Arbeiten mit einer Behinderung

Am Samstag führte die Stiftung Säntisblick in der Werkstatt Fuchsacker in Degersheim den Tag der offenen Werkstatt durch.

Vivien Steiger
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DEGERSHEIM. «Ziel des Tages der offenen Werkstatt ist, die Bevölkerung zu sensibilisieren und auf das Thema, dass auch Menschen mit einer Behinderung arbeiten können, aufmerksam zu machen», sagt Dieter Köppel, Werkstattleiter Stiftung Säntisblick. Weiter gehe es an diesem Tag darum, bestehende Ängste abzubauen.

Am Samstag wurden in verschiedenen Ateliers Industrie- und Kreativarbeiten ausgeführt. In einem Raum wurden Blumen gefilzt, in einem anderen aus alten Zeitungen Osterhasen gekleistert und in einem weiteren Karten gestaltet und bemalt. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stiftung Säntisblick arbeiten dort, wo sie sich am besten betätigen können und auch wohl fühlen. Sie erhalten auch oftmals Aufträge von Schulen oder Firmen; so wurden am Samstag eifrig Teile für Kaffeemaschinen zusammengebaut und Einladungskarten für eine Schulabschlussfeier kreiert.

Einblick in Arbeitsalltag

«Der Tag der offenen Werkstatt beinhaltet, dass Menschen mit einer Behinderung vor Ort am Arbeiten sind», sagt Dieter Köppel weiter. «Dies ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern einen direkten Einblick in den Arbeitsalltag.» Die Betreuer hätten die Bewohnerinnen und Bewohner der Stiftung Säntisblick gefragt, wer Lust habe, der Öffentlichkeit zu zeigen, was sie genau machen.

«Fast alle haben sich gemeldet, samstags zu arbeiten», freut sich Köppel. Stolz präsentierten sie Bekannten oder Aussenstehenden ihre Arbeiten und führten sie durch die einzelnen Ateliers der Werkstatt Fuchsacker.

Mit Feuer und Flamme

Viele kamen, besuchten interessiert die Werkstatt und erhielten die Gelegenheit, in die Ateliers reinzuschauen, mit den Bewohnern und Betreuern zu sprechen oder in der Cafeteria ein Stück Kuchen zu geniessen. Nicht wenige kauften noch eine Geburtstagskarte oder Geschenkartikel. Die Stiftung Säntisblick bietet Menschen mit geistiger Behinderung Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsformen. Diese verteilen sich auf Wohnheime, Wohnungen und Werkstätte in Degersheim.

«Man darf solche Menschen nicht aufs <Behindertsein> reduzieren», fordert Dieter Köppel. «Sie sind mit Feuer und Flamme bei der Arbeit und stolz darauf, was sie tun.»

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