ARA erreicht Belastungsgrenze

An der Delegiertenversammlung des Abwasserzweckverbands Lützelmurgtal lag der Schwerpunkt auf der Beseitigung der Mikroverunreinigungen.

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REGION. An der Delegiertenversammlung des Abwasserzweckverbandes Lützelmurgtal war die Investition für die Beseitigung der Mikroverunreinigung in den nächsten fünf Jahren ein Thema.

Die Abwasserreinigungsanlage (ARA), ausgerichtet auf 18 000 Einwohner, hat ihre Belastungsgrenze erreicht. Die Reinigungsleistung ist zwar sehr gut, doch muss sich der Verband aufgrund des Bevölkerungswachstums den Ausbau der Biologie überlegen. Zudem müssen in Zukunft auch gelöste Stoffe und Mikroverunreinigungen wie Medizinalrückstände beseitigt werden.

Neun Franken pro Einwohner

Ab 2016 stellt der Bund schweizweit maximal neun Franken pro Einwohner den Kläranlagenbetreibern in Rechnung. Rund 100 Kläranlagen in der Schweiz sind aufgefordert, in den nächsten Jahren ihre Anlagen entsprechend auszubauen. Zu diesen gehört auch die ARA Aadorf. Um dieses Ziel zu erreichen, beschlossen die 29 Delegierten aus den Gemeinden Aadorf, Eschlikon, Bichelsee-Balterswil und Hagenbuch die Erhöhung des Betriebsdefizits von 1,2 Millionen Franken auf 1,4 Millionen.

Vom Bund subventioniert

Die neun Franken müssen bis zur Baukostenabrechnung des Projektes bezahlt werden. Das Projekt wird mit 75 Prozent vom Bund subventioniert, für die restlichen 25 Prozent der Investitionskosten und den anfallenden Unterhalt müssen die betroffenen Anlagen anschliessend anstelle der neun Franken selbst aufkommen. In der gleichen Lage befinden sich in der Region die ARA in Frauenfeld und Münchwilen, möglicherweise auch Matzingen, sagte Präsident Bruno Lüscher, seit kurzem im aktiven Ruhestand. Das mache auf den Kubikmeter rund 15 Rappen aus, weshalb die Gemeinden ihre Gebührenordnung überprüfen müssten. Diese Ausgangslage bewog die Betriebskommission zudem, den Betriebskostenverteiler per 2016 zu überprüfen.

Bevorstehende Investitionen

Finanzchef Roger Disch konnte in der Jahresrechnung 2014 einen Ertragsüberschuss von 31 700 Franken bekanntgeben, womit sich die Liquidität auf 224 700 Franken erhöhte. Längerfristig müsse sich die Betriebskommission mit der Schuldenentwicklung befassen, stünden doch mit dem Projekt Mikroverunreinigung grosse Nettoinvestitionen an. Überprüft werden müsse dann wohl auch die Finanzierung des Abwasserverbandes durch die Gemeinden, meinte Bruno Lüscher, seit 23 Jahren Präsident des Zweckverbandes. (kli)