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Arbeit statt Sozialhilfe rechnet sich

Seit zwei Jahren investiert die Gemeinde Uzwil Zeit und Geld, um Sozialhilfeempfänger in den Arbeitsmarkt zurückzubringen. Dabei arbeitet sie mit der Stiftung Business House zusammen. Die Bilanz fällt positiv aus.
Die Stiftung Business House hat in Uzwil an der Fabrikstrasse ein Werk eingerichtet. (Bild: Angelika Hardegger)

Die Stiftung Business House hat in Uzwil an der Fabrikstrasse ein Werk eingerichtet. (Bild: Angelika Hardegger)

GEMEINDE UZWIL. Wer in der Gemeinde Uzwil Sozialhilfe beziehen will, der muss dafür arbeiten. Die Gemeinde fördert, fordert und befähigt Sozialhilfeempfänger. Sie sollen wieder im Arbeitsmarkt Tritt fassen. Wer die Arbeit verweigert oder sich nicht an die Spielregeln hält, wird sanktioniert.

Werk an der Fabrikstrasse

Aktuell befinden sich 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Einsatz. Die Gemeinde arbeitet dafür mit der Stiftung Business House zusammen. Sie hat in Uzwil an der Fabrikstrasse ein Werk eingerichtet. 14 Personen konnten in den vergangenen zwei Jahren von dort wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. 19 Personen haben im selben Zeitraum die Arbeitsintegration verweigert oder sind nicht mehr auf dem Sozialamt erschienen, als sie im Business House angemeldet wurden. Diese insgesamt 33 Personen beziehen keine Sozialhilfe mehr. Heinz Erismann, in der Gemeinde verantwortlich für das Projekt, sagt: «Fördern, um im Arbeitsmarkt Tritt zu fassen, und korrektes Verhalten einfordern, notfalls sanktionieren. Beide Ziele konnten erreicht werden. Das zeigen diese Zahlen.»

Rechnung geht auf

Zu Beginn des Projektes sprachen die Verantwortlichen vom grossen volkswirtschaftlichen Nutzen des Vorhabens. Sie sehen sich bestärkt. Das Programm führte Menschen weg von der Sozialhilfe zurück in den Arbeitsmarkt. Und: Im Rahmen des Projektes engagieren sich die Teilnehmer für die Öffentlichkeit, etwa mit den Reinigungsaktionen im öffentlichen Raum. Davon profitiert die Uzwiler Bevölkerung.

Wie steht es aber mit den Zahlen? Geht die Rechnung für die Gemeinde auf? Heinz Erismann erklärt: «Ja, die Rechnung geht auf. Uzwil realisierte in den vergangenen Jahren über alles gesehen namhafte Einsparungen aus dem Projekt. Sie sind grösser als die Projektkosten. Auch finanziell ist das Projekt für Uzwil ein Erfolg.»

Aufs richtige Pferd gesetzt

Andere St. Galler Gemeinden kürzen bei den SKOS-Richtlinien. Uzwil würde damit jährlich rund 35 000 Franken einsparen. Der Uzwiler Weg ist zwar aufwendiger, aber erfolgreicher. Finanziell und in bezug auf die Integration Betroffener in die Gesellschaft. Das Engagement der Gemeinde setzt auch am richtigen Ort an, wenn man Uzwils Besonderheiten näher betrachtet. Die Arbeitslosenquote ist etwas höher als in anderen städtischen Gemeinden. Uzwils Schwerpunkt bei der Arbeitsintegration ist eine logische Antwort darauf. Die Aktivitäten sind für Uzwil strategisch wichtig. Sie werden weitergeführt.

Wirkung statt Aktivismus

Bei allem Erfolg des Projektes: Die Sozialhilfe ist auch für Uzwil eine Belastung. Fast zehn Steuerprozente setzt Uzwil dafür netto ein. Ob das vergleichsweise viel oder wenig ist, ist eine Frage des Standpunktes. Objektiv ist die Belastung im Vergleich der Gemeinden, vor allem der grösseren, tragbar. Die Sozialhilfequote ist in Uzwil vergleichsweise tief. Der Uzwiler Fokus liegt auf einer konsequenten, professionellen Haltung. Auf Rahmenbedingungen und Angeboten, auf Fördern und Fordern. Nicht auf Abschieben, nicht auf politischem Aktivismus. Nicht auf Aktivitäten, die zwar Publizität, aber kaum Wirkung erzielen. (gk) ?

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