Arbeitsklima als zentrales Anliegen

Oberuzwil wählt am 15. November einen Schulratspräsidenten. Am Freitag trafen die drei Kandidaten auf dem Podium aufeinander. Thema waren auch die Probleme auf der Führungsebene, die nach Silvia Mahrles bekanntgeworden waren.

Angelika Hardegger
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Die Podiumsteilnehmer von rechts: Roland Waltert (SVP), Moderator Werner Dintheer, Peter Leuenberger (FDP), Roland Bischof (SP). (Bild: Angelika Hardegger)

Die Podiumsteilnehmer von rechts: Roland Waltert (SVP), Moderator Werner Dintheer, Peter Leuenberger (FDP), Roland Bischof (SP). (Bild: Angelika Hardegger)

OBERUZWIL. Rund 40 Leute kamen am Freitagabend ins «Rössli», um die Positionen von Roland Bischof (SP), Peter Leuenberger (FDP) und Roland Waltert (SVP) zu hören. Wer immer zum neuen Schulratspräsidenten gewählt wird: Er dürfte ein schwieriges Amt antreten. Mit dem Lehrplan 21 steht nicht nur die Umsetzung der grössten Bildungsreform der vergangenen zwei Jahrzehnte an. Seit Silvia Mahrle (CVP) im Juli überraschend aus dem Amt zurückgetreten ist, wurden Stimmen über Schwierigkeiten in der Führung der Schule laut. Mahrle hatte dem Gemeinderat vorgeworfen, Entscheide hinauszuschieben und Probleme zu verdrängen.

Unruhen in der Schule

Diese Diskussionen kamen im Verlauf des Podiums, das von Werner Dintheer moderiert wurde, mehrfach zur Sprache. «Was wollen Sie gegen die Unruhen in der Schule unternehmen, wie wollen Sie die Wogen zwischen Gemeinde- und Schulrat glätten?», fragte ein Zuhörer die Kandidaten. Darauf antwortete Roland Bischof (SP), dass die Bezeichnung «Unruhe» in seinen Augen übertrieben sei. Sofern es überhaupt etwas zu glätten gebe, habe er dazu bestimmt einen längeren Atem als die scheidende Silvia Mahrle.

Für Peter Leuenberger (FDP) waren die Probleme in der Schule real. In der Vergangenheit sei mehr als eine Person verheizt worden, sagte er. Der Gemeinderat müsse der Schule mehr Bedeutung beimessen. Ansonsten werde der Schulratspräsident gezwungen, als Einzelkämpfer zu handeln.

Auch für Roland Waltert (SVP) läuft gegenwärtig einiges nicht so, wie es sollte. Die Summe der ungelösten kleinen Probleme habe ein grosses Problem ergeben. «Kritische Stimmen werden derzeit zum Schweigen gebracht», sagte Waltert und sprach sich für einen harten aber fairen Dialog aus.

Unklare Amtsaufgaben

Entsprechend unterschiedliche Ansichten hatten die drei Kandidaten von den Aufgaben, die sie im Amt erwarten. Für Roland Waltert lag hier der Hund begraben. Die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten in der Führung der Schule seien nicht klar, sagte er. Der neue Amtsträger müsse zuerst das definieren, was der Gemeinderat nicht geschafft habe: das Aufgabenheft des Schulratspräsidenten.

Roland Bischof verwies auf die neue Gemeindeordnung, über die an der Bürgerversammlung vom März 2016 abgestimmt wird. Erst dann stünden die Aufgaben des Präsidenten fest. Er sehe diese eher im Bereich Controlling. Die operative Leitung obliege dem Leiter Volksschule.

Peter Leuenberger sprach sich wie sein bürgerlicher Kollege für die Klärung der Zuständigkeiten aus. Die Schule brauche eine «schlüssige Führungsstruktur». Er betonte mehrfach, dass die Lehrer das wichtigste Gut der Schule seien. Deshalb müsse der künftige Amtsträger für ein gutes Arbeitsklima sorgen.

Alle unterstützen Lehrplan 21

Mehr Einigkeit herrschte in der Sachpolitik. Alle Kandidaten stellten sich hinter den Lehrplan 21, der in Oberuzwil im Schuljahr 2017/18 eingeführt werden soll; Uneinigkeit besteht dagegen in der Frage der Integration ausländischer Schüler. So sagte Roland Waltert, dass dieses «von den Medien heraufbeschworene Problem» übertrieben werde. Peter Leuenberger sähe bei den Kleinklassen eine mögliche Zusammenarbeit mit Uzwil. Roland Bischof will das integrative System weiterführen und viele Kinder in der Regelklasse behalten.