ARMUT: Die Freude über kleine Gaben

Der Verein Markthalle Uzwil hat die ersten Naturalspenden der Aktion «Geteilter Überfluss» an von Armut Betroffene verteilt. Die Aktion läuft noch bis am 8. Januar.

Urs Bänziger
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Diese junge Frau hat sich aus den bereitgestellten Gaben einen Topf mit Rosen ausgesucht. (Bilder: PD)

Diese junge Frau hat sich aus den bereitgestellten Gaben einen Topf mit Rosen ausgesucht. (Bilder: PD)

Urs Bänziger

redaktion@wilerzeitung.ch

Es sei schön, strahlende Gesichter zu beobachten, sagt Kari Bürgler. Der Präsident des Vereins Markthalle hat am Dienstagabend mit Helferinnen und Helfern die ersten Gaben der Aktion «Geteilter Überfluss» verteilt. «Mit grossen Augen näherten sich die Bezügerinnen und Bezüger der Markthalle den Auslagen, aus denen sie ein Geschenk auswählen durften», erzählt er. Seit Mitte Dezember ist der Verein am Sammeln. Die Aktion dauert noch bis 8. Januar. «An den kommenden beiden Dienstagen werden nochmals Gaben verteilt. Mit dem, was dann noch übrig geblieben ist, veranstalten wir ein Lotto», sagt Bürgler.

Bezüger sind Ausländer und Schweizer

Der Verein Markthalle organisiert die Aktion «Geteilter Überfluss» schon seit mehreren Jahren. «Dank dieser Aktion konnten wir beim letzten Mal rund 300 Weihnachtsgeschenke an von Armut Betroffene weitergeben», sagt Bürgler. Rund 200 Personen versorgt der Verein jeden Dienstag mit Lebensmitteln, die er von der Schweizer Tafel, Region Ostschweiz bezieht. Viele dieser regelmässigen Bezüger sind Flüchtlinge oder Asylbewerber. Aber es hat darunter auch Schweizerinnen und Schweizer, die unter dem Existenzminimum leben. «Wer Sozialhilfe bezieht, der bekommt von seiner Wohngemeinde einen Ausweis, der ihn zum Bezug der von uns abgegebenen Lebensmitteln berechtigt», erklärt der Präsident. Von den rund 200 Bezügern wohnen die meisten in den Gemeinden Uzwil und Oberuzwil, der restlichen in den Gemeinden Jonsch­wil und Oberbüren.

Abgabestellen in den Kirchen

Für die Aktion «Geteilter Überfluss» sammelt der Verein Markthalle neben Lebensmitteln auch Hygieneprodukte, Spielsachen und anderes. «An Weihnachten wird man oft mit Sachen beschenkt, für die man nicht unbedingt Bedarf hat. Sie sind aber für Menschen, die in Armut leben, von grossem Nutzen», sagt Bürgler. Wer Überflüssiges als Gaben weiterschenken will, für den stehen noch bis am 8. Januar in allen Kirchen von Bichwil, Jonschwil, Henau, Oberuzwil und Nieder-uzwil speziell gekennzeichnete Behälter bereit.

Er hat sich «Merci»-Schokolade ausgesucht und bedankt sich damit gleichzeitig bei den Spendern.

Er hat sich «Merci»-Schokolade ausgesucht und bedankt sich damit gleichzeitig bei den Spendern.