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Appenzeller gegen Heimweh: Mike Sponza bringt den Blues nach Flawil

Michael Hug

Mal schnell von Triest nach Flawil fahren, ein Konzert geben, ein paar Stunden schlafen und dann zurück nach Italien. Dazwischen am Samstag ein Auftritt im kärnterischen Bad Kleinkirchheim. Sieben Stunden Autofahrt, Sonne tanken in Flawil und den Schnee geniessen. Dann Après-Ski in den Österreicher Bergen, noch mehr Schnee, ein paar Stunden schlafen, dann zurück nach Triest, wo die Familie wartet.

«It’s Hard to Be on the Road», singt Mike Sponza unter anderem. Vielleicht, manchmal viel zu oft, ruft das «Baby» von Zuhause an und sagt: «Stop what you’re Doing and Come Home!» Dann hilft nur ein Glas Appenzeller, sagt Mike Sponza, «dann machst du weiter, wozu du gekommen bist, nämlich Musik.» Sagt der Musiker, nimmt einen kräftigen Schluck aus dem Glas und singt «Kiss me».

Geschichten aus dem Leben

Sponza, Blueser aus Triest, erzählt einige Geschichten aus seinem Blueser-Leben. Auch die, als er mit seiner Band in der Frauen-Abteilung eines Gefängnisses bei Venedig gespielt habe. Ein spezielles Gefühl sei das gewesen, vor lauter Frauen zu spielen, die seit Monaten und Jahren keinen Mann mehr gesehen hätten. Näher auf das Gefühlte bei jenem Anlass ging der verschmitzte Italiener nicht ein, er sagte nur, dass er erlebt habe, dass auch Kinder im Gefängnis waren, wahrscheinlich hätten sie die Welt draussen noch nie gesehen.

So geht es auf und ab im Konzert des quirligen Italieners und seiner Band, auch musikalisch ist es ein Wellenritt, punkto Lautstärke ohnehin. Mancher Zuschauende fragte sich dennoch, warum der Mann seine Geschichten auf Englisch erzählt, es wäre doch viel schöner in Italienisch, auch wenn sich sein Italo-Slang ja eigentlich auch ganz gut anhöre. Doch so abgedreht wie im Youtube-Video «The Italian Man who went to Malta», wie eine Zuschauerin bemerkte, tönte es dann doch nicht.

Den 60er Jahren gewidmet

Mike Sponza hat sich in seinem letzten Album von 2016 den 60er Jahren gewidmet. Nicht nur, weil er und seine Freunde in der Band in jener Zeit geboren wurden, das auch, doch die Sechziger seien für die Musik, speziell für den Rock’n’Roll wichtig gewesen.

So heisst die CD denn auch «Blues for the Sixties». Und jeder der zehn Songs ist einem der 60er Jahre gewidmet. Nicht einfach so, damit’s passt, sondern mit tieferem Sinn. Der zweite Song zum Beispiel heisst «1961 - Cold, cold, cold» und erzählt von der Politik während des Kalten Kriegs. Der dritte heisst «1963 - Days of Assassin» und bezieht sich auf den Kennedy-Mord. Sponza schreibt Lyrics und Musik für seine Songs gerne selbst, scheut auf der Bühne aber nicht die Zusammenarbeit mit namhaften Kollegen aus der Szene.

In Flawil war er solo mit seiner Band. Im Style eines Rudy Rotta, auch ein Italo-Blueser, oder Rob Tognoni, Australier mit italienischem Vater mit ähnlich fester, tiefer und kräftig-rockiger Stimme, mit der er auch Opernsänger hätte werden können, schüttelte er den Kulturpunkt zünftig durch. Gemäss Programmchef Ananda Geissberger darf der geneigte Bluesfan auf weitere Konzerte dieser Art im Kulturpunkt hoffen. Das nächste ist am 22. März mit den ebenfalls aus Italien kommenden «T-Roosters».

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