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Armin Eugster, Stiftungsratspräsident des Kathi: «Wir sagen nicht, dass wir besser sind als die städtischen Oberstufenschulen.»

Das Stadtparlament hat sich entgegen dem Antrag des Stadtrats für eine Lösung der Oberstufenfrage mit der Schule St.Katharina ausgesprochen. Armin Eugster, Stiftungsratspräsident der Schule, spricht über die Folgen dieses Entscheids.
Interview: Gianni Amstutz
Schulleiterin Corinne Alder und Stiftungsratspräsident Armin Eugster freuen sich über die Rettung des Kathi. (Bild: Hans Suter)

Schulleiterin Corinne Alder und Stiftungsratspräsident Armin Eugster freuen sich über die Rettung des Kathi. (Bild: Hans Suter)

Das Parlament hat den Stadtrat beauftragt, Neuverhandlungen mit dem Kathi aufzunehmen. Ein Traumresultat für den Stiftungsrat?

Armin Eugster: Es ist für uns ein Schritt in die richtige Richtung. Wir sind wirklich froh um die Chance, im Gespräch mit dem Stadtrat nochmals eine Lösung mit dem Kathi als Teil der Wiler Oberstufenlandschaft diskutieren zu können.

Das Resultat war denkbar knapp. Hätten Sie sich ein deutlicheres Ergebnis gewünscht?

Gewünscht schon, doch ich bin Realist. Es war mir klar, wer für das Kathi stimmen würde. Deshalb ging ich von Beginn an von einem knappen Resultat aus.

Was sagen Sie zum Vorwurf, die Bildungskommission habe mit ihrem Antrag einzig und allein den Bedürfnissen der Stiftung St.Katharina Rechnung getragen?

Da muss ich vehement widersprechen. Was gestern nicht gesagt wurde, ist, dass auch bei diesem Modell weiterhin zwei Drittel aller Schülerinnen und Schüler in städtischen Oberstufen zur Schule gehen werden. Wir sind keinesfalls Gegner der anderen Oberstufen. Was wir möchten, ist Vielfalt. Kinder sollen sich zwischen verschiedenen Schulprofilen entscheiden können. Davon profitieren alle.

Können Sie das etwas konkreter ausführen?

Wir sagen nicht, dass wir besser sind als die städtischen Oberstufenschulen. Für manche Kinder mögen gemischte Klassen besser sein, für andere getrennte. Mit dem Modell, das die Parlamentsmehrheit nun befürwortet hat, hätten wir in Wil beides.

Die Eckpunkte im Antrag entsprechen praktisch 1:1 dem Modell B+, das Ihre Stiftung präsentiert hat. Manche sprechen von einem Wunschkonzert.

Der Antrag kommt dem Modell B+ tatsächlich sehr nahe. Vor allem, was die Anzahl Schülerinnen und Schüler angeht. Das war ja der Hauptstreitpunkt zwischen uns und der Stadt. Die Bedürfnisse der Stadt werden aber auch berücksichtigt.

In den Verhandlungen mit dem Stadtrat dürften Sie mit den Eckpunkten des Antrags der Bildungskommission in der Hinterhand aber die deutlich besseren Karten haben.

Es werden sicher schwierige Verhandlungen, zumal der Stadtrat diese nicht aus freien Stücken, sondern im Auftrag des Parlaments aufnimmt. Wir hoffen aber, dass wir nun gemeinsam mit der Stadt ein Modell erarbeiten können, das beide Parteien überzeugt.

Sind Sie denn in gewissen Punkten zu Kompromissen bereit?

Ja, an der Parlamentssitzung wurde beispielsweise verschiedentlich der Wunsch nach mehr Mitsprache der Stadt im Stiftungsrat geäussert. Hierbei sind wir offen. Andere Punkte wie etwa die Anzahl Klassen sind im Antrag des Parlaments vorgegeben, was zu respektieren ist.

Das neue Oberstufenmodell soll in einer Pilotphase einer Prüfung unterzogen werden. Sind Sie vom Erfolg überzeugt?

Unter den neuen Voraussetzungen bin ich sicher, dass wir das schaffen können.

Bei den Buben ist der Bedarf für geschlechtergetrennte Klassen aber nicht nachgewiesen.

Das stimmt. Wir werden aber alles daran setzen, dass das Modell funktioniert. In St.Gallen zeigt sich, dass ein solches Erfolg haben kann. Zudem haben wir bewiesen, dass geschlechtergetrennte Beschulung funktionieren kann und ein Erfolgsmodell ist. Ich bin sicher, dass wir das, wenn wir die Chance dazu erhalten, auch bei Bubenklassen zeigen können.

Im Gegenzug dürfte das Kathi künftig nicht mehr so viele Mädchen aufnehmen.

Richtig, heute wählen rund 70 Prozent aller Schülerinnen das Kathi. Künftig wären es nur noch zirka 30 Prozent.

Gehen Sie damit nicht das Risiko ein, vielen Mädchen eine Absage erteilen zu müssen?

Ja, wir reduzieren die Anzahl Mädchen zu Gunsten der Knaben. Wir sehen das als unseren Beitrag zu einer besseren Geschlechterdurchmischung an den Wiler Schulen. Wenn bei uns gleich viele Mädchen wie Knaben zur Schule gehen, ist das auch an den städtischen Oberstufen der Fall. Das ist ein weiterer Vorteil dieses Modells und zeigt, was ich schon gesagt habe: Es werden alle profitieren.

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