bevölkerung seines Rettungsplaneten anfreunden kann. Andere handeln von extensivem Alkoholkonsum an Bord oder den ersten Kontakten zur Menschheit vor 8500 Jahren.

Sie sind englisch gesungen, auf der Platte aber in «Hufenc», einer astronautischen, hieroglyphenartigen Sprache, betitelt. Terrestrische Anleihen sind ebenfalls auszumachen, etwa von Amplifier oder von den Urvätern der fortschrittlichen Rockmusik, Pink Floyd, zu «A Saucerful»-Zeiten.

Pointierte Zeitlosigkeit

Die Instrumentierung mit Bass, Gitarre, Schlagzeug und Gesang mag auf Albumlänge viele Nuancen entfalten, jedoch mit mehr Melodramatik als Melodik. Die Astronauten des Zeus bringen die Zeitlosigkeit der Weltallreisenden zum Ausdruck. Auf der schnelllebigen Erde könnte man ihnen jedoch den Vorwurf leichter Langfädigkeit machen. Aber den hätte man selbst den frühen Pink Floyd machen können.

Grosso modo sind die Songideen auf den Punkt gebracht, die Tempiwechsel am richtigen Ort, die Spannung fast nie verebbend. Und, obendrauf, ein visuelles «Schmankerl»: Jeder Titel wurde im CD-Booklet mit einem eigenen Artwork in Szene gesetzt. Dafür wird auf Lyrics verzichtet. Ganz schön mutig, so viel Neues. Besonders für fremde Astronauten, in einer Stadt wie Wil, die doch von obenherab so putzig ist.

Plattentaufe am Samstag, 28. Oktober, Gare de Lion, Wil. www.dieastronautendeszeus.ch Die Wiler Zeitung verlost ein Super-Fan-Package (Album, Eintritt zur Plattentaufe mit exklusivem Apéro, DADZ-Tasse und DADZ-Stofftasche). Teilnahme: SMS mit WZSPIEL an 919 (60 Rp./SMS).

Die Astronauten des Zeus machen Zwischenstation auf der Erde – etwa für ihre Plattentaufe in Wil. (Bild: zVg)

Die Astronauten des Zeus machen Zwischenstation auf der Erde – etwa für ihre Plattentaufe in Wil. (Bild: zVg)

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